~ Click: Nasser Cheshmazar – Awaiting ~
Es ist alles in Ordnung, sage ich mir. Das ist der Lauf der Welt – und es muss so sein. Es ist natürlich, und jeder muss da durch. Dass ich mit Endlichkeiten weniger zurechtkomme als Andere, ist völlig irrelevant. Es gibt auch keine Gerechtigkeit, sage ich mir. Gerechtigkeit ist eine Illusion, und das sage ich nicht einmal mit Verbitterung. Solange ich mir an diesen Dingen die Fragen aus dem Gehirn reiße und im Überbleibsel meiner klaren Gedanken eine Antwort suche, werde ich keine Ruhe finden und weiterhin an Schlafstörungen und anderem Übel leiden. Es gibt Menschen, die leben einfach vor sich hin, trällern, lieben die Musik, lachen und tanzen. Sie schalten die Nachrichten ab und sagen “Mein Gott, was interessiert mich das? Man lebt nicht lange, also sollte man sich von solchen Dingen fernhalten, wenn man sowieso nichts an ihnen ändern kann.” – Was ich gerne mit Verachtung strafen würde, ist eigentlich das einzig Richtige: Einfach Dinge, die mir schaden, ausblenden. Vorallem, wenn ich gegen sie eh nichts anrichten kann.
Wie oft habe ich mich aufgeregt? Angefangen von kleinen Undingen aus dem privaten Leben bis hin in die weite Welt der Politik? Mit meinen Mitteln habe ich versucht, dagegen anzukämpfen. Für das “Gute” oder das, was ich als gut und richtig empfand. Was hat es gebracht? Was genau? Eigentlich nichts. Obwohl, ich lüge, nicht nichts, sondern doch Einiges: Außer ein paar begeisterten Zurufen von Menschen, die eh schon von vorneherein meiner Meinung waren, gab es nur Feindseligkeiten, Drohungen, schlaflose Nächte, weil ich die schlimmen (Kriegs)-Bilder nicht aus dem Kopf bekam, Existenzangst, weniger Zeit für die Menschen, die mir wirklich wichtig sind… (Ja, wie oft habe ich eigentlich für meine “Welt-Rettungs-Aktionen” meine Familie vernachlässigt? Zu oft. Viel zu oft). Und wenn jemand sagt, “Ja toll, Sherry! Stell’ Dir vor, alle würden so denken, dann ginge ja die Welt unter”, dann kann ich nur müde lächeln und antworten: “Vielleicht. Aber es wäre unnatürlich, wenn alle so denken würden wie ich. Und weil’s eben nicht so ist, dass alle so denken werden wie ich, darf ich’s mir leisten, so zu denken. Ich als Mensch und meine Meinung gehöre mit in dieses System der Gedanken und Meinungen, die die Welt so erhalten, wie sie ist.”
Es ist gut, dass es Menschen gibt, die höhere Ziele haben und auch Vieles bereit sind, zu opfern, um diesen nachzujagen. “Idealismus ist die einzige Krankheit, die nicht geheilt werden sollte”, sagte einst ein Freund – und er sagt es immerwieder. Doch Tatsache ist, dass es oft die Idealisten sind, die vom Leben so gut wie nichts mehr mitbekommen. Sie schaffen es kaum noch, zu handeln. Sie bleiben beim wehmütigen Träumen, wohingegen oberflächliche, sorglose Mitgenossen/Innen einfach leben und nicht jeden Tag um einen Grund kämpfen, aufzustehen. Sie tun, was sie tun müssen, denn sie tun, was ihnen selbst am Besten tut. Aber Idealisten streben nach dem allgemeinen Wohl ihrer Umgebung, der Gesellschaft, eines Landes, der ganzen Welt und werden täglich mehr als 20 Mal daran scheitern, dass sie nicht alle glücklich machen können. Es ist nicht natürlich, dass alle glücklich sind. Es ist aber natürlich, dass jeder Mensch eine andere Meinung, andere Bedürfnisse und eine andere Wahrnehmung hat. Nehmen wir’s einfach hin, wir können einander nicht immer zustimmen und wohlgesonnen sein. So ist die Welt.
