Du kleine, dreckige Missgeburt. Du wirst niewieder so mit meiner Mutter reden. Na? Sitzt Du immernoch dort mit den Beamten und pisst Dir ins Höschen? Derweil habe ich mich schon mit Deinen Vorgesetzten unterhalten, die sich bei mir 10000 Mal entschuldigt haben.
Tatort Postfiliale. Vorhin geschah Folgendes.
Ich sitze am Tisch, hatte mich fett ausgebreitet – meine Gedankenkleckse flatschten schon auf die große Pappe. Ich war zufrieden. Das Telefon klingelt, ich gehe ran. Meine Mama war total aufgebracht:
“Ich gehe niewieder zur Post! Niewieder! Deine Pakete bringst Du selber weg, Sherry!” – wer Mama kennt, weiß, dass diese Art der Lautstärke bei ihr nicht Wut war, sondern ein blutendes Herz.
“Mama, was ist passiert?” – ich war schon wütend. Ich war schon wütend, bevor ich wusste, was passiert war.
“Ich war dort bei der Post” (so langsam hörte ich sie schluchzen) – “und wie Du sagtest, habe ich der Frau am Schalter die Adresse vom Päckchen gegeben, damit sie sie aufschreibt.” (Anmerkung: Ich hatte sie darum gebeten, die Adresse auf das Etikett aufschreiben zu lassen, weil ihre rechte Hand schmerzte und ich nicht wollte, dass das Päckchen sein Ziel nicht erreicht, nur weil die Schrift unlerserlich war)
“Und dann?”, atmete ich schwer. (So ist Sherry kurz vor der Explosion)
“Sie hat gesagt, ich soll deutsch lernen gehen. Ich soll deutsch lernen gehn’ oder jemanden finden, der das für mich tut und mir das aufschreibt, sie habe keine Zeit.” – (Ich knirschte mit den Zähnen) – Ich dachte, das sei alles gewesen, also legte ich schon auf, wollte mich anziehen und zur Post. “Ich fick’ die dreckige Missgeburt tot.”, hab’ ich nur gedacht.
Das Handy klingelte. Ich ging ran.
“Ja?”, rief ich rein.
“Warum legst Du auf? Ich war noch nicht fertig.” – Mama’s Stimme zitterte.
“Ist da nochwas gewesen?”, fragte ich wieder ruhig mit knirschenden Zähnen bis hin in mein Gehirn.
“Ja.”, sagte sie geknickt. “Ich bin zum anderen Schalter gegangen. Da war eine andere Frau. Und ich dachte, sie sei netter.” – Ich wurde wütend.
“Mama…”, ich hielt mich zurück.
“Ja, ich weiß. Ich hätte nicht mehr fragen müssen. Aber… Und sie hat genau das Selbe gesagt. Sie hat das Selbe gesagt und dann haben sie mich ausgelacht. Sie dachten, nur weil ich einen Akzent habe, sei ich dumm oder könne kein Deutsch. Sie haben gesagt, ich soll Deutsch lernen gehen.” (Ich hab’ nur gehofft, dass Papa das jetzt nicht mitbekommt.)
“WAS haben die gesagt, Mama?” – ich wurde ungehalten.
“Ja… Ich solle deutsch lernen gehen. Sie haben mich einfach ausgelacht. Ich verstehe das nicht, Sherry. Wieso sind die so?” – jetzt fing sie an, zu weinen.
“Mama!”, sagte ich hart.
“Mama, ich ziehe mich an. Ist meine Schwester da?”
“Ja, sie ist da. Sie zieht sich auch gerade an, sie will dahin.”
“Oke, wir gehen zusammen. Sag’ ihr das. Bin in 5 Minuten unten.”
Unten wartete meine Schwester schon auf mich. Sie war wütend, aber ich hatte schon Mordgedanken.
“Hast Du das Päckchen mit, Shasha?”, fragte ich.
“Ja, natürlich.”
“Super. Das schmeiß’ ich der noch in die Fresse.”
Wir gingen zielstrebig zur Filiale. Als wir ankamen am Schaltern, klatschte ich mein Päckchen drauf, füllte das Formblatt zum Aufkleben drauf und zahlte. Dann kam meine Frage:
“Wer bitte ist Frau W.? Können Sie sie mir bitte mal zeigen?”, fragte ich.
