Du kleine, dreckige Missgeburt. Du wirst niewieder so mit meiner Mutter reden. Na? Sitzt Du immernoch dort mit den Beamten und pisst Dir ins Höschen? Derweil habe ich mich schon mit Deinen Vorgesetzten unterhalten, die sich bei mir 10000 Mal entschuldigt haben.
Tatort Postfiliale. Vorhin geschah Folgendes.
Ich sitze am Tisch, hatte mich fett ausgebreitet – meine Gedankenkleckse flatschten schon auf die große Pappe. Ich war zufrieden. Das Telefon klingelt, ich gehe ran. Meine Mama war total aufgebracht:
“Ich gehe niewieder zur Post! Niewieder! Deine Pakete bringst Du selber weg, Sherry!” – wer Mama kennt, weiß, dass diese Art der Lautstärke bei ihr nicht Wut war, sondern ein blutendes Herz.
“Mama, was ist passiert?” – ich war schon wütend. Ich war schon wütend, bevor ich wusste, was passiert war.
“Ich war dort bei der Post” (so langsam hörte ich sie schluchzen) – “und wie Du sagtest, habe ich der Frau am Schalter die Adresse vom Päckchen gegeben, damit sie sie aufschreibt.” (Anmerkung: Ich hatte sie darum gebeten, die Adresse auf das Etikett aufschreiben zu lassen, weil ihre rechte Hand schmerzte und ich nicht wollte, dass das Päckchen sein Ziel nicht erreicht, nur weil die Schrift unlerserlich war)
“Und dann?”, atmete ich schwer. (So ist Sherry kurz vor der Explosion)
“Sie hat gesagt, ich soll deutsch lernen gehen. Ich soll deutsch lernen gehn’ oder jemanden finden, der das für mich tut und mir das aufschreibt, sie habe keine Zeit.” – (Ich knirschte mit den Zähnen) – Ich dachte, das sei alles gewesen, also legte ich schon auf, wollte mich anziehen und zur Post. “Ich fick’ die dreckige Missgeburt tot.”, hab’ ich nur gedacht.
Das Handy klingelte. Ich ging ran.
“Ja?”, rief ich rein.
“Warum legst Du auf? Ich war noch nicht fertig.” – Mama’s Stimme zitterte.
“Ist da nochwas gewesen?”, fragte ich wieder ruhig mit knirschenden Zähnen bis hin in mein Gehirn.
“Ja.”, sagte sie geknickt. “Ich bin zum anderen Schalter gegangen. Da war eine andere Frau. Und ich dachte, sie sei netter.” – Ich wurde wütend.
“Mama…”, ich hielt mich zurück.
“Ja, ich weiß. Ich hätte nicht mehr fragen müssen. Aber… Und sie hat genau das Selbe gesagt. Sie hat das Selbe gesagt und dann haben sie mich ausgelacht. Sie dachten, nur weil ich einen Akzent habe, sei ich dumm oder könne kein Deutsch. Sie haben gesagt, ich soll Deutsch lernen gehen.” (Ich hab’ nur gehofft, dass Papa das jetzt nicht mitbekommt.)
“WAS haben die gesagt, Mama?” – ich wurde ungehalten.
“Ja… Ich solle deutsch lernen gehen. Sie haben mich einfach ausgelacht. Ich verstehe das nicht, Sherry. Wieso sind die so?” – jetzt fing sie an, zu weinen.
“Mama!”, sagte ich hart.
“Mama, ich ziehe mich an. Ist meine Schwester da?”
“Ja, sie ist da. Sie zieht sich auch gerade an, sie will dahin.”
“Oke, wir gehen zusammen. Sag’ ihr das. Bin in 5 Minuten unten.”
Unten wartete meine Schwester schon auf mich. Sie war wütend, aber ich hatte schon Mordgedanken.
“Hast Du das Päckchen mit, Shasha?”, fragte ich.
“Ja, natürlich.”
“Super. Das schmeiß’ ich der noch in die Fresse.”