Wenn ich es mir aussuchen könnte, ich würde Gott um einen weitaus niedrigeren IQ bitten. Nicht, dass meiner zu hoch wäre, aber ich hätte gerne etwas Unterdurchschnittliches. Ich würde ihn zudem bitten, mir einen gesunden Abnabelungsprozess zu bescheren (oder überhaupt einen zu bescheren, ich hatte keinen). Ich würde ihn um einwenig mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl bitten, eine unkompliziertere Herkunft, weniger Fantasie, dafür mehr Bodenständigkeit. Bloß keine künstlerische oder musikalische Ader. Ich will überhaupt nicht mehr der festen Überzeugung sein, dass Musik mehr ist als ein paar Tonfolgen und dass Liebe ein mehr mystisches als körperliches Spiel ist. Farben wären einfach Farben – klar, sie erzeugen Freude – aber nicht wie bei mir Gerüche, Geräuche und Seelenflüge.
Ich lege jedenfalls die Rüstung ab, lass’ mein Schwert fallen. Es bringt nichts mehr, zu kämpfen. Weder gegen die Welt, noch gegen die Umwelt. Ich will mich nicht mehr erklären – jedes Wort ist ein Wort zuviel. Hier ist es in Ordnung, weil ich weiß, dass eine Vielzahl von Menschen lesen und jeder von ihnen vielleicht einen winzigen Abschnitt wirklich versteht, also fühlt. Aber hier in meinen kleinen, kreisförmigen Grenzen herrscht nur Einsamkeit. Und ich habe sie mir selber ausgesucht, indem ich von meiner Umgebung soviel erwarte, wie ich von mir selber erwarte – jedesmal, wenn ich ihr diene. Deshalb blieb niemand mehr übrig. Das ist oke. Jeder ist anders. Ich bin anders. Ich brauche eine kleine Rast – und ich hoffe, dass ich meine Ideale nicht nur zur Rast ablege, sondern komplett. Ich hoffe, ich werde niewieder genug Energie haben, um um Dinge zu kämpfen, für die es sich nicht zu kämpfen lohnt. Nicht, weil die Ideale nichts wert sind, sondern weil meine viel zu kleinen Hände und Hiebe und Streicheleinheiten einfach nichts bewirken können. Ich hoffe, ich werde ab jetzt nur mit so geringer Energie beglückt, dass sie gerade dafür reicht, sie für mich, mein Leben und meine Familie zu rationieren, damit kein Tropfen mehr in verschwendete Trostgedanken sinnlos dahinschwindet.
Und nun lass’ mich in Ruhe, Sherry. Ich bin müde…
Erstellt in Home, Melancholia, Musik, Philosophia | 6 Kommentare » Tags: Erkenntnis, Esoterik, Gedankenkonstrukte, Pessimismus, Resignation, Sehnsucht, Suche, Trauer
Diesmal bin ich selbst fasziniert von den Farben… Wenn Ihr draufklickt, seht Ihr, dass die Farben richtig Struktur haben.

Du kleine, dreckige Missgeburt. Du wirst niewieder so mit meiner Mutter reden. Na? Sitzt Du immernoch dort mit den Beamten und pisst Dir ins Höschen? Derweil habe ich mich schon mit Deinen Vorgesetzten unterhalten, die sich bei mir 10000 Mal entschuldigt haben.
Tatort Postfiliale. Vorhin geschah Folgendes.
Ich sitze am Tisch, hatte mich fett ausgebreitet – meine Gedankenkleckse flatschten schon auf die große Pappe. Ich war zufrieden. Das Telefon klingelt, ich gehe ran. Meine Mama war total aufgebracht:
“Ich gehe niewieder zur Post! Niewieder! Deine Pakete bringst Du selber weg, Sherry!” – wer Mama kennt, weiß, dass diese Art der Lautstärke bei ihr nicht Wut war, sondern ein blutendes Herz.
“Mama, was ist passiert?” – ich war schon wütend. Ich war schon wütend, bevor ich wusste, was passiert war.
