Manchmal tut mir die emotionale Kälte ganz gut, auch wenn ich nach der “Erwärmung” völlig erschöpft ein paar Stunden in der Ecke liege, weil sie im völligen Kontrast zu meiner eigentlich warmen Persönlichkeit steht. Dennoch muss es manchmal sein. Man muss nicht alles mit sich machen lassen und kann – nein sollte – sich zurückziehen, meinetwegen auch schützen, bis man irgendwann keines Schutzes mehr bedarf. Ich gebe zu, Menschen die diesen kalten Vorhang brauchen, der nun einmal mit viel Verachtung und Arroganz einhergeht, sind schwache Wesen, denn sie können nicht so bleiben, wie sie sind, ohne dabei komplett zerstört zu werden von ihren “netten Mitmenschen”. Schwamm drüber, darum geht’s gerade nicht. Ich habe ein anderes Problem – nämlich:

In diesen kalten Momenten, Minuten, Stunden sieht man plötzlich Dinge, die man vorher nicht gesehen hat. Man wird zum verbitterten Zyniker und ist sich dessen sicher, just in jenem Moment die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind – nämlich heuchlerisch, falsch und voller Scheiße. Man beginnt, Ekel zu empfinden – nicht nur für gewisse Menschen, die einem wieder auf die Möpse gegangen sind, sondern für die Spezies “Mensch” generell. Alles mit einem unangenehmen Nachgeschmack eines stechenden, eisigen Windes in giftgelber Farbe. Auch das ist nicht das Hauptproblem. Viel mehr interessiert mich jetzt:

Welche Sicht der Dinge ist richtig? Jene, in der ich mit Wärme & Zuneigung auf die Menschen sehe oder jene, in der ich unterkühlt und bitterböse zynisch bin? Welche “Erkenntnis” ist hier die “Wahre”?