Wir gingen zielstrebig zur Filiale. Als wir ankamen am Schaltern, klatschte ich mein Päckchen drauf, füllte das Formblatt zum Aufkleben drauf und zahlte. Dann kam meine Frage:
“Wer bitte ist Frau W.? Können Sie sie mir bitte mal zeigen?”, fragte ich.
Die Dame am Schalter zeigte auf genau jene Fresse, die ich – seit ich sie bei der Post kenne – unerträglich fand. Ich wusste, dass es sich um diese Fresse handelte. Ich wusste es schon vorher und freute mich, es dieser Fresse zu zeigen. Dieser faschistischen Fresse, der die braune Scheiße schon aus der Nase rausquillt. Kalte Augen, durchdringend, gemein. Eine Falte unter’m fliehenden Kinn, die vor ein paar Monaten noch mit Fett gefüllt war. Die sonst käsige, picklige Haut war inzwischen sonnenbankgebräunt – die Pickel waren aber immernoch da. Sie war nicht mehr dick, aber ihre Konsistenz glich der einer Puddingwampe im Fall auf den Bordstein. Jedesmal, wenn sie irgendwo gegen stieß, hatte man das Gefühl, gleich “FLATSCH” zu hören. Sie war nicht auffällig hässlich, zumal ich solchen Attribute nicht einmal wirklich Beachtung schenkte, wenn Augen strahlen – aber bei ihr war es so, dass Ihr Äußeres ihre innere Hässlichkeit und ihren Armut unterstrich.
Ich ging auf sie zu und meinte:
“Frau W?” (Meine Schwester stand neben mir)
“Ja, bitte?”
Ich lächelte. Ich dachte nur: Da ist sie.
“Frau W. Sie haben meine Mutter beleidigt.”, sagte ich in hartem Ton.
“Ich habe Ihre Mutter nicht beleidigt.”, antwortete sie noch härter und wurde auch etwas lauter.
“Woher wisse Sie, von wem ich rede, Frau W.?”, fragte ich mit zugeneigtem Kopf. Die Leute standen noch in der Schlange.
“Ich möchte Kunden bedienen, gehen Sie bitte.”
“Ich bin eine Kundin, Frau W. Und ich gebe Ihnen 2 Tage Zeit, sich bei meiner Mutter schriftlich zu entschuldigen.”
Die Wampe wurde rot, wollte aber ein unterkühltes Verhalten an den Tag legen, sah einwenig schizophren und unglaubwürdig aus. Also schaute ich sie fest an und hob eine Augenbraue. Und gegen eine hochgehobene Augenbraue von mir sieht einfach jeder, wirklich jeder, ARM aus.
“Ich habe Ihre Mutter…”
“Stop! Sie sind jetzt ruhig. ICH sage Ihnen jetzt, was Sie alles getan haben.
“Blablabla”
“Ruhe, sagte ich. Wenn ich Sie unterbreche, bleiben Sie ruhig.” (Den Spruch habe ich gestern noch bei StudiVZ gelesen und habe ihn natürlich sofort – ganz unbewusst angewandt. Meine Stimme wurde laut, die Leute guckten, die andere Missgestalt, die meine Mutter das 2. Mal weggeschickt hatte, wollte einlenken.
“Hallo! Kann ich bitte Kunden bedienen?”
“Sie sind jetzt still. SIE und Kunden bedienen – dass ich nicht lache. Sie hatten vorhin die Möglichkeit, eine Kundin entsprechend zu bedienen, aber sie haben Sie rausgeekelt mit Ihrer rassistischen Beleidigung. Ich bleibe jetzt hier, und meine Lautstärke hängt von der Bereitschaft Fau W’s ab, mit mir zu reden. Ist das klar? Danke.”
Ich schaute wieder rüber zu Frau W., die im Begriff war, zu gehen.
“Abhauen geht nicht, Frau W. Sie bleiben jetzt hier und reden mit mir.”
“Ich tu’ gar nichts.”
“Doch, tun Sie. Sonst haben Sie a) die Polizei gleich am Hals, b) eine Anzeige wegen Beleidigung nach StGb § 185 und Folgende, c) haben Sie einen dicken Artikel in unserem Online Magazin am Hals, in der ich Postfiliale, Ihren Namen und Ihr rassistisches Verhalten veröffentlichen werde. Ist das klar?