“Ich war dort bei der Post” (so langsam hörte ich sie schluchzen) – “und wie Du sagtest, habe ich der Frau am Schalter die Adresse vom Päckchen gegeben, damit sie sie aufschreibt.” (Anmerkung: Ich hatte sie darum gebeten, die Adresse auf das Etikett aufschreiben zu lassen, weil ihre rechte Hand schmerzte und ich nicht wollte, dass das Päckchen sein Ziel nicht erreicht, nur weil die Schrift unlerserlich war)
“Und dann?”, atmete ich schwer. (So ist Sherry kurz vor der Explosion)
“Sie hat gesagt, ich soll deutsch lernen gehen. Ich soll deutsch lernen gehn’ oder jemanden finden, der das für mich tut und mir das aufschreibt, sie habe keine Zeit.” – (Ich knirschte mit den Zähnen) – Ich dachte, das sei alles gewesen, also legte ich schon auf, wollte mich anziehen und zur Post. “Ich fick’ die dreckige Missgeburt tot.”, hab’ ich nur gedacht.
Das Handy klingelte. Ich ging ran.
“Ja?”, rief ich rein.
“Warum legst Du auf? Ich war noch nicht fertig.” – Mama’s Stimme zitterte.
“Ist da nochwas gewesen?”, fragte ich wieder ruhig mit knirschenden Zähnen bis hin in mein Gehirn.
“Ja.”, sagte sie geknickt. “Ich bin zum anderen Schalter gegangen. Da war eine andere Frau. Und ich dachte, sie sei netter.” – Ich wurde wütend.
“Mama…”, ich hielt mich zurück.
“Ja, ich weiß. Ich hätte nicht mehr fragen müssen. Aber… Und sie hat genau das Selbe gesagt. Sie hat das Selbe gesagt und dann haben sie mich ausgelacht. Sie dachten, nur weil ich einen Akzent habe, sei ich dumm oder könne kein Deutsch. Sie haben gesagt, ich soll Deutsch lernen gehen.” (Ich hab’ nur gehofft, dass Papa das jetzt nicht mitbekommt.)
“WAS haben die gesagt, Mama?” – ich wurde ungehalten.
“Ja… Ich solle deutsch lernen gehen. Sie haben mich einfach ausgelacht. Ich verstehe das nicht, Sherry. Wieso sind die so?” – jetzt fing sie an, zu weinen.
“Mama!”, sagte ich hart.
“Mama, ich ziehe mich an. Ist meine Schwester da?”
“Ja, sie ist da. Sie zieht sich auch gerade an, sie will dahin.”
“Oke, wir gehen zusammen. Sag’ ihr das. Bin in 5 Minuten unten.”
Unten wartete meine Schwester schon auf mich. Sie war wütend, aber ich hatte schon Mordgedanken.
“Hast Du das Päckchen mit, Shasha?”, fragte ich.
“Ja, natürlich.”
“Super. Das schmeiß’ ich der noch in die Fresse.”
Wir gingen zielstrebig zur Filiale. Als wir ankamen am Schaltern, klatschte ich mein Päckchen drauf, füllte das Formblatt zum Aufkleben drauf und zahlte. Dann kam meine Frage:
“Wer bitte ist Frau W.? Können Sie sie mir bitte mal zeigen?”, fragte ich.
Die Dame am Schalter zeigte auf genau jene Fresse, die ich – seit ich sie bei der Post kenne – unerträglich fand. Ich wusste, dass es sich um diese Fresse handelte. Ich wusste es schon vorher und freute mich, es dieser Fresse zu zeigen. Dieser faschistischen Fresse, der die braune Scheiße schon aus der Nase rausquillt. Kalte Augen, durchdringend, gemein. Eine Falte unter’m fliehenden Kinn, die vor ein paar Monaten noch mit Fett gefüllt war. Die sonst käsige, picklige Haut war inzwischen sonnenbankgebräunt – die Pickel waren aber immernoch da. Sie war nicht mehr dick, aber ihre Konsistenz glich der einer Puddingwampe im Fall auf den Bordstein. Jedesmal, wenn sie irgendwo gegen stieß, hatte man das Gefühl, gleich “FLATSCH” zu hören. Sie war nicht auffällig hässlich, zumal ich solchen Attribute nicht einmal wirklich Beachtung schenkte, wenn Augen strahlen – aber bei ihr war es so, dass Ihr Äußeres ihre innere Hässlichkeit und ihren Armut unterstrich.