Die Dame am Schalter zeigte auf genau jene Fresse, die ich – seit ich sie bei der Post kenne – unerträglich fand. Ich wusste, dass es sich um diese Fresse handelte. Ich wusste es schon vorher und freute mich, es dieser Fresse zu zeigen. Dieser faschistischen Fresse, der die braune Scheiße schon aus der Nase rausquillt. Kalte Augen, durchdringend, gemein. Eine Falte unter’m fliehenden Kinn, die vor ein paar Monaten noch mit Fett gefüllt war. Die sonst käsige, picklige Haut war inzwischen sonnenbankgebräunt – die Pickel waren aber immernoch da. Sie war nicht mehr dick, aber ihre Konsistenz glich der einer Puddingwampe im Fall auf den Bordstein. Jedesmal, wenn sie irgendwo gegen stieß, hatte man das Gefühl, gleich “FLATSCH” zu hören. Sie war nicht auffällig hässlich, zumal ich solchen Attribute nicht einmal wirklich Beachtung schenkte, wenn Augen strahlen – aber bei ihr war es so, dass Ihr Äußeres ihre innere Hässlichkeit und ihren Armut unterstrich.
Ich ging auf sie zu und meinte:
“Frau W?” (Meine Schwester stand neben mir)
“Ja, bitte?”
Ich lächelte. Ich dachte nur: Da ist sie.
“Frau W. Sie haben meine Mutter beleidigt.”, sagte ich in hartem Ton.
“Ich habe Ihre Mutter nicht beleidigt.”, antwortete sie noch härter und wurde auch etwas lauter.
“Woher wisse Sie, von wem ich rede, Frau W.?”, fragte ich mit zugeneigtem Kopf. Die Leute standen noch in der Schlange.
“Ich möchte Kunden bedienen, gehen Sie bitte.”
“Ich bin eine Kundin, Frau W. Und ich gebe Ihnen 2 Tage Zeit, sich bei meiner Mutter schriftlich zu entschuldigen.”
Die Wampe wurde rot, wollte aber ein unterkühltes Verhalten an den Tag legen, sah einwenig schizophren und unglaubwürdig aus. Also schaute ich sie fest an und hob eine Augenbraue. Und gegen eine hochgehobene Augenbraue von mir sieht einfach jeder, wirklich jeder, ARM aus.
“Ich habe Ihre Mutter…”
“Stop! Sie sind jetzt ruhig. ICH sage Ihnen jetzt, was Sie alles getan haben.
“Blablabla”
“Ruhe, sagte ich. Wenn ich Sie unterbreche, bleiben Sie ruhig.” (Den Spruch habe ich gestern noch bei StudiVZ gelesen und habe ihn natürlich sofort – ganz unbewusst angewandt. Meine Stimme wurde laut, die Leute guckten, die andere Missgestalt, die meine Mutter das 2. Mal weggeschickt hatte, wollte einlenken.
“Hallo! Kann ich bitte Kunden bedienen?”
“Sie sind jetzt still. SIE und Kunden bedienen – dass ich nicht lache. Sie hatten vorhin die Möglichkeit, eine Kundin entsprechend zu bedienen, aber sie haben Sie rausgeekelt mit Ihrer rassistischen Beleidigung. Ich bleibe jetzt hier, und meine Lautstärke hängt von der Bereitschaft Fau W’s ab, mit mir zu reden. Ist das klar? Danke.”
Ich schaute wieder rüber zu Frau W., die im Begriff war, zu gehen.
“Abhauen geht nicht, Frau W. Sie bleiben jetzt hier und reden mit mir.”
“Ich tu’ gar nichts.”
“Doch, tun Sie. Sonst haben Sie a) die Polizei gleich am Hals, b) eine Anzeige wegen Beleidigung nach StGb § 185 und Folgende, c) haben Sie einen dicken Artikel in unserem Online Magazin am Hals, in der ich Postfiliale, Ihren Namen und Ihr rassistisches Verhalten veröffentlichen werde. Ist das klar?
Sie winkte ab, wollte völlig unbeeindruckt wirken, aber ihr wabbelndes Kinn zitterte jetzt noch mehr und ihre Augen wurden rot unterlaufen. Fettes Monster.
