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Komm’ her, Baby (Notebook) ich will tippen. Ich habe gerade die virtuelle Welt in der Hand. Ja, in der Hand. Ich könnte sie unter meinen Arm klemmen und mit ihr draußen eine Runde joggen gehen – sie passt in ein 11″ Display Asus, extra pink für Frau Sherry’s. Ich will jetzt tippen, aus purer Wut tippen. Heute werde ich mich zu zügeln suchen, aber ich werde tippen.

Ich dachte damals, diese Geschichten von “bösen Menschen”, falschen Freunden, Lästereien, Ehrlosigkeit, “Beste Freundin lässt sich vom Freund der besten Freundin poppen” seien nur Märchen – und man müsse nur gut und loyal genug zu seinen Mitmenschen sein, dann würde allein das Scham- und Schuldgefühl sie daran hindern, solche Dinge zu tun. Pustekuchen. Die Welt läuft völlig anders, und mit Mitte 20 bin ich dabei, es zu raffen. Man kann mit Liebe, Herzchen, Pink, Umarmungen, Einsatz, Aufopferung keine Welt verbessern. Man ist einfach nur ein kleines, elendes Mist-Glied im Gefüge der Welt, das dazu da ist, um diese Balance zwischen Scheiße und ehm Liebe (ehm!) aufrechtzuerhalten. Idealisten sind die erbärmlichsten und einsamsten Menschen, die ich kenne. Sie bleiben auf dem sinkenden Schiff stehen und gehen unter. Ihr scheiß Idealismus lässt ihnen nicht die Möglichkeit, abzuspringen, sich doch noch zu retten. Ihr scheiß Idealismus lässt sie bis zur letzten Sekunde hoffen, dass der Mensch an sich doch irgendwann aufspringen wird, aus der ihm “naturgegebenen” Nächstenliebe heraus mit seinem aufopfernden Körper ins reißerischer Meer stürzt, um den Idealsten doch noch zu retten. Idealisten, diese erbärmlichen scheiß Idealisten, krepieren schon weit vor ihrer Zeit. Irgendwann löst die Realität He-Man ab, Skeletor ist nicht immer der Verlierer – und schwarz und weiß nageln sich Tag und Nacht immerwiedermal, werfen einander weg und gehen ihres Weges, irgendwann kommt auch mal eine graue Masse raus, jedenfalls undefinierbar – rechts, links, oben, unten, kein Arsch weiß mehr, was gut und böse ist. Außer die armen Idealisten. Sie reichen Dir die Hand, machen große Augen, sagen “Alles wird gut!” – und wenn man ihnen nicht glaubt, legen sie Dir aus Mitleid noch ihr letztes Stück Brot auf die Hand und sagen wieder “Komm’, alles wird gut.”… Was dann? Man hackt ihnen die Hand ab, für das Stück Brot, haut ab – und der scheiß Idealist schreit vor Schmerzen auf und sagt noch “Nein, nicht schimpfen! So meinte er das doch nicht. Sein Kern ist gut!” – Erbärmliche Idealisten. Denen gehört doch echt mal in die Fresse getreten. (Freiwillige mögen sich bitte melden!)

Was ich sagen wollte? Wie gesagt. Sie krepieren, bevor sie die erste Schambehaarung aufweisen können. Irgendwann mit 30 Jahren sind sie so vergeistigt in ihren abstrakten, philosophischen Gedankenverrückungen, dass man sie nicht mal mehr normal ansprechen kann, ohne dass man ihnen nicht vorher mit einer Keule auf den Kopf haut. “Ja? Oh, hast Du etwas gesagt?” (Ja, verdammt. Wach’ AUF!)

Ungefähr mit 35 Jahren kommt der große Wutausbruch. Wenn die Umgebung Glück hat, ist es nur ein Sachschaden oder der wutentbrannte Idealist ist nicht nur seelisch, sondern auch körperlich autoaggressiv veranlagt und ballert sich den Kopf mit der Mauer zu (oder umgekehrt), sitzt paar Wochen in der Geschlossenen und gut ist. Hat die Umgebung Pech, endet es mit einem wohlverdienten Amoklauf. (“Metzelt sie nieder! Diese dreckige Menschenbrut muss verrecken, verrecken, verrecken!”) – Schwamm drüber.