Sie winkte ab, wollte völlig unbeeindruckt wirken, aber ihr wabbelndes Kinn zitterte jetzt noch mehr und ihre Augen wurden rot unterlaufen. Fettes Monster.
“Haben Sie mich verstanden, Frau W.?”
“Ich rede kein Wort mehr mit Ihnen.”
“Wie heißt Ihr Vorgesetzter?”, fragte ich laut und hart.
“ICH bin hier die Filialleiterin.”
“Umso besser, Frau W. Dann haben Sie ja noch mehr zu verlieren, als ich dachte. Ich will irgendeinen Vorgesetzten von Ihnen. Name, Adresse, Telefonnummer. Sie sind sicherlich nicht der Big Boss der Post AG.”
Sie schmiss mir eine Karte rüber, doch da war die normale DHL Hotline zu sehen.
“Verarschen lasse ich mich nicht, Frau W.”, sagte ich. “Ihren Vorgesetzten. Jetzt. Danke. Ich werde Sie auch wegen rassistischen Äußerungen vor Gericht ziehen, dass das klar ist. Die Post hat einen Ruf zu verlieren, wenn Sie sich nicht selber entschuldigen.”
“Ich entschuldige mich nicht! Gehen Sie raus.”, sie verzog sich in eine andere Ecke.
“Sie kommen jetzt zurück und reden mit mir. Ist_das_klar? Sie bewegen sich hier an den Schalter und betreuen eine Kundin oder ich rufe jetzt umgehend die Polizei.”
Sie glaubte mir nicht. Sie meinte, ich solle verschwinden. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und sagte: “Sie haben jetzt noch die Möglichkeit, hierhin zu kommen und zu allem zu stehen, was Sie heute veranstaltet haben.” – Ihre dämliche Kollegin sah total geschockt aus. Ihr Gesichtsausdruck hat 1000 Gedanken entblößt, die ich sofort aufgegriffen habe.
“Natürlich gehören Sie dazu. Auch Sie werde ich anzeigen. Aber ich dachte, ich spreche erstmal Ihr Alpha-Männchen an, von dem Sie sich immer so gerne leiten lassen, Frau So und So.”
Frau W. wurde sauer. Sich dessen bewusst, dass egal, was sie tat, sie immer dieses Männliche, Grobe ausstrahlen würde und ich das auch noch zum Ausdruck brachte, machte sie fertig. Sie kam zurück zum Schalter, um mir nochmal zu sagen, ich solle verschwinden, sonst würde sie die Polizei rufen. Meine Schwester warf auch noch einige Dinge ein, aber ich weiß ehrlichgesagt nicht mehr was, denn ich war total auf sie konzentriert. Ich lachte, nahm mein Handy und rief die Polizei an.
“Polizei.”
“Ja, hallo. Wir haben ein Problem. Hier ist eine Dame, die meine Mutter rassistisch beleidigt hat. In der Postfiliale, Adresse, blah. Wir warten hier auf Sie, damit wir die Sache geklärt kriegen.”
“Oke, wir sind gleich da.”
Ich sah sie triumphierend an.
“Ups, ich war schneller, Frau W.”, sah ich sie fest an.
“Und Sie machen hier nicht zu, bis die Polizei da war. Feierabend gibt’s heute nicht so schnell.”
Meine Schwester und ich lachten. Wir gingen raus vor die Tür, weil wir die Polizei zuerst abfangen wollten. Ich rief Mama derweil an und sagte, was geschah. Sie musste plötzlich lachen und meinte “Ich komme gleich, ich bin immerhin die Betroffene.” – Mama und Polizei kamen zeitgleich an. Wir redeten mit den Beamten, ich rasselte sie voll, interpretierte ihre Gesetze (LOL) und erstattete Anzeige. Die seelische Missgestalt wollte die Tür zumachen, die Filiale schließen, als der Beamte laut sagte “Ey, wir sind noch nicht fertig. Wir kommen gleich zu Ihnen.”