“Haben Sie mich verstanden, Frau W.?”
“Ich rede kein Wort mehr mit Ihnen.”
“Wie heißt Ihr Vorgesetzter?”, fragte ich laut und hart.
“ICH bin hier die Filialleiterin.”
“Umso besser, Frau W. Dann haben Sie ja noch mehr zu verlieren, als ich dachte. Ich will irgendeinen Vorgesetzten von Ihnen. Name, Adresse, Telefonnummer. Sie sind sicherlich nicht der Big Boss der Post AG.”
Sie schmiss mir eine Karte rüber, doch da war die normale DHL Hotline zu sehen.
“Verarschen lasse ich mich nicht, Frau W.”, sagte ich. “Ihren Vorgesetzten. Jetzt. Danke. Ich werde Sie auch wegen rassistischen Äußerungen vor Gericht ziehen, dass das klar ist. Die Post hat einen Ruf zu verlieren, wenn Sie sich nicht selber entschuldigen.”
“Ich entschuldige mich nicht! Gehen Sie raus.”, sie verzog sich in eine andere Ecke.
“Sie kommen jetzt zurück und reden mit mir. Ist_das_klar? Sie bewegen sich hier an den Schalter und betreuen eine Kundin oder ich rufe jetzt umgehend die Polizei.”
Sie glaubte mir nicht. Sie meinte, ich solle verschwinden. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und sagte: “Sie haben jetzt noch die Möglichkeit, hierhin zu kommen und zu allem zu stehen, was Sie heute veranstaltet haben.” – Ihre dämliche Kollegin sah total geschockt aus. Ihr Gesichtsausdruck hat 1000 Gedanken entblößt, die ich sofort aufgegriffen habe.
“Natürlich gehören Sie dazu. Auch Sie werde ich anzeigen. Aber ich dachte, ich spreche erstmal Ihr Alpha-Männchen an, von dem Sie sich immer so gerne leiten lassen, Frau So und So.”
Frau W. wurde sauer. Sich dessen bewusst, dass egal, was sie tat, sie immer dieses Männliche, Grobe ausstrahlen würde und ich das auch noch zum Ausdruck brachte, machte sie fertig. Sie kam zurück zum Schalter, um mir nochmal zu sagen, ich solle verschwinden, sonst würde sie die Polizei rufen. Meine Schwester warf auch noch einige Dinge ein, aber ich weiß ehrlichgesagt nicht mehr was, denn ich war total auf sie konzentriert. Ich lachte, nahm mein Handy und rief die Polizei an.
“Polizei.”
“Ja, hallo. Wir haben ein Problem. Hier ist eine Dame, die meine Mutter rassistisch beleidigt hat. In der Postfiliale, Adresse, blah. Wir warten hier auf Sie, damit wir die Sache geklärt kriegen.”
“Oke, wir sind gleich da.”
Ich sah sie triumphierend an.
“Ups, ich war schneller, Frau W.”, sah ich sie fest an.
“Und Sie machen hier nicht zu, bis die Polizei da war. Feierabend gibt’s heute nicht so schnell.”
Meine Schwester und ich lachten. Wir gingen raus vor die Tür, weil wir die Polizei zuerst abfangen wollten. Ich rief Mama derweil an und sagte, was geschah. Sie musste plötzlich lachen und meinte “Ich komme gleich, ich bin immerhin die Betroffene.” – Mama und Polizei kamen zeitgleich an. Wir redeten mit den Beamten, ich rasselte sie voll, interpretierte ihre Gesetze (LOL) und erstattete Anzeige. Die seelische Missgestalt wollte die Tür zumachen, die Filiale schließen, als der Beamte laut sagte “Ey, wir sind noch nicht fertig. Wir kommen gleich zu Ihnen.”
