Ich vermisse Dich. Wenn Du bald hier bist, will ich mit Dir Musik hören, soviel Musik hören, etwas trinken, vor Deinen Augen im Rausch aufgehen oder eingehen, tanzen und fallen, endlich den Schutz spüren, den ich all die letzten Wochen so dermaßen brauchte. Du weißt, ich bin ein großes, tapferes Mädchen. Stark und kämpferisch, wenn es sein muss. Trotz meiner viel zu weichen Ansichten und zerbrechlichen Glasblumen in mir, stehe ich wütend im Sturm da und biete jedem die Stirn, der es nur wagt, der es nur wagt, der es nur wagt, böse Absichten gegen uns zu denken.
Doch bei Dir… Bei Dir bin ich schwach und weine, jammere, wüte, schlage, lass mich fallen. Ich frage mich wirklich, wie Du mich erträgst. Ich frage mich das wirklich. Wenn Du öfter hier wärst, jede Nacht meine Wangen Deine Brust zum Gefährten hätten, wäre alles soviel einfacher. Aber bis dahin müssen wir noch einwenig ausharren, den ewigen Kampf des Lebens geschwächter führen. Verletzlicher führen.
Ohne Dich wäre ich schon längst nicht mehr ich. Die ganzen, letzten drei Jahre hätten mich verschlungen. Von mir wäre nichts mehr übriggeblieben. Nichts, nichts, nichts. Du selbst hast nach Allem immernoch nicht begriffen, aus welchem gelb-grünen, reißerischen Fluss Du mich in letzter Sekunde rausgezogen hast. Erinnerst Du Dich noch anfangs an Deinen Traum? Wie ich im Ozean versank, Du von der Klippe reingesprungen bist, um mich zu retten, es aber nicht geschafft hattest? Lass’ Dir gesagt sein, dass Du es vielleicht im Traum nicht geschafft hast, aber im richtigen Leben sehr wohl. Danke, mein Baby. Danke. Du bist verdammtnochmal ein Fels der Ruhe und der Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten.


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Ach Azizam,
einerseits bin ich immer so peinlich berührt, wenn ich sowas lese. Doch andererseits bin ich sehr glücklich, wenn Du sagst, dass Du Dich aus Deiner damaligen Situation herausgeholt fühlst, denn nur das war/ist für mich wichtig.
Es wird weiter aufwärts gehen. Den Weg gehen wir zusammen.
Ich liebe Dich…
Dein…
Na, Schatz… Gib’ doch zu, dass es auch gut tut, soetwas zu hören. Jeder Mensch braucht das. Der Eine mehr, der Andere weniger. Du bist ein recht selbstbewusster Mensch und brauchst soetwas weniger…