Archiv für März, 2007
28.03.2007, 23:39
Hamkhuneh

~ Googoosh – Hamkhuneh ~

Hamkhuneye man ey Khodâ
Az man dige khasteh shodeh
Ketâbe Eshghe mâ dige
Khundeh shode
baste shode
Khuneh dige Jâye Ghame
Oon Dige dâre az man door mishe
In Khuneye ghashhange mâ
Dâre barâmun door mishe
Dâre barâmun goor mishe

Ey Dele man Ey Divuneh
Bezâr beram az in Khuneh
Ey Dele man Ey Divuneh
Bezâr beram az in Khuneh

Oon Daste garm o mehrabun
Ba daste man ghahre dige
Cheshmâye ghamginesh bâ man
Ghesseye shâdi nemige
Hamkhuneye man bâ Delam
Khiâle Sâzesh nadâre
Dasthâye mardunash dige
Meyle Navâzesh nadâre

Ey Dele man Ey Divuneh
Bezâr beram az in Khuneh
Ey Dele man Ey Divuneh
Bezâr beram az in Khuneh

Vaghti be Yade oon Ruzhâ
Booseh be Muhâsh mizanam
Saresh be Kâre khodeshe
Engâr na Engâr ke manam
Shab tâ mikhâm harf bezanam
Oon khodesho be Khâb zadeh
Oon mesle Ruzegar shode
Ye Ruz khube ye Ruz bade

Ey Dele man Ey Divuneh
Bezâr beram az in Khuneh
Ey Dele man Ey Divuneh
Bezâr beram az in Khuneh

:aua:

26.03.2007, 22:33
Faraway

Laut aufdrehen und sich reinfallen lassen. Dann versteht Ihr schon, was ich meine…

~ Apocalyptica – Faraway ~

Apocalyptica

13.03.2007, 23:34
Die Zeiten

~ Guns ‘N Roses – Dont’ Cry ~

Unsere Klassenfahrten damals waren immer ein Abenteuer. (Ich muss dabei immer an Otes denken) Und damit meine ich nicht das normale Abenteuerliche, sondern bei uns passierte immer irgendetwas Seltsames, das unsere Klasse damals heftiger zusammenschweißen ließ. Einer der Gründe, warum ich mich so sehr nach Schule sehne, sind genau diese Zeiten. Wenn man andere Klassen damals beobachtete, so sah man stets Grüppchenbildung. Die Bonzen waren untereinander, die Streber waren irgendwo in einer Ecke und versuchten, so unauffällig wie möglich zu sein, die Mädchen-Gangs waren unter sich und fanden Spaß daran, weniger püppiehafte Mitgenossinnen zu mobben etc.

Aber mit der Klasse 10.3 war das anders. Wir mussten uns ganze Holzbänke aus dem PZ und Schließfachraum zusammenlegen, damit wir auch ja alle zusammenhocken konnten. Ich werde die Pausen niemals vergessen. Ich war damals auf einer Ganztagsschule, deshalb hatten wir täglich die große 1 Stunde Pause. Entweder hingen wir die am Kicker rum und starteten Turniere um Bechereis oder Negerkussbrötchen – und die anderen jubelten und chillten um uns herum miteinander – oder aber wir lagen auf diesen zusammengestellten Bänken alle aufeinander. Ich werde niemals unser’n schwulen Türken-Teddy Erkan vergessen. Wir wussten schon alle, dass er schwul war, da wusste er es noch selbst nicht. Wie gern legten wir Mädchen uns auf ihn in der sicheren Gewissheit, er würde das nicht ausnutzen, weil er dabei einfach keine sexuellen Gefühle empfand? Mit Dirk, unserem Footballer, habe ich mir schon sinnlose Schlachten erlaubt, die dann so endeten, dass er mich auf eiskalt kopfüber auf seiner rechten Schulter trug, während ich brüllend und schreiend mit den Armen gegen seinen Rücken haute. Dini & Ich waren meistens im Partnerlook – man nannte uns die siamesischen Zwillinge. Ich war mit ihr immer Klassenbeste, aber immerwieder Problemkind wegen meiner Schwänzgewohnheiten und gelegentlichen Prügeleien mit den Asi-Tussi-Gängs (Grüße an “Chlodwig Power” *LOL*) und den Revolte-Plänen gegen Herr Knöfels gutgemeinte Diktatur.

