Gefühle sind nicht vergänglich, aber sie sind wandelbar in eine Richtung, die im völligen Kontrast von dem steht, was ihr Ausgangspunkt war. Hass kann abheilen, wenn man ihn loslässt – oder wenn er seine Rache findet. Aber er kann, nachdem er einen bestimmten Punkt erreicht hat, niewieder zur einstigen Liebe werden.
Ich kenne nun dieses Gefühl. So sehr ich damals nicht verstehen konnte, wie Liebende (egal Liebende welcher Form, denn ich rede hier nicht nur von Paaren) einmal aufhören können, einander zu lieben, so weiß ich heute genau, was passieren muss, damit genau das geschieht.
Die Gefühle eines Menschen müssen so oft und so kontinuierlich misshandelt, belogen, betrogen und niedergeschmettert werden, dass sich für ihn alles als Lüge und Falschheit erweist und der Liebende selbst seine eigenen Gefühle nur noch hasst. Der Zorn und der (Selbst-)Hass, der dabei entsteht, ist die Liebe selbst, die sich selbst zerstört, damit sie das Leben des Betrogenen rettet – und das ist auch gut so.
Ich bin traurig, dass ich diese Erfahrung einst machen musste, aber auf der anderen Seite erleichtert zu erfahren, dass auch ich soetwas wie einen Selbsterhaltungstrieb habe und eine persönliche Grenze, die mir zwar die Liebe zu gewissen Personen nicht ganz erlöschen konnte, aber sie so schwach hält, dass ich nicht mehr dazu bereit bin, den Schritt zurück zum Anfang zu machen.
Dieses Bild heißt “Dead in my own mind”. Klickt drauf und schaut Euch nochmal genau ihren Gesichtsausdruck an. Er ist sagenhaft niederschmetternd.

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Lesenswert, wie du die Seele sezierst…Das könnte aus einem Lehrbuch der Psychologie stammen! Muß man als Synästhetikerin auf die Welt kommen, um solche Aussagen zu treffen? Aber ich will nicht vom Thema ablenken…
Sevgiler, saygilar
S.
Ich habe doch nichts Neues geschrieben, Sokrates Bey. Nur, dass Schmerz & Hass einiges zerstören kann.
Sherryschatz, manchmal braucht man aber auch diesen Schmerz oder Hass (oder zumindest arge Wut), um sich lösen zu können. Manchmal geht es nicht anders. Das ist dann eine bittere Erfahrung, doch das Leben ist bitter.
Ich weiß, Momoschatz. Es ist nicht einmal die Wut, der Zorn, der bitter ist. Bitter ist, dass es tatsächlich einen Punkt gibt, an dem man den Wunsch verliert, je wieder in die Nähe dieser Person zu kommen. Der ist komplett weg.
Bei mir war es immer so, dass ich, egal wie sehr ich mich mit einer Person stritt – ich sie immernoch lieb hatte. Über Monate von Schweigen und Ignoranz hing ich innerlich immernoch treu an ihr.
Aber es gibt da wohl auch noch etwas, über das man zumindest gegenwärtig meint, nicht mehr drüber hinwegsehen/kommen zu können.
Du hast das sehr treffend beschrieben…. jeder ist wohl irgendwann mal an genau dem Punkt und sieht wie Gefühle sterben können, was man sich natürlich nie vorstellen konnte. Jedes Ende ist aber auch immer Anfang, für das, was alles möglich ist im Leben.
LG :-)
@Lady Avalon,
schön, Dich hier zu lesen.
Ich konnte nie etwas mit Endlichkeit anfangen. Und ich spreche auch heute noch nicht wirklich von Endlichkeit, sondern einer Art “Wandlung”, die aber dadurch, dass sie von einem Gefühl ausgeht, nur eine Konsequenz ist und kein Ende. Dennoch: Ich wurde oft gefragt: “Sherry, wie kannst Du den und die nur noch so sehr lieben etc. Er, sie, es hat Dich so schlecht behandelt.”
Meine Antwort war immer: “Ich habe noch nie aufgehört, jemanden lieb zu haben, den ich erst einmal ins Herz geschlossen habe.”
Obwohl ich auch heute noch dazu fähig bin, die Liebe zu gewissen Personen, jeden Tag bisschen neu zu fühlen, kann ich diese Antwort nicht mehr mit solcher, sicherer Klarheit beantworten, wie es damals noch – vor nicht all zu langer Zeit – der Fall war.
Dir ein wunderschönes Wochenende.
Kuschel’ Dich schön ein.
P.S.: Warum hast Du eigentlich keine RSS-Feed Funktion in Deinem Blog?
öhmmmm
was bitte?
Ach Schatz du hast es wirklich treffend formuliert……aber ich finde das es auch schmerzt dieses aufhören zu lieben…..ich werd wohl nie lernen das einzusehen, dass man Menschen auch verlieren kann (nicht nur der Tod als Verlust).
*anschmieg*
Dabei sind mir doch soviel Geliebte Menschen durch ihre Art verloren gegangen…….*seufz*
das bild….
*seufz*
ich habe dich gar nicht verdient mein engel :( ….
@Lady Avalon…
RSS-Feed hm. Das sieht bei anderne Blogs so aus. Da ist so ein Icon und dann wirst Du benachrichtigt im Browser-Bookmark, wenn jemand einen neuen Blogeintrag geschrieben hat.
So sieht das aus, das kennst Du sicherlich:
@Nessa Schatz-e man…
Genau so ist es. Dieser Verlust an Vertrauen & den Wunsch, sich der Person zuzuwenden, ist schmerzhaft. Wie ein kleiner Tod. Ja, ich habe das Gefühl, dass man einwenig Sherry in mir ermodet hat. Und das scheint so zu sein, wenn ich ein Stück einer gewissen Überzeugung verloren habe, wie oben beschrieben. *streichel*
@Kakum,
wieso sagst Du soetwas?
@Saharim,
ja. Wir kennen das Bild.
Was ist, wenn man nicht nur das vertrauen zu diesem einen Menschen verloren hat, sondern zugleich das vertrauen zu allen Menschen?
Ja, das habe ich mich auch gefragt. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass diese Dinge mein vertrauen in die Menschen nicht “angekratzt” hätte. Aber es sind nur ein paar Dinge was die “Menschheit” angeht, daran zerbrochen. Was die jeweiligen Personen selbst angeht, aber fast alles.
Wie soll man ohne Vertrauen zu Menschen leben?
Du brauchst nicht, der ganzen Menschheit zu vertrauen, Grauwölfchen, wenn Du es nur irgendwann wieder schaffen würdest, einer Person zu vertrauen.
*flausch*
irgendwann…