(Vom 09/12/2005)

…genauso liebend wie Frauen – nur lieben sie anders. Besitzergreifender, ein wenig grobmotorischer und egoistischer. Männer lieben aber auch sehr leidenschaftlich und wollen Dich, wenn sie Dich erst einmal wirklich lieben, mit Haut und Haaren! Alles, was Du an Dir hässlich findest, werden sie anbetungswürdig huldigen. Jede Narbe, jedes Pölsterchen – alles.

Sie halten Dich fest, selbst wenn Du zornig bist – sogar dann noch, wenn Du auf sie schimpfst. Manchmal bieten sie Dir ihren Oberarm, damit Du Dir Deinen Frust von der Seele schlagen kannst und haben – während ihnen der Oberarm noch schmerzt – das Gefühl, Dich vor allem beschützen zu müssen. Männer leiden mit Dir, nur zeigen sie das nicht mit Kopfnicken und direkter Empathie, sondern mit ihren direkt praktischen Lösungsalternativen oder ihrer Wut gegen jeden, der Dir etwas Böses will.

Männer fühlen sich klein und elendig, wenn sie ihrem „Mädchen“ wehgetan haben. Sie ziehen sich zurück und schauen Dich nicht an, weil sie denken, sie haben den Anblick Deiner Schönheit nicht verdient – oder sie schauen ernst aus dem Fenster – nur nicht in Dein bittendes Gesicht, weil sie Deinen schmerzerfüllten Blick und den schluchzenden Vorwurf in ihm nicht ertragen. Oft kommt es sogar vor, dass sie ihr Gesicht hinter ihre Hände verstecken und weinen, weil sie Dir wehgetan haben. Danach wollen sie Dir die Welt zu Füßen legen, weil sie es doch als ihre Aufgabe sehen, Dich glücklich zu machen. Sie halten Deine Hand ganz fest und behüten Deinen Kopf, Dein Gesicht im Gedränge der drohenden Menge.

Wer sagt, dass Männer nicht lieben können, so wie Frauen es tun, der hat Recht: Aber sie lieben dennoch genauso intensiv, wenn sie es denn endlich tun.

Ich danke allen Männern, die ihre Frauen wirklich lieben. Danke Papa, dass Du Mama heute noch Gedichte auf kleine Zettel schreibst und sie ihr am Badezimmerspiegel hinterlässt. Danke, Opa, dass Du Omas Schritte von allen anderen Schritten unterscheiden konntest und sogar ihr Meckereien nur glücklich als Liebesbeweise gepriesen hast. Danke Peyman, dass Du – egal, wie zornig und verzweifelt ich auch manchmal bin – mir immer Deine ruhige Brust zum Weinen anbietest, trotz der Gefahr, dass ich Dich mit meiner Wut ungerechterweise verletze. Danke, Männer.