Ich weiß nicht. Das ist das Erste, das ich von Gogol gelesen habe – und ich muss sagen, dass ich nicht begeistert bin. Gogol versucht hier tatsächlich den “Wahnsinn” eines Menschen darzustellen, indem er lediglich ein paar surrealistische und komische Kombinationen der Wahrnehmungswelt seines Protagonisten beschreibt – einem biederen Beamten. Dabei verhält es sich mit dem Wahnsinn doch etwas anders, fataler, kognitiv artistischer. Die Gedankengänge sind so ineinander verschachtelt und manchmal sprunghaft, dass es ihre wirre Tiefe ist, die einen wahnsinnig macht. Gogol’s Wahnsinniger jedoch wirkte total seicht, sein Wahnsinn kaum der Rede wert und eher harmlos. Er bestand darin, dass der Protagonist sich für den König Spaniens hielt. Mehr aber auch nicht.

In dieser Erzählung will er eigentlich die negativen Auswirkungen starren, kleinbürgerlichen und spießigen Unterwürfigkeiten des Beamtentums kritisieren – und inwiefern diese Striktheit, Unpersönlichkeit und Nicht-Anerkennung gerade bei den kleinen Beamten eine sensible Seele in den Wahnsinn treiben kann – aber es gelingt ihm nicht wirklich.

Seine gesellschaftskritische Aussage hätte Gogol in einem einzigen, längeren Satz eigentlich zusammenfassen können. Enttäuschendes Urteil, ich weiß. Absolut nicht zu vergleichen mit der subtilen Genialität Dostojewski’s. Warum er sich unter Gogol stellte, weiß ich nicht.