Auf dem Rückweg waren wir sehr gut gelaunt. Sie wird mindestens 2 Wochen nicht schlafen können. Sehr gut möglich, dass unsere Anzeige von der Staatsanwaltschaft abgewiesen wird, weil sie zu “belanglos” ist, aber dennoch: Wir haben ihr ihren Tag gänzlich versaut, sie wird 2 Wochen darüber nachdenken, was denn jetzt passiert, wenn das vor Gericht geht. Ich habe zur Sicherheit vorhin noch bei der Post AG angerufen und habe den Fall geschildert. Ich habe gesagt, dass ich darauf verzichten möchte, eine Sammelklage zu organisieren, weil viele ausländische Menschen in unserer Siedlung schon beleidigt worden sind von ihr. Und ich habe ihm gesagt, dass ich in einem Magazin arbeite und darüber einen bösen Artikel schreiben muss, wenn da nichts geschieht – was mir sehr Leid tun würde, weil Sie ja eigentlich nichts dafür können, aber sich bitte darum zu bemühen haben, die richtige Auswahl ihrer Mitarbeiter zu treffen, denn immerhin agiert sie ja in Namen dieser Firma. Der Vorstand gab mir jedenfalls Recht und entschuldigte sich tausend Mal. Er meinte: “Wir werden uns darum kümmern, versprochen. Einmal bekommen Sie nochmal Post und die Filialleiterin der Stelle wird von uns hören. So geht das natürlich nicht.”
Ich war zufrieden, rief Mama an, erzählte ihr das und registrierte erleichtert, dass sie ganz vergnügt war. Sie meinte: “Ich bin so froh, dass ich solche Kinder habe. Ich bin so froh, dass Ihr nicht erlaubt, dass auch nur irgendwer ein Haar des Anderen krümmt…”
Ja, so ist es. Ab heute wird sie nicht nur nicht unfreundlich sein zu “Kanacken”, sondern jedem Einzelnen die Eier lutschen. Punkt. Seelische Missgeburt.


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Sherry,
ich schicke meine Pakete fast nur noch mit Hermes.
Die haben glaube ich auch in allen Kleinstädten eine Filliale und zwar keine Eigenen (so wie du post) sondern in Kioske, Läden, etc.
Erkundige dich mal auf Hermes Paketdienste webseite.
1) Günstiger
2) Alle Pakete / Päckchen sind versichert (Bei der Post sind nur die teureren Pakete versichert)
p.s. hast es der dummen Nazibraut gezeigt.
Ich hätte wahrscheinlich den unintelligenten Weg gewählt und die Post aufgemischt, wenn sie es mit meiner Mutter gemacht hätte. Denn bei Mutter, Vater und Bruder vergesse ich meine gute Erziehung und scheisse auf die Konsequenzen und auf Polizei und sonstwas.
Du hast aber den richtigen Weg gewählt.
Proud of you.
Sollte “So wie die Post” heissen und nicht “so wie du post” . Sorry , habe mich vertippt
Ach, Arashi. Ich hatte Dir schon privat gesagt, dass ich eigentlich total ungehalten bin bei solchen Situationen. Ich bin auch ziemlich laut geworden und habe den Betrieb dort richtig aufgehalten. Aber ich wollte unbedingt gewinnen. Ich wollte nicht, dass sie alle am Ende sagen: “Aha, Ausländerin. Soso, handgreiflich. Oke, die kann man anzeigen.” – Die dreckige Missgeburt hatte Mama zum Weinen gebracht. Aber ich habe Mama danach zum AUSLACHEN gebracht. Sie war total vergnügt. Hätte ich das getan, was ich tun wollte (ihr direkt mit der Faust in die Fresse fahren!), dann hätte Mama wieder geweint. Ich bin selber erstaunt. Aber es geht in Deutschland nicht anders. Anders kommt man nicht durch…
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Hermes – ach, die sind zwar nett, aber die finden manchmal Adressen nicht und brauchen deshalb länger.
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Danke, Arashi…