Auf dem Rückweg waren wir sehr gut gelaunt. Sie wird mindestens 2 Wochen nicht schlafen können. Sehr gut möglich, dass unsere Anzeige von der Staatsanwaltschaft abgewiesen wird, weil sie zu “belanglos” ist, aber dennoch: Wir haben ihr ihren Tag gänzlich versaut, sie wird 2 Wochen darüber nachdenken, was denn jetzt passiert, wenn das vor Gericht geht. Ich habe zur Sicherheit vorhin noch bei der Post AG angerufen und habe den Fall geschildert. Ich habe gesagt, dass ich darauf verzichten möchte, eine Sammelklage zu organisieren, weil viele ausländische Menschen in unserer Siedlung schon beleidigt worden sind von ihr. Und ich habe ihm gesagt, dass ich in einem Magazin arbeite und darüber einen bösen Artikel schreiben muss, wenn da nichts geschieht – was mir sehr Leid tun würde, weil Sie ja eigentlich nichts dafür können, aber sich bitte darum zu bemühen haben, die richtige Auswahl ihrer Mitarbeiter zu treffen, denn immerhin agiert sie ja in Namen dieser Firma. Der Vorstand gab mir jedenfalls Recht und entschuldigte sich tausend Mal. Er meinte: “Wir werden uns darum kümmern, versprochen. Einmal bekommen Sie nochmal Post und die Filialleiterin der Stelle wird von uns hören. So geht das natürlich nicht.”
Ich war zufrieden, rief Mama an, erzählte ihr das und registrierte erleichtert, dass sie ganz vergnügt war. Sie meinte: “Ich bin so froh, dass ich solche Kinder habe. Ich bin so froh, dass Ihr nicht erlaubt, dass auch nur irgendwer ein Haar des Anderen krümmt…”
Ja, so ist es. Ab heute wird sie nicht nur nicht unfreundlich sein zu “Kanacken”, sondern jedem Einzelnen die Eier lutschen. Punkt. Seelische Missgeburt.


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Ahaha sherry
Zwischendurch musste ich lachen. Ich wär zugern dabeigewesen.
Obwohl es sicher keine schön Situation war.
Und ich finde Ardeshir hat recht. Südländische Frauen werden anders behandelt als ihre Männer.
Was hätte jetzt Sherrian an deiner Stelle gemacht?
Könnte er das noch auf diese Art Regeln? Mit spitzer Zunge?
Weißt du was ich mein’?
Naja, Sörbeli…
Schau’ mal, wenn das Typen gewesen wären dort, dann hätten sie mich “anders” behandelt, als sie Jungs behandelt hätten, richtig. Aber das war eine giftige, verbitterte – wenn auch junge – Frau. Sie war voller Hass. Da habe ich als Frau schlimmer zu schlucken gehabt, als wenn mein Bruder dort gewesen wäre (Der sieht nämlich verdammt gut aus. *g*)
Aber grundsätzlich denke ich auch, dass männliche Südländer es schwieriger haben. Aber nicht nur der “Deutschen” wegen, mein Freund. So sehr mich diese Mentalität hier ankotzt – ich weiß, dass wir Südländer (und damit meine ich nicht die anpassungsfähigen Iraner), sondern eben die, die die Integration unbewusst als eine Art Degradierung ihrer eigenen Kultur und somit als Demütigung empfinden. Zudem kommt, dass die “Warmherzigkeit” und die faschistische Verhaltensweise in den Ämtern gerade einem Jungen das Gefühl vermitteln können, Integration sei Demütigung und Identitätsverlust im Sinne von Anbiederung an den “Feind”.
Die Sachen sind komplizierter, als man denkt. Bei Frauen ist es so, dass sie dieses starke “Ehrgefühl” nicht empfinden so wie Männer und deshalb anpassungsfähiger sind und demnach auch weniger Probleme haben. Zudem sind sie einfach sehr hübsch anzusehen. (*Augen roll*)
P.S.: Ich war wohl nicht ruhig. Ich habe heute nochmal meine Schwester gefragt – und sie meinte: “Das Gefährliche und Paradoxe an Dir war Deine gewählte Ausdrucksweise mit einer harten Stimme, aber Augen, Lippen, Kinn und Körperspannung sahen so aus, als würdest Du sie gleich anspringen und in den Nacken beißen, damit sie stirbt.”
