Ich tu’ gerade etwas Unerhörtes. Unerhört, ja. Obwohl ich ein Leben lang nichts Anderes tu’, als genau das: Schreiben.

Diesmal ist es anders. Mit ca. 16 Jahren schrieb ich meinen ersten persönlichen, autobiografischen Roman, den ich jemand ganz Bestimmtem widmete. Damals wie heute handelte es sich um eine Zeit, eine Gegebenheit, die ich irgendwie zu verarbeiten suchte. Heute wie damals wird nur eine sehr auserwählte Leserschaft meinen Roman zu lesen kriegen.

Vielleicht ist es geradezu lächerlich, in diesem Alter etwas Autobiografisches zu schreiben. “Was hat man in dem Alter schon Großartiges erlebt?” – aber ich möchte mich davon nicht abhalten lassen. Denn Abenteuer, Erlebnisse, Geschichten sind immer subjektiv – die Art und Intensität, in der man sie erlebt und wiedergibt, sind wichtig. Das absolut Pure und Authentische ist der Kern.

Vergessen wir nicht, dass viele große Romane nur einen einzigen Schauplatz und eine minimale Handlung hatten – und es viel eher den großen, kleinen, subtilen und dunklen Gefühlen und ihrer Assoziationskraft während eines Dialoges zu verdanken war, dass aus einem scheinbar schlichten Roman, ein mal prächtiges, mal beängstigendes Gemälde einer fremden, aber faszinierenden Gefühlswelt verwandelte.