Ich hab’ nicht wirklich was zu melden gerade. Nur, dass mich heute eine enorme Migräne überfallen hat und ich sie nach 3 Stunden Schlaf immernoch nicht wegbekommen habe. Seit nun ca. 2.5 Jahren leide ich ab und zu an diesen heftigen Kopfschmerzen, wenn ich mich über ganz bestimmte Leute aufrege oder ich extrem viel Stress habe. Ich weiß nicht, ob jemand sich das genau vorstellen kann. Aber bei richtig heftiger Migräne kann man sogar einseitig nicht richtig sehen, der Kopfschmerz oder die Stiche im Kopf schlagen ähnlich wie bei einer Gehirnerschütterung penetrant auf den Magen – und entweder ist einem schlecht oder es ist einem schlecht und man übergibt sich, jedoch ohne die Erleichterung, die danach einen normalerweise überkommt. Ja, hübsch, ich weiß.
Gestern gab’s ja "Der letzte Samurai". Ich schaue kaum Filme, dazu fehlt mir wie zum Lesen seit 2 Jahren ca. die Konzentration – aber wenn ich mir einen ansehe, dann heißt es, dass ich Einiges davon erwarte. Nun, gestern tat ich mir "Der letzte Samurai" an. Der Film, der so dermaßen hochgelobt worden ist, dass ich dachte, da muss etwas dran sein.
Natürlich war der Film nicht schlecht, allein wegen des Aufwandes und der Darsteller. Aber für so einen Film und so ein Thema kamen viel zuwenig schöne Kampfszenen – und vorallem wurde die Philosophie & Lebensweise der Samurai viel zuwenig behandelt, obwohl ich mich gerade darauf gefreut hatte. Also typisch Hollywood und sein oberflächliches Getue. Warum einige Menschen damals aus dem Kino wie "Erleuchtete" rauskamen, weiß ich nicht. Genausowenig, wie ich mich damals von "Titanic" begeistern lassen konnte & alle Anderen nur geheult haben und ich mir vorkam, wie ein Alien. Vielleicht bin ich auch nur zu dumm, um die "tiefere Wahrheit" dieses Filmes zu erkennen. Aber anstatt mir die paar wirklich schönen Bilder mit den Schwertern anzusehen (das war irgendwie das Einzige, das mich wirklich faszinierte: Die Art, wie die Krieger ihre Schwerter behandelten und die barsche Kritik an der Parasiten-Politik der Amerikaner), hätte ich mir auch lieber ein Buch vom Lebensweg der Samurai besorgen können.
Allein diese 2 Bilder hier unten beeindrucken mich in all ihrer Darstellung und ihren Facetten (vorallem Bild 1) mehr als der Film. Hier strahlen die Krieger mehr ihre Philosophie, ihre Ernsthaftigkeit & ihr frewilliges Schicksal aus, als in den ganzen 3 Stunden Hollywood, die ich mir angetan habe.



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Hallo Sherry,
ich weiß was dir nicht gepasst hat am Film. Es war gar nicht, das zu wenig über das Leben der Samurais erzählt worden ist, im Gegenteil es wurde schon das Leben dieser besonderen Menschen gezeigt. Vielmehr war es, das dich gestört hat, das Bild eines Unterdrückten, der sich gegen die Obrigkeit wehrt. Ein Gruppe von Menschen die andere Ideale haben, andere Lebensanschauung und diese leben wollen, setzten sich mit aller Gewalt gegen die, die in ihrem Land herrschen zur Wehr. Erinnert dich das an etwas??
Zu letzt sieht man, wie diese Gruppe von Menschen von ihren eigenen Landsleuten niedergemetztelt werden. Verrat an seinen eigenen Reihen??? Bekannt, oder nicht??
Es wird immer eine kleine Gruppe geben, die sich gegen den Großen zur Wehr setzt. Und oft wird die kleine Gruppe von den Großen abgeschlachtet. Das Schicksal der Samurais ist nicht nur in Japan sondern selbst in unserem Land.
Aber eines Tages wird diese kleine Gruppe stark genug sein, die Großen zu vernichten. Nicht heute, auch nicht morgen, vielleicht in hundert Jahren. Aber der Tag wird kommen.
Lieber Irgendjemand,
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Danke für Dein Kommentar. Du hast Recht, die Geschichte hat mich auch wütend gemacht. Wie diese “verwestlichten” Japaner ihre eigenen Landsleute töteten, wie die Samurai ihre Traditionen und ihre alten japanischen Werte erhalten wollten, wie sie am Ende trotzdem ausstarben, wie die Amerikaner um jeden Preis auf dieses kulturreiche Land schissen, wie der schwächliche König quasi mundtot gehalten wurde – all das ist mir gegen den Kragen gegangen. Und ja, ich musste wirklich an Iran denken. Aber weißt Du, was die Samurai von den “aufständischen, revoluzzer-Iranern” von damals unterschied? Diese Samurai kämpften zwar, aber sie sahen sich voller Inbrust noch als Diener des Königs. Sie sind ihn nicht verraten gegangen und haben sich von 10 anderen Strömungen instrumentalisieren lassen und gegen ihn einsetzen lassen, auch wenn der König alles andere als richtig für das Volk handelte, so sah man sich eher dazu verpflichtet, ihm zu helfen, dem schlechten Einfluss zu schaden – aber nicht dem König selbst.
