Ich bin sehr wortkarg dieses Jahr für meine Verhältnisse. Das liegt daran, dass – je tiefer ich in der Scheiße sitze, desto weniger rede ich. Und wenn, dann nur verschleiert.

Vorhin wurde ich wieder schmerzerfüllte Zeugin der Mentalität in den “kühleren Regionen” dieser Welt, in der man so stolz darauf ist, “sein Ding” zu machen, “seinen Weg” zu gehen, sich “selbst” zu verwirklichen. Ich durfte wieder spüren, wie leicht es einigen fällt, über ein zerüttetes Herz hinwegzusehen, abzuschalten, auszuknipsen, wegzugehen. Ich habe wieder erleben dürfen, mit welcher Abfälligkeit man mich und meine Kultur wegen meiner starken Familiengebundenheit behandelte mit einer Geste, die ein paar auf die dämliche Fresse verdient hätte.

Das hier ist nicht nur nicht mein Land, das hier ist nicht mal meine Welt.