Ich ging auf sie zu und meinte:
“Frau W?” (Meine Schwester stand neben mir)
“Ja, bitte?”
Ich lächelte. Ich dachte nur: Da ist sie.
“Frau W. Sie haben meine Mutter beleidigt.”, sagte ich in hartem Ton.
“Ich habe Ihre Mutter nicht beleidigt.”, antwortete sie noch härter und wurde auch etwas lauter.
“Woher wisse Sie, von wem ich rede, Frau W.?”, fragte ich mit zugeneigtem Kopf. Die Leute standen noch in der Schlange.
“Ich möchte Kunden bedienen, gehen Sie bitte.”
“Ich bin eine Kundin, Frau W. Und ich gebe Ihnen 2 Tage Zeit, sich bei meiner Mutter schriftlich zu entschuldigen.”
Die Wampe wurde rot, wollte aber ein unterkühltes Verhalten an den Tag legen, sah einwenig schizophren und unglaubwürdig aus. Also schaute ich sie fest an und hob eine Augenbraue. Und gegen eine hochgehobene Augenbraue von mir sieht einfach jeder, wirklich jeder, ARM aus.
“Ich habe Ihre Mutter…”
“Stop! Sie sind jetzt ruhig. ICH sage Ihnen jetzt, was Sie alles getan haben.
“Blablabla”
“Ruhe, sagte ich. Wenn ich Sie unterbreche, bleiben Sie ruhig.” (Den Spruch habe ich gestern noch bei StudiVZ gelesen und habe ihn natürlich sofort – ganz unbewusst angewandt. Meine Stimme wurde laut, die Leute guckten, die andere Missgestalt, die meine Mutter das 2. Mal weggeschickt hatte, wollte einlenken.
“Hallo! Kann ich bitte Kunden bedienen?”
“Sie sind jetzt still. SIE und Kunden bedienen – dass ich nicht lache. Sie hatten vorhin die Möglichkeit, eine Kundin entsprechend zu bedienen, aber sie haben Sie rausgeekelt mit Ihrer rassistischen Beleidigung. Ich bleibe jetzt hier, und meine Lautstärke hängt von der Bereitschaft Fau W’s ab, mit mir zu reden. Ist das klar? Danke.”
Ich schaute wieder rüber zu Frau W., die im Begriff war, zu gehen.
“Abhauen geht nicht, Frau W. Sie bleiben jetzt hier und reden mit mir.”
“Ich tu’ gar nichts.”
“Doch, tun Sie. Sonst haben Sie a) die Polizei gleich am Hals, b) eine Anzeige wegen Beleidigung nach StGb § 185 und Folgende, c) haben Sie einen dicken Artikel in unserem Online Magazin am Hals, in der ich Postfiliale, Ihren Namen und Ihr rassistisches Verhalten veröffentlichen werde. Ist das klar?
Sie winkte ab, wollte völlig unbeeindruckt wirken, aber ihr wabbelndes Kinn zitterte jetzt noch mehr und ihre Augen wurden rot unterlaufen. Fettes Monster.
“Haben Sie mich verstanden, Frau W.?”
“Ich rede kein Wort mehr mit Ihnen.”
“Wie heißt Ihr Vorgesetzter?”, fragte ich laut und hart.
“ICH bin hier die Filialleiterin.”
“Umso besser, Frau W. Dann haben Sie ja noch mehr zu verlieren, als ich dachte. Ich will irgendeinen Vorgesetzten von Ihnen. Name, Adresse, Telefonnummer. Sie sind sicherlich nicht der Big Boss der Post AG.”
Sie schmiss mir eine Karte rüber, doch da war die normale DHL Hotline zu sehen.