Das war’n Strike. Denn genauso habe ich mich auch gefühlt. In meiner Jugend wäre ich wohl handgreiflich geworden, wenn ich so an meine Aggressionsprobleme denke.
damet garm azizam. wieso sind die so?
hast du gut gemacht. bei familie seh ich auch rot. das wird sie nicht vergessen. sie hatte sicher alpträume. K**U
heute hatte ich ärger im ikea. ich werde ab jetzt jede kassiererin, überhaupt jeden dienstleistungsngestellten darauf aufmerksam machen, dass sie unhöflich, unfähig oder unfreundlich ist. bis jetzt hab ich’s nur ab und zu gemacht. ab jetzt IMMER.
*mit dir bißchen amok lauf*
Du bist so eine Sau. Ich weiß nicht. Echt. Du bist wirklich end-sau. Ich meine, solche Ausdrücke. Nanananana.
ich nochmal – auch wenn ich glaube, dass du, liebe sherry, und auch minah im moment gar nicht nachvollziehen können und wollen, was genau ich meinte. ihr unterstellt mir oberflächlichkeit und interessenlosigkeit, aber das war nicht das, was ich zum post gesagt habe. ich glaube auch, dass wir wegen unserer unterschiedlichen herkunft da keinen konsens finden können und werden und belasse es dabei – wollte aber höflich genug sein, auf eure comments nochmal zu reagieren und euch zu zeigen, dass ich sie gelesen und wahrgenommen habe.
viele grüsse, silke
Also, Cecie. Wo bist Du denn jetzt auf meinen Beitrag eingegangen? Denkst Du, mit dem Satz “Unsere unterschiedliche Herkunft – wir verstehen uns nicht” ist nicht etwa genau das Falscheste, was Du dazu “denken” kannst? Wir wollten hier nichts separieren, mit diesem Beitrag und diesem Beispiel will ich ja gerade sagen, wozu solch “separatistisches Denken” unter Anderem führen kann. Außerdem: Ich finde Deine Höflichkeit nett, aber Du hast mir eigentlich meine Hauptfrage nicht beantwortet.
Meine Frage an Dich ist: Wieso soll ich in meinem eigenen Blog nicht ehrlich meine Gefühle rauslassen? Vergiss’ Herkunft, meine Wut, meine Kraftausdrücke, meine Emotionalität, wenn es um Familie geht (die ich für völlig normal halte). Kernfrage ist: Warum sollte ich hier in meinem Blog, in meiner Sphäre so tun, als sei ich nicht ich, sondern ruhig und “anständig” und ganz edel-züngig? DAS ist Unsinn. Ich habe nichts dagegen, wenn Du anders darüber denkst und anders reagiert oder geschrieben hättest. Aber ich kann eben nicht nachvollziehen, warum ICH mich nicht so ausdrücken darf, wie ich mich fühle.
P.S.: Ich halte es übrigens für ein Gerücht, dass meine Reaktion hier mit der Herkunft zu tun hat. Ich kenne genug deutsche Menschen, die auf die Beleidigung ihrer Liebsten genauso reagiert hätten. Ich habe ja nichts verbrochen. SIE hat etwas verbrochen. Und zwar immernoch nach StGB § 185. Und ich eben nicht.
Sönen Samstag Apent.
Schau’ mal, Cecie. Es gibt ‘nen Blog von einem guten Typen (soweit ich das bis jetzt beurteilen kann). Er kommt aus Deinem Kulturkreis. Seine Tante wurde doof angemacht, auf ziemlich miese Art und Weise, die sie seelisch belastet hat. Schau’, was Dein “Landsmann” sozusagen schreibt. Wie würdest Du ihm, als jemand, der aus Deinem Kulturkreis ist, denn erklären, warum die Gefühle, die er empfindet und veräußert in seinem Blog, falsch sind? Ihm kannst Du mit der “Herkunftssache” nicht kommen. Oder?
Quelle: http://nigk.blogspot.com/
@sherry
ich bin mir in deinem fall sicher, das deine mutter nicht beleidigt wuerde, haette sich blonde haare und blaue augen. dabei kenne ich gerade viele iraner in de die besser deutsch koennen, als die deutschen selbst.
Ardi,
Mama ist total hellhäutig, hat grüne Augen und ist sonst wenig “orientalisch”. Sie hat aber einen Akzent und man merkt, dass sie “Ausländerin” ist. Also kommt’s letztendlich auf das Selbe hinaus. Es ging der Sau um die Herkunft.