Dini war die Ruhige, ich die Chaotische. Manchmal musste sie meine Hausaufgaben für mich machen – und sie tat es immer nur dann, wenn sie sicher war, dass ich den Stoff eigentlich intus hatte, aber “keine Zeit” hatte. Wusste sie, dass ich bei Mathe irgendwelche Probleme hatte, schüttelte sie immer ernst den Kopf und meinte “Nee, das müssen wir erst zusammen durchgehen, Sherry.” (Ach, Dini, ich liebe Dich.)

Unsere Klasse klebte zusammen; und ich wurde oft von allen “Klebstoff” genannt. “Sherry, Du bist unser Klebstoff…” – ich winkte das immer ab, aber insgeheim zersprang mein Herz vor purem Glück, wenn ich das von allen Seiten hörte. Ich hatte oft Tagträume, wie Papa uns die ganze Schule kauft & unsere ganze Familie und alle Familien meiner Klasse darin wohnen würden, ich wollte unbedingt dort leben, mit allen zusammen. Wände kritzelte ich voll mit den Namen unserer Klassenmitglieder – wieviele Herzchen & Liebesbekundungen wir einander auf dem WC-Klo schrieben, einander neckten, 10000 Umarmungen – völlig inflationär durch die Gegend geschmissen – und dennoch jede für sich ein Liebes- und Energieschub für die nächsten 3 Jahre. Ich liebte meine Klasse – und ja, ich liebte sogar Herr Knöfel und Frau Spekker, meine Klassenlehrer. Vor den großen Sommerferien umarmten wir sie, manchmal verloren wir ein paar Tränen. Auf Klassenfahrten gab sie uns Mädchen Gute Nacht Küsschen – und im Unterricht haute sie uns manchmal auch mit strenger, aber nicht fester Hand auf den Kopf. Uns machte es nichts aus, sie durfte das.

Einmal beschwerte sich Mustafa darüber, dass Frau Spekker handgreiflich würde – wir lachten ihn aus, denn sie wurde nie wirklich handgreiflich, sondern klapste uns und musste selber dabei schmunzeln. Aber sie nahm sich das wohl zu Herzen, denn ab da sagte sie immer mit einem zuckersüßen Lächeln: “Sherry, gibst Du Mustafa bitte mal eben einen Klaps auf den Hinterkopf?” “GERN!”, sagte ich und es geschah. Schallendes Gelächter – und Mustafa bettelte Frau Spekker an, dass sie ihn wieder hauen solle.. “Sherry hat kein Erbarmen! Bitte!”

Was waren das für Zeiten? Diese Zeiten waren so intensiv, dass ich heute noch mindestens 2 Mal im Monat von dieser Klasse träume; und von der letzten Zeit ganz zu schweigen, da träume ich fast jede Nacht von Schule.

Vorletzte Nacht hatte ich einen Traum, der mich bis jetzt noch traurig stimmt. Dini und Ich gehen durch den Schulhof und wollen zum Schulgebäude. Als wir davor stehen, stand statt unserer Schule ein Versicherungsgebäude da. Ich schaute fast 10 Minuten drauf und strengte meine Willenskraft an, um das Gebäude wieder in eine Schule umzuwandeln, aber es klappte nicht. Dini hielt mich schon fest an der Hand und sah mich traurig an. Ich sah sie stumm an und ließ mich auf der Stelle auf den Boden fallen. Mein Gesicht auf dem kalten Beton weinte ich und sagte “Sie haben uns die Schule geklaut. Sie haben sie kaputt gemacht… Wohin gehen wir jetzt, Dini? Sag’, wohin?” – Sie setzte sich zu mir und streichelte meinen Kopf, sah mich aus viel erwachseneren und weiseren Augen als die meinen an und sagte, dass es schon irgendwie weitergehe, wir würden schon irgendwo ankommen. Ich schluchzte – und wachte auch schluchzend auf.