“Verarschen lasse ich mich nicht, Frau W.”, sagte ich. “Ihren Vorgesetzten. Jetzt. Danke. Ich werde Sie auch wegen rassistischen Äußerungen vor Gericht ziehen, dass das klar ist. Die Post hat einen Ruf zu verlieren, wenn Sie sich nicht selber entschuldigen.”
“Ich entschuldige mich nicht! Gehen Sie raus.”, sie verzog sich in eine andere Ecke.
“Sie kommen jetzt zurück und reden mit mir. Ist_das_klar? Sie bewegen sich hier an den Schalter und betreuen eine Kundin oder ich rufe jetzt umgehend die Polizei.”
Sie glaubte mir nicht. Sie meinte, ich solle verschwinden. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und sagte: “Sie haben jetzt noch die Möglichkeit, hierhin zu kommen und zu allem zu stehen, was Sie heute veranstaltet haben.” – Ihre dämliche Kollegin sah total geschockt aus. Ihr Gesichtsausdruck hat 1000 Gedanken entblößt, die ich sofort aufgegriffen habe.
“Natürlich gehören Sie dazu. Auch Sie werde ich anzeigen. Aber ich dachte, ich spreche erstmal Ihr Alpha-Männchen an, von dem Sie sich immer so gerne leiten lassen, Frau So und So.”
Frau W. wurde sauer. Sich dessen bewusst, dass egal, was sie tat, sie immer dieses Männliche, Grobe ausstrahlen würde und ich das auch noch zum Ausdruck brachte, machte sie fertig. Sie kam zurück zum Schalter, um mir nochmal zu sagen, ich solle verschwinden, sonst würde sie die Polizei rufen. Meine Schwester warf auch noch einige Dinge ein, aber ich weiß ehrlichgesagt nicht mehr was, denn ich war total auf sie konzentriert. Ich lachte, nahm mein Handy und rief die Polizei an.
“Polizei.”
“Ja, hallo. Wir haben ein Problem. Hier ist eine Dame, die meine Mutter rassistisch beleidigt hat. In der Postfiliale, Adresse, blah. Wir warten hier auf Sie, damit wir die Sache geklärt kriegen.”
“Oke, wir sind gleich da.”
Ich sah sie triumphierend an.
“Ups, ich war schneller, Frau W.”, sah ich sie fest an.
“Und Sie machen hier nicht zu, bis die Polizei da war. Feierabend gibt’s heute nicht so schnell.”
Meine Schwester und ich lachten. Wir gingen raus vor die Tür, weil wir die Polizei zuerst abfangen wollten. Ich rief Mama derweil an und sagte, was geschah. Sie musste plötzlich lachen und meinte “Ich komme gleich, ich bin immerhin die Betroffene.” – Mama und Polizei kamen zeitgleich an. Wir redeten mit den Beamten, ich rasselte sie voll, interpretierte ihre Gesetze (LOL) und erstattete Anzeige. Die seelische Missgestalt wollte die Tür zumachen, die Filiale schließen, als der Beamte laut sagte “Ey, wir sind noch nicht fertig. Wir kommen gleich zu Ihnen.”
Auf dem Rückweg waren wir sehr gut gelaunt. Sie wird mindestens 2 Wochen nicht schlafen können. Sehr gut möglich, dass unsere Anzeige von der Staatsanwaltschaft abgewiesen wird, weil sie zu “belanglos” ist, aber dennoch: Wir haben ihr ihren Tag gänzlich versaut, sie wird 2 Wochen darüber nachdenken, was denn jetzt passiert, wenn das vor Gericht geht. Ich habe zur Sicherheit vorhin noch bei der Post AG angerufen und habe den Fall geschildert. Ich habe gesagt, dass ich darauf verzichten möchte, eine Sammelklage zu organisieren, weil viele ausländische Menschen in unserer Siedlung schon beleidigt worden sind von ihr. Und ich habe ihm gesagt, dass ich in einem Magazin arbeite und darüber einen bösen Artikel schreiben muss, wenn da nichts geschieht – was mir sehr Leid tun würde, weil Sie ja eigentlich nichts dafür können, aber sich bitte darum zu bemühen haben, die richtige Auswahl ihrer Mitarbeiter zu treffen, denn immerhin agiert sie ja in Namen dieser Firma. Der Vorstand gab mir jedenfalls Recht und entschuldigte sich tausend Mal. Er meinte: “Wir werden uns darum kümmern, versprochen. Einmal bekommen Sie nochmal Post und die Filialleiterin der Stelle wird von uns hören. So geht das natürlich nicht.”