Was ich sagen wollte ist, dass ich ein paar Jahre (10 Jahre, um genau zu sein) zu früh bin (wie immer. Meine Titten waren schon mit 11 die Welt am beglücken!), und dass man sich vor mir in Acht nehmen sollte. Big Bang Boom. Ich werd’ Euch dann ficken. Das Gehirn aus der Nase, aus den Ohren, aus dem Arsch ficken und Euch Euren scheiß Erzeugern vor die Nase setzen, damit sie sehen, was sie da eigentlich produziert haben. (Ich wollte mich doch zurückhalten, verdammt!)

Was meinte dieser Loser Esoteriker Wayne Dyers noch? Es sind nicht die anderen, die mir weh tun, sondern meine eigenen “Gedanken”. Lediglich meine eigenen Gedanken. Nur ich erschaffe also meine Welt, meinen Schmerz – niemand sonst ist daran beteiligt. Das heißt, ich interagiere mit mir. Weit und breit also niemand da, der mich beeinflusst. Ich, Ich, Ich bin also komplett isoliert von exogenen Faktoren, Descartés hat Recht, ich bin also auch ein super hübsches Topmodel, wenn ich will, reich und hab’ endlich meinen Führerschein. Richtig? Und drei Kühlfächer voll von Eis. Uh, Junge, Du bist so schlau. Wenn Du mir damit Mut machen wolltest, solltest Du erstmal darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn Du dem Menschen zusprichst, absolut unbeeinflusst zu sein von der Umgebung. Das heißt nämlich nichts Anderes als totale Isolation, Einsamkeit, Scheißhaufen ohne Fliegen. Vielen Dank auch, nein danke. Ich bin lieber Opfer der Umstände und mein eigenes Opfer, als nur mein eigenes Opfer. Ich hasse die Welt zwar, aber ich will nicht ohne sie sein. OK?

Die Wut verfliegt langsam. Ich bitte um Entschuldigung, denn jetzt, wo ich wieder alles rausgekotzt habe, stehe ich nackt hier, mal’ so vor mich hin, alles ist schön schwarz bis feuer-grau, die Liebe pocht wieder, der Idealist in mir wird sich morgen mit zehn besonders guten Taten rächen und sich wieder in mir einverleiben, die Amokläufe bleiben aus, weil ich schreiben kann – und ich werde auch keine Glastüren zertreten so wie damals mit 16, als… das ist wieder eine andere Geschichte. Ich möchte meinen extrem nachvollziehbaren Beitrag eigentlich nur mit diesem Gedicht abrunden, weil ich diesen kranken Sack Kafka so liebe. Er bringt es auf den Punkt, er bringt es auf den Punkt. Die Information, dass ich in der Hölle lebe, ist nur eine Information. Wie sie sich anfühlt, meine Hölle, kann niemand wissen. Ich hoffe ja immernoch, dass eine Seele anschwirrt, mal durch mich durch geht, sich bis auf die Haut verbrennen lässt, einmal meinen Schrei schreit, damit überhaupt jemand einmal für mich geschrien hat. wieder rausgeht, ohnmächtig zu Boden kippt, ich ihn auffange, meine Wange auf seine Brust lege, ihn dafür liebe, dass er in mir war – wirklich in mir war – bei ihm bleibe, mit ihm sterbe, endlich frei sein werde… Stop! Hier das Gedicht:

Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst,
was weißt Du von den Schmerzen,
die in mir sind
und was weiß ich von den Deinen.
Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde
und weinen und erzählen würde,
was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle,
wenn Dir jemand erzählt,
sie ist heiß und fürchterlich.

Schon darum sollten wir Menschen
voreinander so ehrfürchtig,
so nachdenklich,
so liebend stehn’
wie vor dem Eingang zur Hölle…

Achso, und das hier habe ich vorhin gemalt und so. Peace.