@Cecie
Also glaub Du hast mich auch net verstanden oder ich Dich net. Nochma… würdsu nix machen wenn jemand Deine Mama rassistisch beleidigen würd?
es tut mir sehr leide um deine mama.
meine mutter haette in der situation auch gezittert und geweint.
Dort hat sie nicht geweint. Nur, als sie mit mir geredet hat. Diese Dreckssäue bereuen jetzt noch, was sie getan haben. Glaub’ mir. Die werden sehr bald Nachricht kriegen: Einmal vom Staatsanwalt und einmal vom Vorgesetzten. Die kommen mir nicht so leicht davon.
ich habe so was aehnliches hier in amerika erlebt, der typ wurde sofort entlassen. grund? latenter rassismus gegenueber einer latina.
ich mache auch sehr viele fehler in deutsch. weisst du wieso? wir sind damals viel zwischen deutschland und usa gependelt, meine eltern koennen kaum deutsch und meine schwestern sprechen noch schlechter deutsch als ich, deshalb musste ich immer uebersetzen in parsi/englisch. aber nie erlebte ich das meine mutter und schwestern diskriminiert wurden in deutschland, zumindest sehr selten, weil sie halt frauen sind. waere deine mutter mit einem mann konfrontiert worde, waere sie wahrscheinlich besser behandelt wuerden…
weißt du, wer eigentlich eher ruhig, aber bei so dingen zur absoluten gefahr für die allgemeinheit wird?
J.
(ich muss da oft eingreifen, ganz dezent und so, dass keiner merkt, dass ich eingeife)
Ardeshir,
das ist der Unterschied halt. Deshalb wirst Du dort – egal wie – freundlich bedient. Die Mitarbeiter wissen, sie arbeiten IM NAMEN der Institution. Das ist hier bei den Dienstleistern noch nicht angekommen.
SÄD,
denk’ dran: Morgen erzählst Du mir das.
Hmm…
Ich wollte nur noch anmerken, dass wir lieber nicht zu hart mit dieser Mentalität sein sollten. Gerade im Iran rasten sie Arbeiter in öffentlichen Schaltungen oder wie man das nennt schnell aus.
Abgesehen davn ,dass sich kein Schwein anstellen kann sind diese Frauen oder Männer auf der anderen Seite total unfreundlich und unrespektvoll. Jedes mal wenn meine Mutter irgendwas klären muss kommt sie aufgeregt zurück und hatte Streit.
Der Unterschied ist der, das in Deutschland wenigstens Recht und Ordnung noch einigermaßen stimmt, sodass sich wenigstens irgendwer sich bei dir entschuldigt hat und im Iran man sich nicht einmal auf das verlassen kann.
Sörbeli,
Du hast einfach nur verdammt Pech gehabt im Iran. Meine Mama war 3 Wochen jetzt dort. Und das Erste, was ihr nach dieser Sache in der Post eingefallen ist, war: “Oh Gott, als ich in Teheran war, egal wo ich Hilfe brauchte und einfach ‘Hilfe’ gerufen habe, hat man mir geholfen… Ganz andere Welt.”
Klar ist in so einer überfüllten, luft-kaputten Stadt alles hektischer und eigentlich rücksichtsloser als in allen anderen Teilen Irans – ABER… wenn diese versmogte, kaputte Stadt netter oder gerade mal “genauso unfreundlich” ist wie in einer wohlorganisierten Gesellschaft mit Achtung gegenüber den Menschenrechten zeigt etc., dann sieht’s aber ganz schlecht aus für DE.
2. Posting an Dich:
Sörbel, nochwas, mein Freund. Ich will damit nicht sagen, dass man im Iran besser leben kann, als hier. Aber die Umstände, die die Menschen dort haben (also kaum Rechte), die hätten hier garantiert unmenschlichere Ausmaße. Das kannst Du drehen und wenden wie Du willst – aber obwohl im Iran ein Menschenleben nicht viel Wert ist, ist Wärme und Hilfsbereitschaft trotz der fast schon auffordernden Umstände, die wie’n Schwein zu benehmen, um zu überleben, viel weiter entwickelt.