Ich war zufrieden, rief Mama an, erzählte ihr das und registrierte erleichtert, dass sie ganz vergnügt war. Sie meinte: “Ich bin so froh, dass ich solche Kinder habe. Ich bin so froh, dass Ihr nicht erlaubt, dass auch nur irgendwer ein Haar des Anderen krümmt…”
Ja, so ist es. Ab heute wird sie nicht nur nicht unfreundlich sein zu “Kanacken”, sondern jedem Einzelnen die Eier lutschen. Punkt. Seelische Missgeburt.
04.10.2007, 20:06
Finally…
Eigentlich möchte ich zu diesem Bild nichts sagen. Nur, dass es für Andere vielleicht eher bedrückend ist, für mich aber eine schöne Situation darstellt.
(WL)(Medium).jpg)
Click: » Aziza Mustafa Zadeh «
Sie rannte, sie rannte sich ihr das Leben aus dem Leib und schrie durch die Menge, schrie, schrie und riss die Massen um sich herum weg wie große Vorhänge in einer Oper, die sie durchrennen musste. Es gab kein Entkommen, kein Fliehen, kein Schlupfloch, keine Stille – keine Atempause. Alles prasselte auf sie nieder. Die letzten Jahre, die Demütigungen, das hämische Lachen Anderer, der Zeigefinger, der auf sie und alles, was sie war, zeigte – Pfeile schossen aus dem Finger in ihre Stirn, der Tod, der Tod, seine hässliche Fratze, rief ihr hinterher, er würde noch lange nicht sie, doch ihre Lieben schon bald mitreißen.
Sie rannte, sie rannte und rannte sich in die Atemlosigkeit. Ihre Brust ver-eiste zu einer pochenden Maschine, die vor ihren Bildern des Albs hinwegschoss. Weit hinwegschoss, schoss, weit hinwegschoss, bis sie an die rot-schwarze Wand der Verzweiflung aufschlug. Alles flog ihr in Fetzen auseinander, ihre Seelenschätze zerbrachen unter der Wucht der Peitschenwellen – und sie sammelte hastig die Scherben auf, presste sie an ihre Brust, schnitt sich unzählige Wunden in die weiße Haut und rannte weiter – blutüberströmt. Sie blickte voller Furcht zurück und sah ihren Feind nicht, dennoch rannte sie weiter, bis nicht einmal mehr kleine Fetzen Stoff an ihrem Körper hingen. Eine dunkle Welle riss sie hoch, mit verzerrtem Lachen hoch, sie verlor den Halt, presste die Scherben fester an ihre Brust, schrie auf ob der Schmerzen, fiel in die Tiefe, in die endlose Tiefe, in die Tiefe und flehte um den Aufprall, er möge jetzt kommen. Jetzt, jetzt, jetzt…
…wachte sie auf.
Und so, wie die scharlachroten Blüten
in meinen trauernden Händen ergrauen,
verwelke ich knisternd in den
Krallen des Lebens
und darf dabei nicht mal
mehr nach Hause schauen
Mein goldener Garten weint’ um mich
Mein goldener Garten weint’ für mich
Mein goldener Garten rief nur Dich
Mein goldener Garten schrie für mich
…doch Du bliebst still.
Als die verliebte Sonne untergeht
und ihr glühender Kuss zum Meer
den Mond und sein treues Silberlicht hintergeht,
öffne ich noch einmal meine müden Augen,
schau’ zurück zu meinem goldenen Garten,
liebe ihn, küsse ihn ganz dicht -
doch zuletzt liebe ich viel mehr noch Dich,
lass’ endlich ab von meinem schwarzen Gewand
und muss – so fest nun bei Dir ruhend – Hand in Hand -
niewieder auf Deine Liebe
und Dein Leben warten,
niewieder auf Deine Stimme
und Dein Lachen warten
Wie einst, so ganz allein
in meinem goldenen Garten
…in meinem heut’ verlassenen Garten….
