Ich bin sehr wortkarg dieses Jahr für meine Verhältnisse. Das liegt daran, dass – je tiefer ich in der Scheiße sitze, desto weniger rede ich. Und wenn, dann nur verschleiert.
Vorhin wurde ich wieder schmerzerfüllte Zeugin der Mentalität in den “kühleren Regionen” dieser Welt, in der man so stolz darauf ist, “sein Ding” zu machen, “seinen Weg” zu gehen, sich “selbst” zu verwirklichen. Ich durfte wieder spüren, wie leicht es einigen fällt, über ein zerüttetes Herz hinwegzusehen, abzuschalten, auszuknipsen, wegzugehen. Ich habe wieder erleben dürfen, mit welcher Abfälligkeit man mich und meine Kultur wegen meiner starken Familiengebundenheit behandelte mit einer Geste, die ein paar auf die dämliche Fresse verdient hätte.
Das hier ist nicht nur nicht mein Land, das hier ist nicht mal meine Welt.


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Habe grade wiedermal Sherrys Welt bekommen, die VERWIKLICHUNG gelesen. Danke..wollte fragen, ob ich ein oder 2 Texte von Dir erst mal auf der Bühne bei meinen Auftritten lesen darf???
Ich mache es dann zwischen 2 Songs, weise auf die Autorin und Herkunft.
Unser Publikum ist ja überwiegend Deutschsprachig und aus deinen Texten schreit etwas raus, was einen sehr berührt.
würde das echt gerne machen..:-)
Dir Energie und Zuverischt…
LG aus Bochum
Dr. HOPE
Omid jan,
kenne ich Dich irgendwoher? Wenn ja, dann müssen wir nochmal darüber reden (Ich fühle mich aber geehrt). Was machst Du für Musik, was für Auftritte sind das?
:)
Ah, Du bist bestimmt einer von den Tapesh Jungs, richtig?
ja abjim genauso fühle ich mich auch. salam ürbrigens.
ich kann nur den kopf darüber schütteln, wie familienfeindlich die menschen hier eingestellt sind und wie sie ihre doch sogenannte überlegenheit hochhalten und dabei aber jegliche tiefe und liebe nie erfahren.
Khoda negahdaret-e
Gott sei Dank habe ich gleich einen Tag danach von einer Bekannten dieser anderen Frau, bei der ich die Kotze gekriegt habe, ein schönes und warmes Erlebnis zu verdanken. Ich fühle mich inzwischen dennoch hier fremd, dabei habe ich mich in Deutschland mal bisschen wohl gefühlt.
…
Darf ich mich dann auch zu den “Menschen hier” zählen?
Das weß ich nicht, Grauwolf. Ich kenn’ Dich zuwenig, um zu wissen, wie Du diese Sache mit “Ich- und Die da-Abgrenzung” umgehst. Ich weiß nicht, inwieweit Du auch Verantwortung mit für einen Fremden nimmst, der Dich auf der Straße anspricht, weint und leidet. Ich habe keine Ahnung, wie Du in einer Situation reagierst, in der auf der Straße ein Mann seine Frau schlägt. Null Ahnung, Grauwolf, ob Du Dich in solchen Situationen von der Tendenz hier unterscheidest.
Ich bezog mich auf das da: “ich kann nur den kopf darüber schütteln, wie familienfeindlich die menschen hier eingestellt sind und wie sie ihre doch sogenannte überlegenheit hochhalten und dabei aber jegliche tiefe und liebe nie erfahren.”