Ich weiß nicht, wieviele Wörter ich in den letzten drei Monaten in dieses Blog geschrieben habe. Es waren weniger als sonst – aber dennoch so unsagbar viele, die um den Hauptschmerz herum gefaselt haben, dass ich mir schon fast wie eine Heuchlerin vorkomme. Kein Wunder, dass ich mehr male, als schreibe. Dass ich mehr weine, als schlafe. Ich werde dennoch weiterschweigen, mir bleibt nichts Anderes übrig, denn die Kraft versiegt immer mehr.
Letztens fragte mich eine Freundin: “Sherry, wie geht’s Dir?” – Als ich zur Antwort ansetzen wollte, redete sie einfach weiter und weiter. Ich schluckte den Kloß ungekaut wieder runter, den ich zum Antworten aufgestoßen hatte. Sie meinte es nicht böse, wirklich nicht, doch für mich, die sich endlich dazu überwinden wollte, zu reden, war’s ein Game Over für die nächsten Tage. Also bleibt mir wieder nichts weiter, als zu malen, anstatt zu reden – oder in Schleiern zu schreiben.
Das Bild heißt »Her Pain«. Es ist meine erste Kohlezeichnung. Mit Kohle lässt es sich für mich nicht gut malen. Leider. Deshalb werd’ ich das wahrscheinlich so schnell nicht wiederholen.

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Die letzten Tage habe ich mich nicht wirklich auf’s Malen konzentrieren können; noch nicht mal konnte ich Deine schöne Landschaft länger genießen.
Aber sie und die “Pastell-Kreide-Dame” empfind ich am schönsten, Azizam.
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Vielleicht hat Deine Freundin gespürt, dass Du keine Antwort bringen, wohl aber zusammenbrechen könntest?
Ich frage inzwischen so selten und nur noch wenige Personen, WIE es ihnen geht; weniger aus Egoismus als wegen Fürsorge. So eine Frage sorgt immer dafür, dass man mehr in die Seele blicken und ehrlich antworten muss. Die Antwort ertragen die meisten eh nicht, weder der Fragende noch der Gefragte.
Oder man nutzt es als Floskel, die nur ein uninteressiertes verlogenes ‘ach gut, dir?’ verlangt.
> Danke für Deinen Kommentar.
Ach Gott . Wie süß ist das denn so pink unter all dem Grau…!
Wieso willst du das so schnell nicht wiederholen? Ist doch sehr sehr gut geworden!
Ich habe früher selbst oft gezeichnet, habe mich aber eher auf Bleistift versteift. Von solch einer Kohle-Zeichnung, aus meiner Hand heraus entstanden, hätte ich nur träumen können.
Ich habe schon viele Hobby-Künstler gesehen, aber bei weitem nicht jeder schafft es eine Emotion in seinem Bild auszudrücken, die man, ohne den Titel des Werks zu wissen, “herauslesen” kann.
Man muss ja nicht immer malen. Ich dachte auch, ich habe gestern mein letztes Gemälde gemalt. Ich malte es in einem Anflug von Wut, Zorn, grüne Galle – und ich dachte: “Das war’s mit Malen.”… Aber heute fing ich auf die Bitte eines geliebten Menschen doch wieder an.
Ich bin mir sicher, sie hat es nicht extra gemacht, nicht bewusst und auch nicht zu meiner Schonung. Wenn der Impuls von mir, zu reden, da ist, so ist er richtig und muss aus-”gelebt” werden. Sie hätte mich nie bewusst abgewürgt. So kann man’s jedenfalls nicht rettend erklären. Aber es ist nicht schlimm. Für mich war’s leichter – aber nicht besser. You know.
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Ich traue mich einfach nicht an Aquarell. Es ist mir noch zu konturlos.
@Nigk,
erstmal schön, dass Du da bist. Echt. Also, ich habe nach 10 Jahren wieder mit dem Malen / Zeichnen begonnen. Es ist das Einzige, das mich gerade ablenkt und nicht von mir fordert, mich dabei “zu benehmen”. Mit Kohle bin ich sehr unsicher. Ich habe viele technische Fehler gemacht. Aber wenn die Emotion dabei rübergekommen ist, dann bin ich zufrieden. Scheiß auf Technik. Töhö.
Schatz also weissu wieso das Bild so stark wirken tut? Glaub das is dass der Kopf so gross is und alles dann bis zu den Händen kleiner wird. Weiss nich is das Absicht gewesen? Grosser Kopf = viel Gedanken und kleine Hände = wenig ändern können?
Die Absicht war, dass es einwenig “von oben” herab ist perspektivisch. Wie gesagt, ich habe bei der Zeichnung einige Fehler gemacht, einige konnte ich gerade noch korrigieren. Aber Perspektive und räumliches Denken ist nicht so meine Stärke. Hauptsache, das Gefühl kommt rüber.
Ich finde die von dir gewollte Perspektive ist erkennbar, wobei mir die Interpretation von Minah fast schon zu gut gefällt um sie als falsch abzustempeln. Sehr scharfsinnig.