In schwierigen Zeiten neigt der Mensch dazu, einen Schritt aus sich hinauszugehen, um nicht in seine eigene Schablone zu passen. Die reißerischen Gefühle dürfen nicht alle Ebenen abdecken, sonst erstickt man. Ich frage mich, ob man bei so einer Art der “Verrückung” je wieder in seine ursprüngliche Ausgangsposition gelangen kann. Oder wird dieses künstliche Taubheitsgefühl immer einwenig bleiben und die Verrückung sich immer weiter entwickeln – wie ein stetiges “sich seiner selbst enteignen”?

Ein goldener Herbstnachmittag ist immernoch wunderschön, vorallem wenn seine Kälte Deine Seele einer anfangs unfreiwilligen und dann einer hingebungsvollen Reinigung unterzieht. Aber ist er noch markerschütternd? Zittere ich noch dabei? Füllen sich meine Augen mit Tränen, wenn ich die Schönheit betrachte? Stehe ich heute noch gedankenverloren an einer grünen Ampel, während alle verknotet durch den Verkehr gehen und träume von der Zukunft so, als würde sie mir gehören? Lächle ich? Sitze ich in der Bahn peinlich berührt darüber, dass ich mein Kichern nicht in den Griff kriege?

Ich glaube nicht mehr daran, dass solch eine Verrückung rückgängig gemacht werden kann. Heute weniger dennje. Ich gehöre mir einfach nicht mehr.