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Das ist der Grund, warum ich die Geschichte der Samurai für hoffnungsvoller halte, als die Geschichte Irans.
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Nochwas: Ich fand’ den Film immernoch nicht tiefgründig genug. Ich hätte so gerne mehr erfahren über die Samurai. Es war immernoch nur ein mäßiges Hollywood-Erlebnis.
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Ich wünsch’ Dir was. :)
Moin, moin. Ich wollte doch mal kurz anmerken, daß die Geschichte des Films meines Wissens komplett erfunden ist.
Davon abgesehen scheint auch in Sachen Kultur der Samurai eher sorglos vorgegangen worden zu sein.
Zum Beispiel hätte meines Wissens ein Samurai die rituelle Selbsttötung nicht als “Harakiri” (“Bauchschlitzen”) verunglimpft, sonder es korrekt “Seppuku” genannt. Auch vermute ich, daß der zu Beginn gezeigte Seppuku nur bedingt richtig dargestellt worden ist. Meines Wissens war es nicht üblich, direkt nach einer verlorenen Schlacht noch auf dem Schlachtfeld Seppuku zu begehen. Die Samurai bekamen idR. mehrere Monate Zeit, um sich auf den Seppuku vorzubereiten. Der wurde dann oft auf dem Hof eines Klosters begangen.
Meine Schwester hat zudem im Untertitel durchaus sinnentstellende Übersetzungsfehler ausgemacht, wie z.B. “Gib Ruhe!” vs. “Leg Dein Schwert nieder!” oder “Ich bin aber kein Japaner” vs. “Ich bin ein Fremder”.
Unterhaltsam und zum nachdenken anregend fand ich den Film trotzdem. Auch wenn er nur ein kitschiges Heldenmärchen über den geläuterten Ganoven war. ;)
Hallo Grauwolf,
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Da sieht man mal, dass ich mit meiner Kritik trotz Unwissenheit bzgl. des Themas nicht so falsch lag. Dieser Film ist der Samurai-Tradition nicht würdig gewesen – und das habe ich sofort gespürt. Ich wäre gerne richtig eingetaucht.
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Hast Du “Hero” gesehen? Und: Studiert Deine Schwester Japanologie?
Hallo Sherry, es ist sehr schade, denn du hast den eigentlichen Sinn meiner Aussage nicht verstanden.
Hmm, ich denke aber das ein Mensch wie du nicht wirklich nachempfinden kann, was es bedeutet seine Kultur nicht ausleben zu dürfen.
Mein Fehler, ich hatte vergessen das Iraner gerne den Vorhang des Globalismus bewahren wollen.
tschau
achja? was heisst denn hier genau ein mensch wie sherry? und was hat bitteschön sherry’s antwort auf dich mit globalismus zutun? ich glaube du wurdest hier von einigen nicht verstanden! ich hoffe du erklärst dich. gruss, dini
Lieber "Irgendjemand". Dein ganzer Beitrag lässt leider auf Vorurteile schließen, sonst hättest Du recht schnell erkannt, dass gerade ich um die Opfer der Globalisierung bescheidweiß. Dein Posting war:

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a) unhöflich ( ‘ Menschen wie Du ‘ )
b) völlig am Kernthema vorbei und
c) etwas komplett sehr schnell verurteilend
(Einfacher gesagt: Du schätzt mich komplett falsch ein)
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Ciao.
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@Dini, reg’ Dich nicht auf. Soetwas kann vorkommen, wenn man von vorneherein mit einem gewissen Vorurteil an eine Sache oder an eine Person rangeht.
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Ein sehr gutes – und bekanntes – Symbol zog sich aber durch den ganzen Film: die Kirschblüten (hab zwar gelesen, daß das keine kirschblüten seien, aber es gab sogar einen Shimpu-Flugzeugtyp, der “Kischblüte” hiess – wird also schon richtig sein ;) ), die ein Symbol für Veränderung und Zerfall sind. Besonders deutlich wurde das am Ende, als der letzte Samurai a) die perfekte Kirschblüte und b) die letzte Zeile für sein Haiku fand. Insofern hatte er sich wahrscheinlich sogar schon einige Monate auf den Tod vorbereitet – nur das obligatorische Gedicht noch nicht vollendet gehabt. Fiel mir gestern im gespräch mit meiner Schwester so ein.
