“Nicht, dass ich wirklich selbstmordgefährdet wäre, nein. Ich halte mir immer nur diese kleine Tür offen, damit ich im Tragen dieser sinnentleerten Tage einen Fluchtweg sehen kann. Einen, von dem ich weiß, dass ich ihn niemals nutzen darf, egal was passiert. Das Licht, das mich erreicht, wenn ich mir vorstelle, wie ich mich selbst von dieser nichtigen Existenz wegschlachte – wegschlachte wie ein Stück Vieh – und befreit meinen Schmerz ausblute, was ich bis jetzt in Überdosierungen wie grün-gelbe Galle durch meine Adern habe fließen lassen, ist unsagbar schwerelos und warm.

Nicht, dass ich wirklich selbstmordgefährdet wäre, nein. Doch der Gedanke daran ist einfach nur kraftspendend und befreiend. Ich könnte, wenn ich wollte. Wie gut, dass ich könnte, wenn ich wollte. Wenn Ihr wüsstet, was ich könnte, wenn ich wollte… Und dass ich könnte, wenn ich wollte, macht mich unschlagbar.

Der Abgrund ist mein bester Freund, er schaut lächelnd hoch zu mir. Nicht, dass ich wirklich selbstmordgefährdet wäre.”

Von einem Unbekannten,
der Alles hatte,
Alles verlor –
Aber Nichts mehr zurücklassen wollte.
Schon gar nicht sich…