Ich habe vor Kurzem noch jeden aus meiner Umgebung gefragt, was diese Träume von Schule zu bedeuten haben. Der letzte Traum darüber hat mir wohl die Antwort gegeben. Ich werde gezwungen, von etwas Abschied zu nehmen, das mich so sehr ausmachte, dass ich heute noch darunter leide, soetwas wie eine Abschlussfeier durchgemacht haben zu müssen. Die Schulzeit ist vorbei. Jene Zeiten, in denen wir uns wild aufeinanderschmissen und keine Luft mehr bekamen und dennoch die glücklichsten und stärksten Kinder der Welt waren, sind vorbei. Unsere mütterliche Frau Spekker unterrichtet schon ihre zweite, dritte Klasse nach uns – und wir sind ihr vielleicht nur Gesichter von Vielen. Unser Diktator Klassenlehrer ist zahm geworden. Wir sind erwachen geworden. Wir können in keine Schule(n) mehr einbrechen und ungestraft davon kommen. Keine Graffities, keine zerissenen Jeans, keine Guns ‘N Roses Lederjacke, keine Kritzeleien mit Edding an den Wänden, keine Zigaretten auf dem Klo, kein Negerkussbrötchen in der Pause. Die Zeiten sind vorbei. Die Zeiten sind vorbei. Eiskalt vorbei.

13.03.2007, 00:01
300 The Movie – The Truth
11.03.2007, 11:46
Eines Tages

Das hier ist alles. Meine Kindheit, Papa’s Kindheit, Opa’s Jugend.~ Alles ~ (Hier die Originalversion von ~ Banan – Bahare Delneshin ~)

Eines Tages werde ich wieder bei Dir sein…

Eines Tages

In einer jungen Nacht lief ich einen mondscheinweißen Hügel hoch und hoffte dort auf Erlösung. Ich stellte mir die Erlösung in sovielen, verschiedenen Formen und Farben vor, dass ich mich nicht entscheiden konnte, wie genau ich sie mir wünschen soll. Soll sie silbern sein wie der Mond? Gold wie die Sonne? Funkelnd wie die Augen eines Kindes oder die Sterne? Farbenschwanger wie ein alles umarmender Regenbogen – oder einfach nur erblindend wie die Liebe? Es waren jene Gedanken und Träume auf dem Weg zum hohen, mondscheinweißen Hügel, die mir die Kraft gaben, durchzuhalten. Meine Knie waren schon blutig von den Schürfungen, mein Mund trocken vor Durst.

Als ich endlich oben angekommen war, sah ich den Himmel. Er war frei. Keine Bäume, keine Gebäude versperrten ihm die Sicht. Der Trieb nach Geld ließ die Sterne nicht in Vergessenheit geraten. Keine noch so wichtige Karriere raubte dem Morgenduft das Liebesspiel zwischen Tautropfen und Blüten, kein technisches Poltern die weisen Lieder der Morgenvögel.

Ich erkannte, dass Erlösung Ablassen bedeutete. Die verkrampfte Faust des Festhaltens kraftlos zu öffnen und statt des kleinen Habes an die Hand anzuketten, das ganze Universum an sich laben lassen lassen. Ich erkannte, dass Erlösung Ablassen bedeutete. Einfach Ablassen.

Also ließ ich ab und sprang…

Erlösung in einer jungen Nacht

05.03.2007, 06:38
Luna Llena

Die Momente, an denen ich weder mich, noch das Leben in der Umgebung ernstnehme, sind die befreiendesten überhaupt. Kennt Ihr das auch? Ihr hört irgend ein ~ seltsames Lied ~ auf voller Lautstärke, das Euch ruckartig ins All schießt und Ihr alles von oben betrachtet – die Lichter der Welt erlischen, aufleuchten, erlischen, aufleuchten – bis man die Differenz, die an & aus Abstände nicht mehr sieht und alles nur noch hell ist, alles nur noch ein ganzes Organ, das pulsiert und nicht sterben kann, weil es jedesmal neue Manifestationen der Energie gibt. In solchen Augenblicken bekommt man kurz das Gefühl, das individuelle Leben sei völlig irrelevant, unwichtig – und somit jedes Wehwehchen auch. Alles konzentriert sich auf das Existieren an sich, bis auch das nicht mehr von Belang ist.

Neben tiefem Glück, der völligen Hingabe an einen reißenden Sturm im Fluss, einem Sprung ins Weltall, einer allumfassenden Umarmung – ist das einer der befriedigendsten Augenblicke überhaupt. Sobald man versucht, es zu greifen, verschwindet es, weil es wieder in Grenzen und separierten Gedankenmustern gepresst werden muss. Aber jedesmal, wenn ich das hier lese, werde ich wissen, was ich damit gemeint habe – und die Erinnerung ist es, die mich dann beruhigt.

Lune Llena