Archiv für April, 2007
07.04.2007, 02:11
Sagtest Du nicht

Sagtest Du nicht,
die Zeiten,
in denen die Gräber
tiefer liegen
als die Hoffnung
in meiner Brust,
seien vorbei?

Sagtest Du nicht,
ich müsse niewieder
bewusst atmen,
mich jede Sekunde gewissenhaft
entsinnen, nach Luft zu schnappen,
um zu überleben?

Erzähltest Du mir nicht
von einer Welt, in der man
das im Schlafe tut, weil
der schwere Anker
dieses dunklen Samtes,
sich nicht so schwer in
Brüste und Rippen hakt?

Als Du mir von der Zukunft
ein Bild maltest
sahen wir darauf nicht
Menschen und Kinder Hand in Hand
strahlen?

Diese fremden, hellen Farben -
beschriebst Du sie nicht mit
“glücklich mit den Kindern tanzend”?

Sagtest Du mir nicht
dieses mir fremde Verziehen
des Mundes Richtung Himmel,
nennt man schlicht und einfach “Lachen”?
Sagtest Du nicht, auch ich
würde mit Augen und Lippen
dieses Spiel eines Tages mitspielen?

Unsere Hände sind nun trocken
und alt, Geliebter
Dein Traum wurde einst zu
meinem -
Doch jeder Atemzug ist
noch immer eine Last,
meine Mundwinkel zeigen nicht
gen helle Sonne (Wo überhaupt ist sie?)
Und meine Hoffnung
wird von all den tiefen Gräbern
gierig verschluckt

Sagtest Du nicht,
diese Zeiten seien vorbei?

Sagtest Du nicht?

05.04.2007, 01:15
Melancholische Sinnlichkeit

Ich habe mich verliebt…

Melancholische Sinnlichkeit

Ich höre gerade Chopin’s Prélude n°4 In E Minor und glaube, dass einem alten Freund dieses Stück gefallen hätte. Er versteht etwas von jenen Augenblicken im Leben, in denen man sich der Sinnesleere aller möglichen Wege bitter bewusst wird, aber dennoch die fremde Frau in seinem Bett so innig liebt, wie man eine Frau nur lieben kann – und das, obwohl man auch um die Sinnlosigkeit der Liebe weiß.

Kennt Ihr diese Nächte, in denen man halb hier, halb dort – fragt nicht wo – die Sätze immer mit einem “Ach… Weißt Du…” beginnt? Wie ziellos sie doch dann in einem matten Lächeln münden, diese halben Sätze und verstreuten Gefühle – und wie diese letztendlich mit einem Schluck Wein wieder in sich besiegelt werden. Mein alter Freund hätte dieses Gefühl verstanden. Sich der Sinnlosigkeit bewusst, doch noch alles gegeben. Nicht der Hoffnung Willen, sondern des Fühlens Willen, mit der Vergänglichkeit im Nacken.

Diese Zwei auf diesem Bild erleben so eine sinnlose Nacht. Es ist die schönste, intensivste und verzweifeltste Nacht ihres Lebens. Sie zeigt ihm ihre Liebe mit all ihrer Hingabe, mit allem, was sie hat – und er findet keine Worte, keine Gesten für sie, die ihr klarmachen könnten, wie tief er fühlt – also spielt er ihr sein Lied vor. Dieses sinnlose Lied, ich glaube es ist tatsächlich Chopin’s Prélude n°4 In E Minor. Ohne in solch’ einer Nacht einige Tode empfunden zu haben, hat man einfach nicht gelebt. Mein alter Freund hätte das verstanden…

Grand Piano

03.04.2007, 01:51
Stück Scheiße!

Dieser Haufen – bestehend aus vielen Stücken von Scheiße und nichts weiter als aus SCHEISSE – ist dazu berechtigt, in Länder einzumarschieren, Menschen zu ermorden, Frauen zu vergewaltigen und die amerikanische Flagge hochzuhalten, um dann selbstverliebt zu behaupten, sie haben den Barbaren die Demokratie gebracht. Wenn mir dieser Haufen einmal nur im Leben begegnen würde, nur ein einziges Mal… Ach, was rede ich hier. Die Welt ist ungerecht, also wird das nicht passieren. Bis dahin massakriere ich diese Bastarde in meinen Träumen.

02.04.2007, 15:21
Fast unbedeutend

Es ist nicht lange her, da habe ich Dich dabei erwischt, wie Du ganz ruhig wurdest. Ich fragte Dich “Was ist los, mein Schatz?” Du brauchtest etwas länger, um zu antworten. “Ich weiß nicht, Azizam. Immer, wenn ich das Anmeldefenster vom MSN sehe und Deinen Namen & Dein hübsches Gesicht darauf, dann werd’ ich so glücklich…” – Das ist so unverhofft und ehrlich gekommen, dass mir die Tränen in die Augen geschossen sind. Ich war so glücklich, Schatz. In so einem seltsamen Moment wegen einer fast unbedeutenden Sache – einem MSN Fenster.

Dooset Daram.

:herz: