Archiv für November, 2007
29.11.2007, 02:31
Alltags-Gedanken-Dreck

“Wenn ich groß bin, mache ich dies und das…” – Jetzt bin ich groß. Und weiter? “Wenn ich doch wieder ein Kind wäre…” ist wohl das deutlichste Anzeichen dafür, dass man im Leben oder in der jeweiligen Phase, in der man steckt, komplett versagt hat. Nun, da ich diesen Satz sehr oft sage, scheine ich wohl eine kleine Versagerin zu sein, was nicht weiter schlimm ist – ich bin halt eine von Vielen, die Welt wird davon schon nicht untergehen.

Ich gucke gerne dieses Bauchtanz-Duell zwischen dieser Frau und dem Mann. Es ist leider sehr kurz. Aber interessant finde ich einfach, wie plump und unbeweglich die Bauchtänzerin im Vergleich zum Bauchtänzer wirkt. Da hilft ihr das Rosa im Kleid auch nicht. Was zum Teufel sollen diese hohen Absätze auch beim Bauchtanz? Durch die verliert man die Weichheit in den Bewegungen. Warum muss die Eitelkeit immer auf Kosten der Kunst gewinnen? Der feine Staub, der dort durch die Luft wirbelt, ist kein Special Effect, sondern ihr Make-Up Puder. Das nur zur Info.

Warum ich so gemein bin? Weil sie’s ohne Talent geschafft hat, Bauchtänzerin zu werden und ich? Ja, ich. Ach, ich. Ja, ich habe derweil fleißig davon geträumt, mal eine zu sein. Anyway, ich studiere ja jetzt bald Jura. *Augen roll*

Hier das Video…

26.11.2007, 22:58
System Of A Down

Gegen System Of A Down kommt einfach niemand an. Wie geil ist dieses Lied eigentlich? Und die Band erst…

~ System Of A Down – Radio / Video ~

22.11.2007, 16:18
Illusion und Wille

~ Jesse Cook – Luna Llena ~

Ich bin ein Mensch, der zumindest im Geheimen denkt, dass wir keinen eigenen Willen haben und sehr determiniert sind. Diese Einstellung ist keine Bequeme, auch wenn sie erst einmal so wirkt, als könne ich sie dazu benutzen, jegliche Schuld und jeglichen Missstand in meinem Leben auf andere, mich festlegende Faktoren zu schieben.

Dieses “Begrenztheit”, die ich schon seit meiner Kindheit spüre, da ich schon immer eine unbestimmte Sehnsucht nach einer Art von Freiheit hatte, die es so nicht gibt, habe ich damit unterdrückt, indem ich anfing, ständig zu träumen. Ich träumte, wo es nur ging. Erschuf mir meine eigene, kleine Welt, sogar meine eigenen Farben, die es hier bis jetzt noch nicht gibt. Alles, was um mich herum geschah, hatte meinen speziellen Farbschleier als Schmuck, ich ließ mich in jedes Gefühl hineinfallen, als sei es ein unendliches Meer an Schätze. Ich ließ mich in Papa fallen, in Mama fallen, in meine ganze Großfamilie. Wenn sie lachten und tanzten, dann war ich davon überzeugt, dass ich im Paradies war. Wenn sie weinten oder stritten, dann wusste ich, die Welt geht gleich unter. So lebte ich ständig in einem Wechsel zwischen Himmel und Hölle und entwickelte meine extremen Gefühlsausbrüche, weil ich zwischen zwei Extremen lebte. Nicht nur zwischen zwei.

Als ich fünf Jahre alt war, bebte meine Fantasie, meine ganze scheinbar vogelfreie Wahrnehmung in einen Höhepunkt, der nicht mehr zu überbieten war. Wir lebten oberhalb eines persischen Restaurants namens “Khayyam”. Er gehörte meinem Papa und meinem Onkel. Sie schmissen den Laden mit einer Leidenschaft, die ich heute noch bei anderen Menschen und ihren Berufen vergeblich suche. Ich, mit meiner verträumten Art, den ineinandertriefenden, sich umarmenden Welten- und Seelenfarben, die ich um mich herum wahrnahm, bin fast in eine Art angenehme Ohnmacht gefallen zu jener Zeit, als ich nachts das Gelächter und die glücklichen Gaumen der Gäste sah – und im nächsten Augenblick der Fakir mit seinen geheimen Instrumenten und Künsten in der großen Mitte des Saales erschien und Schwerter schluckte und Feuer rausspie. Ich sehe noch immer meine großen Augen, die mal ungläubig, mal “unbeeindruckt” aufgrund dessen waren, was sie sahen. Denn in meiner realitätsfernen Welt waren solche Dinge wirklich möglich, aber dennoch so unendlich erstaunlich. Ich verlor mich in den Wandmalereien unseres Restaurants. Diese Frauen mit den runden Hüften, den gewellten, langen, schwarzen Haaren, den roten, kleinen Lippen – und Augen und Augenbrauen wie aus einem Märchen, so geschwungen wie die Kalligrafie aus einem Kunstwerk, fesselten mich in einen einzigen geballten Punkt der Zeit. Die ihnen zu Füßen liegenden Männer, die ein Instrument in der Hand hielten und ihrem Gott nach einem Vers anbettelten, der der Schönheit dieser Frau vor ihnen nur annähernd würdig war, berührten mich. Der Hintergrund dieser Malereien war oft meeresblau bis türkis. Also konnte ich im Hintergrund der persischen Musik, die Papa und seine Band in die Atmosphäre spielte, direkt in die Geschehnisse der Wandmalereigeschichte eintauchen. Und wenn ich berauscht und fast trunken aus dem Blau wieder hinaus in das „Leben“ torkelte und die Augen weit öffnete, stand schon die Schlangen-Bauchtänzerin vor mir und bewegte sich noch weicher als die Schlange selbst, die sie fest umgriff und sein Gesicht zu ihr zum Kusse neigte. So fasziniert wie ich war und mir schon eine neue Geschichte zu der Frau und der Schlange hinter vielen, bunten Schleiern ausmalte, so erstaunt war ich auch, als ich mich plötzlich auf ihrem Schoß in der Kabine fand. Allein mit ihrer Boa, die sich an mich schmiegte wie ein kleiner Geliebter und ihrem Versprechen, dass sie ihren nächsten Liebling nach mir benennen würde.

Ob ich redete, weiß ich nicht mehr. Mir kommt’s heute noch so vor, als habe ich in jener Zeit und in jener Welt mehr geschwiegen. Ich weiß aber, dass ich jeden Abend, jede Nacht, neue, kleine Freunde hatte, die mit ihren Eltern kamen und wieder müde gingen. Ich zeigte ihnen mein großes Reich, meine mysteriösen Freunde, die Fakire und Feuerspucker, die Zauberer, die unheimlichen Schlangenfrauen mit ihrer geschmeidigen, weißen Haut und dem schwarzen Haar. Ich unterhielt sie mit meinem damals schon eigenem Humor, meinen kleinen, schwarzen Locken, der rosa Hose und den weißen langen Kniestrümpfen. Ich brachte ihnen bei, wie man ganz fein isst, wie man Gabel, Messer und Löffel in die Hand nimmt. Ich ging voraus und ärgerte unseren Koch, indem ich jede Nacht meine neuen Freunde in die Küche schleuste, damit sie sehen, wie das ganze Essen zubereitet wurde…

Nur die untere Etage war für mich Tabu. Dorthin brachte ich meine kleinen Freunde nie alleine hin. Dort waren die WC’s – und irgendwo in dem großen Vorraum war eine Packung Rattengift. Ich erinnere mich an die Packungsfarbe – sie war pink. Ich liebte diese Farbe, umso unheimlicher und beängstigender erschien es mir, als aus dem eigentlich schönen Pink ein böser, grinsender Totenkopf auf mich runter starrte – jedesmal, wenn ich zur Toilette musste. Ich ging nicht gerne alleine hin. Hielt immer meine Augen zu, rannte zur Toilette, erledigte schnell alles und lief wieder hoch. Dieser verdammte Totenkopf machte mir Angst. Ich fragte mich, was in der pinken Packung ist, dass so ein böser Totenkopf darauf wohnte. Meine Eltern erklärten mir, das sei Rattengift und stellten es sofort nach meiner Frage etwas weiter hoch, damit ich nicht auf dumme Ideen komme. Aber diese Feigheit, diese Angst, die ich bei dem Totenkopf verspürte, ließ mich lange nicht los. Ich wollte ihm den Kampf ansagen…

Eines Abends, als die Gäste beschwipst waren, sich alles drehte, mal Bauchtänzerin, mal die Schlangen, mal das Feuer des Feuerspuckers und Papa die harten, kleinen Vibratiorhythmen schlug und die Gäste beim Tanzen zum Ausrasten brachte, ging ich wie in Trance allein durch die Menge, wie in Zeitlupe… erreichte das Treppengeländer und ging mit leisen, schwebenden Schritten einfach runter. Richtung Totenkopf. Richtung Totenkopf. Ich sagte mir, ich will keine Angst mehr haben. Das ist mein Reich, sagte ich mir. Und nichts darf mir hier Angst machen. Die verrauchte Musik, die harten Rhythmen meines Papas und seine Stimme beim Singen gaben mir Sicherheit. “Rakkatakk tukk tukk tak. Dumm Rakkatakk takk tukk tukk tak…” – und die Menge kreischte und tanzte. Noch eine Stufe, und ich war allein unten. Und plötzlich war es nur noch ein Schritt – und ich war beim Totenkopf. Was danach geschah, weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich nicht. Ein kleiner Ausschnitt hängt noch in meinem Gedächtnis. Ich hielt es in der Hand, diesen bösen Totenkopf – und im nächsten Moment übergab ich mich. Der Finger meines Opa’s war in meinem Rachen.

Ich öffnete die Augen und sagte nur schwach: “Ich habe keine Angst mehr vor dem Totenkopf…” – und danach war ich wieder weg. Alles war schwer und schwarz. Ein traumloser Schlaf, die Musik in sehr fernem Hintergrund, mich tadelnd und dennoch tragend. Mich streichelnd und dennoch schimpfend.

Warum mir diese Zeit gerade dann einfällt, wenn ich davon rede, dass wir Menschen festgelegt sind? Warum schreibe ich über eine verschwommene, von Zauber erfüllte Zeit voller geistiger Freiheit, in der ich zugegeben schon mit 5 Jahren dennoch die Grenzen erfuhr, wenn ich mit der Determiniertheit unseres Ich’s und unseres Handelns anfange? – Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich heute noch dazu neige, zu träumen und eine kleine Welt in meinem Kreis aufzubauen, in der ich vieles kontrollieren und lenken kann – so rede ich es mir zumindest ein. Meine Welt ist nicht mehr so freigeistig und fantasievoll wie damals. Meine Art, mein “Leben” kontrollieren zu wollen, begrenzt sich auf’s Auflisten von Dingen, die ich mal tun möchte und schon bald tun möchte. Von Dingen, die ich schaffen möchte, die sehr bald schaffen möchte. Ich schreibe sie auf, ich plane sie, ich fantasiere Stunden, nein Tage lang über sie – ich berede sie immer mit jemandem, der mir nahe steht und der mit mir zieht, wenn ich die Treppen runter gehen möchte und mich meinen Ängsten stellen will, sie schlucken und besiegen will…

Heute habe ich wieder viel geplant. Soviel. Und immer sorge ich dafür, dass jemand da ist, der mir in der Not auch den Finger in den Rachen stecken kann… Und Papa’s auffordernde Rhythmen begleiten mich auch heute noch…

