Die Momente, an denen ich weder mich, noch das Leben in der Umgebung ernstnehme, sind die befreiendesten überhaupt. Kennt Ihr das auch? Ihr hört irgend ein ~ seltsames Lied ~ auf voller Lautstärke, das Euch ruckartig ins All schießt und Ihr alles von oben betrachtet – die Lichter der Welt erlischen, aufleuchten, erlischen, aufleuchten – bis man die Differenz, die an & aus Abstände nicht mehr sieht und alles nur noch hell ist, alles nur noch ein ganzes Organ, das pulsiert und nicht sterben kann, weil es jedesmal neue Manifestationen der Energie gibt. In solchen Augenblicken bekommt man kurz das Gefühl, das individuelle Leben sei völlig irrelevant, unwichtig – und somit jedes Wehwehchen auch. Alles konzentriert sich auf das Existieren an sich, bis auch das nicht mehr von Belang ist.

Neben tiefem Glück, der völligen Hingabe an einen reißenden Sturm im Fluss, einem Sprung ins Weltall, einer allumfassenden Umarmung – ist das einer der befriedigendsten Augenblicke überhaupt. Sobald man versucht, es zu greifen, verschwindet es, weil es wieder in Grenzen und separierten Gedankenmustern gepresst werden muss. Aber jedesmal, wenn ich das hier lese, werde ich wissen, was ich damit gemeint habe – und die Erinnerung ist es, die mich dann beruhigt.

Lune Llena