Die ist übrigens keine Japanologin, hat sich aber viel mit Japan und auch mit japanischen Filmen beschäftigt, sodaß ich ihr zutraue, daß sie etwas Gespür für die Kultur – zumindest wie sie in den Filmen verherrlicht wird – entwickelt hat. ;)
“Hero” kenne ich nicht, aber spannenderweise sprach meine Schwester gestern von dem Film, der wohl besser sei. :)
Sein letzter Ausruf mit der Kirschblüte war übrigens einer der Dinge, die mich im Film tatsächlich berührt haben. Es war einfach eine so helle & einleuchtende Erkenntnis, die ich für mich natürlich anders interpretiert habe, als Du vermutlich. Er war doch auf der Suche nach der perfekten Kirschblüte, oder? (Manchmal war ich nicht aufmerksam beim Schauen, weil ich Anrufe etc. gekriegt habe). Als er am Ende die Kirschblüten erblickte, wie sie alle zusammen sanft zu Boden fielen, schien ihm diese Gesamtheit vollkommen – vielleicht sogar jede Kirschblüte für sich war vollkommen. Diese Erkenntnis, dass alles so, wie es ist, eigentlich zum jeweiligen Zeitpunkt “vollkommen” ist, hat etwas sehr Erlösendes an sich. Etwas, das bewirkt, dass man die Welt so, wie sie ist, loslassen kann.
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Ich hab’s zumindest einwenig so verstanden. Naja, jeder sieht durch seine eigene Brille. Wobei ich wirklich nicht zu dem Typ Mensch gehöre, der zufrieden ist und nicht ständig gegen “Missstände” kämpft & strampelt.
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Hero solltest Du Dir unbedingt ansehen. Es ist Poesie für’s Auge. Die Farben in diesem Film sind überwältigend. Alles symbolschwanger. Das, was mich an diese chinesischen Filmen besonders berührt ist, dass sie heftige Gefühle hinter einer sehr sanftmütigen, selbstbeherrschenden Kühle bewahren. Man kann nicht einmal behaupten, dass die Gesichtszüge angespannt seien, weil sie Probleme haben, ihre Gefühle zurückzuhalten – man kann nur erahnen, was in ihnen vorgeht. Was sie fühlen & was sie sagen sind 2 verschiedene Welten – und dennoch kannst Du nicht umhin, um das Gesagte geradewegs auf das Herz zurückzuführen.
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Tu’ Dir Hero an, falls Du für sprechende Bilder, Farben und Symbolik zu haben bist. Oder für die Bedeutung eines Ehrenkodex’, Freundschaft, Liebe & Stolz. Wie wir wissen, sind das alles große Worte, die heute kaum noch Bedeutung haben. Manchmal kann das gut sein, weil wegen dieser Dinge schon sehr viele gestorben sind – auf der anderen Seite wirken die Menschen in Relation zu diesen Werten heute wie billige Schlampen. (Egal ob Männlein oder Weiblein)
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Dazu fällt mir noch eine Szene ein, die mir sehr gefiel bei “Der letzte Samurai”. Als dieser verwestlichte Clown-Verräter meinte: “Ihr entehrt mich.” – und der König ihm das Schwert bot und meinte: “Dann beendet Eure Schmach.” – Die Reaktion des Clowns war eine perfekte Darstellung der Prinzipien- und Ehrlosigkeit, die diesen Mann schon befallen hatte.
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Gute Nacht.
Zum Glück hab ich z.B. weder Ehre, noch Stolz, sonst wäre entweder ich jetzt tot, oder der andere… ;)
Ich sehe das aber so, daß gewisse Ehrvorstellungen mit den daraus resultierenden tödlichen Konsequenzen dazu beitragen, daß Menschen viel genauer nachdenken, was sie anderen antun. Natürlich kann das auch mißbraucht werden – ein geübter Fechter konnte ja auch jedes Duell gewinnen. Aber ein Mangel an Ehre und Moral kann ganz schnell zu gesellschaftlichen Unruhen führen. In der ein oder anderen Form.
Und es kann keiner ernsthaft behaupten, daß die pseudo-liberale Gesellschaft von heute irgendwen glücklicher machen würde. Sie macht bestenfalls andere Leute glücklicher, nämlich nach meiner Einschätzung vor allem die, die sich nen Dreck um andere scheren. ;)
Am Ende hat aber alles seine Licht- und Schattenseiten. Leider. :}
Als Nachtrag: ich den besagten Herren nicht als “verwestlichten Clown-Verräter” bezeichnen. Er ist halt nur ein anderer Menschenschlag. Einer, der seine Stunde gekommen sah – die Samurai waren ja auch stolz genug, ihre Privilegien nicht aufgeben zu wollen. Wobei nicht jeder “Samurai” auch ein großer, geachteter Krieger war. ;)