21.11.2007, 17:38
Lebenszeichen

Ich bin sehr stumm seit Pepe wieder weg ist aus Köln. Und da mich schon einige per Email fragen, ob alles “oke” sei, dachte ich, ich gebe mit einem total unsinnigen, themenlosen Beitrag ein Lebenszeichen von mir. Ich überlege gerade, was ich die letzten Tage so treibe. Mir fallen zwei sehr emotional sehr oberflächliche und genau deshalb auch wohltuende Themen ein:

o Lidschattentechniken
o Hormone

Zum Thema Kosmetik und Lidschatten muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich in der letzten Zeit sehr viel Geld ausgegeben habe, um einige Dinge auszuprobieren, von denen andere Frauen schwärmen. Mit Entsetzen habe ich dann doch mal in mein Konto geschaut und habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit auf die Bremse zu drücken und die Produkte auch einmal “zu Ende” gehen zu lassen, bevor ich mir Neue besorge. Ich beginne jetzt erst, nachdem ich vermutlich schon zu alt dafür bin, mich mit dem Thema “Kosmetik” zu befassen und probiere natürlich alles im Turbo aus. Dabei geht’s übrigens noch nicht um Anti-Aging Sachen, wurde mir ausdrücklich von Pepe mit einem sehr skeptischen, vernichtenden Blick “verboten”. “Hör’ mal auf, ey. Siehst noch aus wie’n unschuldiges Mädchen – und kommst dann mit sowas!” – Also mach’ ich mal Stop und bleibe bei meiner “First Beauty AOK Reinigungsgel-Pflege” (weil sie rosa ist. Sie ist zwar für pubertierende Haut gedacht, aber was soll’s – ist halt rosa.)

Aber das Thema “Hormone” hat mich dann doch gefesselt. Die Meinungen gehen auseinander von “Wundermittel und Jungbrunnen” bis hin zu “Ursache für viele Krankheiten”. Gerade die Wirkung auf den weiblichen Körper von Hormonpräparaten jeglicher Art haben mich fasziniert. Leider ist es bei mir so, dass ich immer eine Phase habe, in der ich irgendetwas “extrem” tu’. Ich male extrem, ich schreibe extrem, ich befasse mich extrem mit Musik, mit Kosmetik, mit Schminke, mit Farben, mit Psychologie, mit… und im Moment befasse ich mich extrem mit Hormonen. Und immer, wenn ich das tat, habe ich, damit ich die “Theorien” gut verinnerliche, die ganze Welt und ihre Funktionsweise auf Grundlage eben dieser Theorie zu erklären versucht. Ohne, dass ich an sie glaube. Das ist wie eine Rechenformel, die Du neben Anderen für ein und das selbe Problem anwenden kannst. Oder besseres Beispiel: Das ist genauso, als wenn man das Phänomen “Liebe” einmal aus evolutionsbiologischer, aus soziologischer, aus psychologischer und mythologisch-/esoterischer Sicht erklärt. Jede Sichtweise hat seine “korrekten” Bezugsfaktoren. Jedenfalls sind Hormone im Moment Schuld an Allem. An meinem Verhalten, an Pepe’s Verhalten, am Verhalten der ganzen Menschheit.

Ach, ich schweife wieder ab. Jedenfalls ist das Thema “Hormone” sehr fesselnd – und ich werde wohl noch etwas länger damit beschäftigt bleiben. Und was kommt dann als Nächstes? – Keine Ahnung. Malen & Zeichnen geht jedenfalls gerade nicht, weil Pepe & Ich mein Bett, meinen Schreibtisch etc. rausgeworfen haben und auf die Lieferung von neuen Möbeln warten. Ich wohne also im Moment im Wohnzimmer auf dem großen Bett-Ecksofa, der mir den Schlaf raubt.

