In einer jungen Nacht lief ich einen mondscheinweißen Hügel hoch und hoffte dort auf Erlösung. Ich stellte mir die Erlösung in sovielen, verschiedenen Formen und Farben vor, dass ich mich nicht entscheiden konnte, wie genau ich sie mir wünschen soll. Soll sie silbern sein wie der Mond? Gold wie die Sonne? Funkelnd wie die Augen eines Kindes oder die Sterne? Farbenschwanger wie ein alles umarmender Regenbogen – oder einfach nur erblindend wie die Liebe? Es waren jene Gedanken und Träume auf dem Weg zum hohen, mondscheinweißen Hügel, die mir die Kraft gaben, durchzuhalten. Meine Knie waren schon blutig von den Schürfungen, mein Mund trocken vor Durst.
Als ich endlich oben angekommen war, sah ich den Himmel. Er war frei. Keine Bäume, keine Gebäude versperrten ihm die Sicht. Der Trieb nach Geld ließ die Sterne nicht in Vergessenheit geraten. Keine noch so wichtige Karriere raubte dem Morgenduft das Liebesspiel zwischen Tautropfen und Blüten, kein technisches Poltern die weisen Lieder der Morgenvögel.
Ich erkannte, dass Erlösung Ablassen bedeutete. Die verkrampfte Faust des Festhaltens kraftlos zu öffnen und statt des kleinen Habes an die Hand anzuketten, das ganze Universum an sich laben lassen lassen. Ich erkannte, dass Erlösung Ablassen bedeutete. Einfach Ablassen.
Also ließ ich ab und sprang…



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*seufz*
Los lassen ist manchma gar nicht so einfach…
Ja, weil Sterben gar nicht so einfach ist.
Khoda negahdaret-e
der smiley war unbeabsichtigt, ich weiß nicht, wieso er entstanden ist…. nicht dass du irritiert bist.
Irgendwie war ich schon so, bevor ich wusste, was “Sufis” überhaupt sind, Kakum.
@minah: Loslassen ist nie einfach. Man lässt schließlich von dem ab, woran man hängt.
@Sherry: Weisst Du, ich freue mich schon auf den Tag der Erlösung. Sovieles wird einem keine sorgen mehr breiten. Aber bis es soweit ist heisse ich Sorgen Willkommen.
Ram,
Du freust Dich wirklich auf den Tag, an dem Du sterben wirst? Sovieles wird Dir vielleicht keine Sorgen mehr bereiten, ja. Aber wie lebt man kurz vorher mit dem Gedanken, dass die Liebsten um einen herum unerträgliche Schmerzen durchhalten müssen bei dem Verlust? Allein das ist eine Sache, die mir richtig Sorgen bereitet. Geschweige denn, wenn ich an die Art und Weise des Sterbens denke.