(Vom 07/11/2004)
Es ist wieder gelb. Ein belästigendes Summen im Raum. Ich mache die Metalltür auf, um es rauszulassen – doch das Summen klebt an meiner Haut wie lästiger Schweiß.
Ich schaue raus. Kahle Wände bemalt mit toten Bäumen in schwarz starren dort auf uns Unbeseelte zurück. Hämisch grinsen sie aus schmalgeschlitzten Augen. Der graue Wüstensand von letzter Nacht nagt an meiner Haut. Ich sollte mich waschen gehen. Das Wasser hatte ich in einer Schatztruhe versteckt, in einer kleinen Nische unter meinem Bett. Da geht niemand mehr hin, dort stank es nach der Verwesung meiner Träume. Ich kam noch nicht dazu, sie zu bestatten. Das Loslassen ist nicht meine Stärke.
Das Fenster befiehlt mich zu sich her. Ich soll den gebrochenen Flügel der weißen Taube abtrennen, damit sie nicht mehr versuchte, zu fliehen. Ich tat es und lege sie zu den Traumleichen unter meinem Bett. Das Wasser in der Schatztuhe gab ich auf, es war bestimmt schon erloschen. Die Treppen stürzten meine Seele hinunter und krallten sich in meine Füße ein – so lief ich sie runter, um ihnen zu entkommen. Der Keller ist nicht wesentlich dunkler als sonst die grauen Wände, auf denen tote Bäume grinsend auf mich hinabstarren. Ich bleibe einfach hier. Vielleicht verende ich, ohne gesehen zu werden. Wie ich diese Bäume an der grauen Wand hasste. Sie sollten sich nicht an mir erfreuen. Guter Plan. Ich nächtigte und verging dort so sinnlos wie die Träume unter meinem Bett.



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