Hören: ~*Joan Baez & Mercedes Sosa – Gracias a la vida*~

Ich weiß nicht, warum man mir Wein schenkt. Das tut man wohl einfach oft, wenn Menschen einen besuchen & Dich in Deiner eigenen Wohnung nocheinmal einweihen. Nun, die Meisten wissen nicht, dass ich – sollte ich überhaupt mal trinken – sicher keinen trockenen Wein zu mir nehmen werde, sondern etwas nervtötend Süßes, damit der Alkoholgeschmack soweit es geht, verdrängt wird. Ich gehöre zu den seltenen Trinkern (sehr selten; 1 Mal im Jahr), denen es nur um die Wirkung des Alkohols geht, wenn überhaupt – und nicht um den Geschmack. Einen Weinkoster, der schnuppert und nippt, gehört neben einem Homo Faber, wohl zu den von mir am wenigsten nachvollziehbaren Wesen dieses Planeten.

Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass Weinflaschen eine unglaubliche Ästhetik auf mich ausüben, deshalb freue ich mich auf sie und warte auf Anlässe, sie zu köpfen und einzuschenken.

Das andere Geschenk ist ein Traum. Lavasteine, die vor Hitze glühen, aber (leider) nicht brennen und knistern. Ich erwische mich oft dabei, wie ich mich den Steinen nähere & mich einwenig danach sehne, dass sie mir die Fingerkuppe leicht verbrennen, so dass ich sie sofort wegziehen kann. Aber man kann nicht alles haben.

Das Überbleibsel ist das Buch, das ich gerade lese. Es lieg müde auf dem Schreibtisch. Ich habe ihm die Geschenke dazugelegt, weil die drei einfach zueinander passten. Wärme/Leidenschaft, der Rausch der Sinne und das Abtauchen in eine andere Geschichte als die Deine. So einfach kann das Leben sein, wenn man nur will.

Kann mir ein Kenner sagen, ob der Wein wenigstens gut ist?

Zwei Geschenke und ein Überbleibsel