Erstellt in Melancholia, Poesie | 4 Kommentare » Tags: Familie, Gedichte, Kunst, Leben, Liebe, Lyrik, Poesie, Sehnsucht, Sinn, Suche, Tod, Trauer, Wahnsinn
01.10.2007, 21:28
Impressions
Okay, ich setz’ die Sachen der letzten zwei bis drei Tage einfach mal lieblos und ohne besondere Ordnung hier rein. Das sind zum Teil nur “Farbtests”, in die ich dann doch noch irgendetwas reingekritzelt habe, bis hin zu Bildern, für die ich mir dann doch mehr Mühe gegeben habe. Da ich aber nicht für jedes Bild einen neuen Beitrag eröffnen möchte, ratter ich sie mal einfach untereinander runter. Ein lila Bild ist auch dabei für Frau Cecie’s, aber sie hatte sich über das “falsche Motiv” beschwert (weil sie’s nicht selbst ist. Höh.)
Das hier habe ich einem Freund gemalt, weil ich weiß, dass er dieses Bild liebt. Ich wusste natürlich nicht, dass dieses Kunstwerk (im Original) das eines Genies wie Michelangelo ist. Das ist auch gut so, weil sonst hätte ich mich allein aufgrund der Ehrfurcht, die ich vor diesem Namen empfinde, gar nicht drangetraut. Meins sieht natürlich etwas “unruhiger”, ängstlicher, trauriger, verzweifelter aus. Ich glaube, ich vergewaltige alle meine Motive tendenziell immer in die selbe Richtung hin. Tut mir Leid. Hahah.
.jpg)
Das hier ist meine süße Freundin. Leider habe ich sie etwas härter gemalt, als sie wirklich auf dem Originalbild erscheint. Das liegt daran, dass ich die Schattierungen besonders genau machen will und dann zu fest draufdrücke. Zuviel Mimik macht nun einmal reifer – aber sie selbst fand es sehr gelungen und “hübscher”. Falsche Bescheidenheit, wenn Ihr mich fragt.
.jpg)
Hier habe ich sie noch einmal gemalt. Und da ich meinen Fehler mit den zu harten Gesichtszügen wieder gut machen wollte, habe ich sie diesmal zu weich gemalt (Toll, Sherry, einfach toll.) Das Bild war sehr schwer zu zeichnen, weil die Vorlage nicht einmal so groß wie meine Handfläche war und das schwarzweiß Foto einen zu hohen Kontrast hatte. Ich musste die Schattierungen quasi erfinden, was bewirkt, dass sie etwas zu weich geraten ist. Aber es steht ihr.
(Small).jpg)
Dieses ganz “tolle” Bild habe ich eher auf’s Blatt drauf geschlagen als gemalt. Ich war sehr wütend, unruhig und aggressiv, als es entstand. Das Bild heißt schlicht und einfach “Aggro” und hat dennoch das sherry-typische Herzchen in der Signatur (ach, wie süß). Sehr originell, ich weiß. Lala…
.jpg)
Das hier ist eigentlich dieser “Farbtest” gewesen. Ich wollte die Pastell Kreide testen und da ist das entstanden. Nichts Besonderes, aber da die Farben hübsch sind, dachte ich, rahme ich es eben in schwarz ein und setz’ es in mein Blog.
.jpg)
Über dieses Landschaftsbild muss ich immernoch schmunzeln. Ich mag diese altmodischen Landschaftsbilder nicht, sie wirken oft so, als haben sie Jahrzehnte im Keller verweilt. Aber ich wollte es einfach mal ausprobieren. Wenn ich irgendwann die Technik für Landschaftsbilder gut erlernt habe, möchte ich Landschaften mit pastelligen Tönen malen. Lila und zartorsa Bäume, kräftig blauer Himmel… Oder Herbstlandschaften in Blutrot und Gold. Aber das dauert noch etwas.

Ohne Kommentar…
(Edited).jpg)
Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
|
|
|