Gefühle sind nicht vergänglich, aber sie sind wandelbar in eine Richtung, die im völligen Kontrast von dem steht, was ihr Ausgangspunkt war. Hass kann abheilen, wenn man ihn loslässt – oder wenn er seine Rache findet. Aber er kann, nachdem er einen bestimmten Punkt erreicht hat, niewieder zur einstigen Liebe werden.

Ich kenne nun dieses Gefühl. So sehr ich damals nicht verstehen konnte, wie Liebende (egal Liebende welcher Form, denn ich rede hier nicht nur von Paaren) einmal aufhören können, einander zu lieben, so weiß ich heute genau, was passieren muss, damit genau das geschieht.

Die Gefühle eines Menschen müssen so oft und so kontinuierlich misshandelt, belogen, betrogen und niedergeschmettert werden, dass sich für ihn alles als Lüge und Falschheit erweist und der Liebende selbst seine eigenen Gefühle nur noch hasst. Der Zorn und der (Selbst-)Hass, der dabei entsteht, ist die Liebe selbst, die sich selbst zerstört, damit sie das Leben des Betrogenen rettet – und das ist auch gut so.

Ich bin traurig, dass ich diese Erfahrung einst machen musste, aber auf der anderen Seite erleichtert zu erfahren, dass auch ich soetwas wie einen Selbsterhaltungstrieb habe und eine persönliche Grenze, die mir zwar die Liebe zu gewissen Personen nicht ganz erlöschen konnte, aber sie so schwach hält, dass ich nicht mehr dazu bereit bin, den Schritt zurück zum Anfang zu machen.

Dieses Bild heißt “Dead in my own mind”. Klickt drauf und schaut Euch nochmal genau ihren Gesichtsausdruck an. Er ist sagenhaft niederschmetternd.