Du hast Dich letztens in jenem Thread darüber aufgeregt, dass in Teheran Gaffer öffentlichen Hinrichtungen / Erhängungen beiwohnen. Oke, das ist widerlich. Das Regime lebt Dir vor, dass der Mensch es verdient hat – laut Gottes Wort – umgebracht zu werden, weil er homosexuell ist.
Aber hier gibt es keine Regierung, die Dir Angst macht. Die Dir, sobald Du sagst “Hier läuft etwas falsch, wir müssen was ändern”, damit drohen, Deine Frau und Deine Tochter in Gefangenschaft zu vergewaltigen und zu foltern. Hier passieren solche Dinge nicht – und dennoch, was passiert hier? Mädchen werden in der Bahn vergewaltigt – und niemand traut sich, einzugreifen. Menschen liegen bewusstlos auf dem Boden – und weil seine “Kotze” ekelhaft ist, hilft man ihm nicht. Ein Schwerbehinderter im Rollstuhl will einmal in seinem Leben in die Bahn einsteigen, weil’s nicht anders geht – und sie lassen mich alleine versuchen, ihn hochzutragen. Die Einzigen, die angerannt kamen, waren Ausländer. Hier musst Du jemandem das Handy aus der Hand reißen, um den Notruf zu wählen, weil das Menschenleben eines “Obdachlosen” nicht viel wert ist. Oder von alten Menschen – die sind ja eh nichts wert. Und Sörbeli: Bei blutigen Unfällen und Tragödien fährt man entweder weiter oder gafft. Noch nie etwas von Gaffern gehört? Stell’ Dir vor, die gibt es auch hier.
Nein, Sörbeli, so einfach ist das nicht. Wenn Du einer Gesellschaft nicht die Möglichkeit gibst, nach humanen Strukturen zu leben, dann wird es sie auch nicht in seinem Leben in dem Maße geben. Aber obwohl es bei uns im Moment so mies aussieht, gibt es noch gewisse Prinzipien der Wärme. Hier – in Deutschland – hast Du viele Möglichkeiten. Vorallem aber hast Du gesellschaftliche Strukturen, die Dir sagen “Wenn Du fair und liberal ohne anderen zu schaden agierst, kannst Du auch zum Erfolg kommen” – und dennoch wirst Du hier in jeder Situation mit den Ellbogen weggekickt, wenn’s sein muss.
Unter’m Strich gesehen, Sörbeli, musst Du Dich fragen, welche Gesellschaft die Humanere wäre, hätten sie die selben Möglichkeiten. Die Mentalität der Deutschen hat genauso grausame Züge, wie unsere. Nur, dass sie hier nicht gefördert werden, sondern sogar unterdrückt – aber sie dennoch harten Bestand haben. Und nur mit dem Unterschied, dass sie bei uns nicht unterdrückt werden, sondern auch noch GEFÖRDERT. Vergleich’ nun selber.
Klar hast du Recht.
Was soll ich dazu nur sagen.
Ich wollte nur sagen, dass im Iran die Gesellschaft gereizt ist – ok verständlich.
Aber so wie es jetzt aussieht wäre eutschland einfach die bessere Wahl von beiden , oder nicht?
Würde man sich nicht ständig zu iran hingezogen fühlen.
Übrigens gerade Rassismuss ist im Iran sehr groß.
Ich sag nur afghanen. Du kennst es bestimmt Sherry.
Sörbeli,
Deutschland wäre da meine Wahl, wenn ich entscheiden müsste, ja. Ganz klar. Warum? Weil ich feige bin. Weil ich nicht Teil der iranischen Gesellschaft mit all ihren Schwierigkeiten sein kann. Ich bin verweichlicht. Die Strukturen hier sind besser – … aber mir fehlt hier etwas Großes. Im Februar werde ich wahrscheinlich für 2 Monate nach LA, und vermutlich werde gerade ich als große US-Politik-Hasserin völlig begeistert sein von der Wärme und Freundlichkeit der Menschen dort. Auch vom Service. Ändert aber nichts an der Politik…
du kommst nach amerika? dann kommst du mich aber besuchen.
hiermit lade ich dich ein im hause shirazis lol.
Bist Du in LA?
texas, aber ist ja nicht soweit. ;)
kannst dich nicht druecken, hast keine andere wahl.