Ich weiß nicht, woran es liegt, dass an manchen Tagen oder in manchen Phasen, alles Übel aufeinmal kommt. Es geht nicht um einwenig Pech oder das tägliche “In Scheiße treten” – es geht um soviel mehr. Aber dennoch habe ich uns gestern beim Lachen erwischt. Vielleicht war es ein Lachen stellvertretend für all die Trauer, all die Wut, all das Geschrei, das eigentlich nötig gewesen wäre, um nur einen Bruchteil dessen loszuwerden, was uns Herz und Magen zuschnürt. Vielleicht ist es auch die Erkenntnis gewesen, dass wir nur einander haben. Der kleine Kreis Familie. Er und er gehören auch dazu, sie geben Halt und leiden ehrlich mit. Ihre Gedanken sind bei uns, alles ist bei uns. Aber an solchen Tagen gibt es keine Freunde mehr. So gut sie es mit einem meinen, sie sind weiter weg von meinem Leid-Herd, als es für den inneren Austausch möglich wäre. Deshalb bleibt der Mund zu. Auch ich bin zuweit weg. Aber das wird sich nicht ändern, denn ich habe hier zu bleiben. Bei den Anderen. Denn wir müssen heute das Leben verlachen und beweinen – in einem Kreis, in dem es keine “Anstands-Tränen” gibt.