Das Jahr neigt sich dem Ende zu – ich bin im Stress. Morgen gebe ich mein erstes, iranisches “Mehmouni” (Das heißt, ich lade alle ein – oh mein Gott); und ich weiß jetzt schon, dass ich Mist bauen werde. Das, obwohl ich nicht einmal ganz allein kochen musste und Mama mir hilft. Wir wohnen nebeneinander – und da die Großfamilie wirklich eine Großfamilie ist, wird das Fest “geteilt”. Die bescheuerten Jugendlichen (bis 40 Jahre LOL) kommen zu mir – und die Erwachsenen zu Mama. Und dann fängt das Hin- und Hergelaufe los, da bin ich mir sicher. Bei mir gibt’s einfach mehr Klunker zu begutachten; also ein Frauenmagnet. (Jah! So macht man das, Jungs!)

Normalerweise feiere ich Silvester ja. Mindestens mit der Klein-Familie. Diesmal aber habe ich mich für ein einsames Silvester entschieden. Nicht aus dem Grund heraus, weil ich depressiv bin, sondern weil ich alleine und schon peinlichst rituell anständig Abschied von der lange, alten Phase nehmen will, die mir die Luft zugedrückt hat. Ich habe mit ein paar Restgdanken- und Gefühlen abzurechnen – ich werde das heute durchziehen und dann neu beginnen. Und zwar gleich morgen mit der ganzen Familie. Mit geliebten Gesichtern, warmen Umarmungen, drei Geburtstagskindern, viel Musik, zwei marokkanischen Hüften, wangenvollen Grübchen, einer dreckigen Frauenlache mit Kinderaugen, dem verzweifelten Versuch, mich in Englisch zu artikulieren (Dank dem neuen, schönen, mexikanischen Gesicht in meiner Familie), zwei Abschied-Nehmende (aber erstmal nur für 2.5 Monate) und vielen, liebevoll-einzigartigen Glücksfällen mehr.

Es gibt nur noch einen großen Wunsch, den ich hege. Wenn der in Erfüllung geht, werde ich genug Glück in mir haben, um einen ganzen Konzertsaal mit Glück zu erfüllen. Es ist der größte Wunsch, den ich je hegte.

Ich wünsche allen Lieben einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möget Ihr genauso sehr von den Schlechten Dingen im Alten endgültig Abschied nehmen und Platz für das Gute in Eurem Alltag machen. Möget Ihr gesund und wohlauf sein und die alte Tugend der Jugend wiederentdecken: Die Begeisterungsfähigkeit. Denn sie ist es, die einem Dankbarkeit lehrt und das Leben mit funkelndem Licht füllt. Ich wünsche Euch, dass Ihr Liebe erfährt – so oft es geht und so vielartig, es geht. Mir fällt gerade nur ein Satz ein…

…Die Familie ist das Vaterland das Herzens…

Eure
Sherry