Das zu meinem langweiligen Lebenszeichen… Dabei hätte ich gerade doch Lust, über ein ziemlich deftiges Thema zu schreiben. Aber dazu muss ich meine Gedanken noch ordnen, dann hau’ ich rein.

09.11.2007, 13:07
Wie sie fallen…

~ Esperanza Fernandez – Gelem Gelem ~

Draußen ist es so schrecklich traurig. Normalerweise genieße ich die herbstliche Melancholie, das fallende Rot und Gelb, das karge, aber strotzende Grün. Doch dieses Jahr ist es anders. Jeder Fall auf den rot-gelben Boden tut mir unendlich weh. Ich sehe die Blätter nicht nur mit einem milden Lächeln fallen und sie im kommenden Frühling wieder auferstehen, nein. Diesmal ist es anders. Ich sehe sie einzeln sterben. Jeden Einzelnen sterben. Sie sterben – und die neuen Blätter werden niewieder die Selben sein.

Noch sind ihre Körper feucht, ihr Leben pulsiert noch, obwohl sie unten auf dem Laubberg nicht mehr um ihr Leben kämpfen. Wenn ich sie anfasse, sind sie glatt und riechen wohlduftend. Sie sind weich und schmiegen sich in meine Handform in der Hoffnung, aus meinem Blut noch einwenig Leben zu erhaschen. Nein… Das stelle ich mir nur vor, weil ich ein Mensch bin und mit dem Tod im Kampf stehe. Ich ihn einfach nicht als Teil des Kreislaufes akzeptieren kann. Das sterbende Herbstblatt in meiner Hand jedoch ist anders. Während es in meiner Hand zuneige geht und seine letzten Sekunden an meiner fürsorglichen Wärme genießt, weiß es, dass es schon sehr bald trocken in meiner Hand zerbröseln wird und seinen Körper der Natur freigibt, damit sie sich von ihr ernährt. Nur ich stehe da und frage mich, warum es nicht mehr da ist. Und wie es sein kann, dass soviel vergeht – von Mensch zu Tier, von Blume zu Laub, von Augenblick zur Ewigkeit.

Selbst ein Laublatt ist weiser als ich es je sein werde. Denn diese Fragen stellt es sich nicht..

Mögest Du in Frieden ruhen. Eines Tages werde auch ich bei Dir sein und hoffentlich meinen inneren Frieden kurz vor den offenen Toren spüren. So wie Du. Und dann hoffe ich, dass auch ich meine Wange an eine liebende Hand laben kann und lächelnd meinen Abschied in die Luft küssen darf…

08.11.2007, 10:39
Liebe

Liebe ist nichts von dem, was Ihr sagt. Weder Sex, Leidenschaft, Sehnsucht, Schmerz noch Zusammengehörigkeit. Liebe ist einfach der letzte Schritt nach “Fort”. Das Leben daran auszurichten, diesen einen Schritt zu machen. Diesen einen Schritt zum Ende bewusst zu gehen. Voller Hingabe und Vorfreude zu gehen. Nach Haus’… Nach Haus’, das ist Liebe.

Liebe ist vorallem und ausschließlich das Ablassen von sich selbst, die Auflösung seines Ich’s. Liebe ist nicht das Erlangen einer Gunst, das Erlangen von Zuneigung, das Erlangen von selbstverliebter Aufmerksam, das Erlangen und die Bezahlung dieser Erlangungen durch das Verschenken von eigener Zuneigung. Liebe ist vorallem das Schrumpfen ins Mikroskopische, bis nichts mehr von uns vorhanden ist, das uns von der Umgebung, von Dir, von ihm, von ihr, vom Universum, von den Elementen und letztendlich von Gott trennen kann.

Deshalb, und nur deshalb, hat Liebe eigentlich nichts mit Schmerz zu tun. Denn Liebe ist völlige Ent-Eignung. Völlig enteignet sein bedeutet, keinen Schmerz zu fühlen, keinen Verlust zu fühlen. Denn wenn das “Ich” als Abgrenzung aufgelöst wird, gibt es keinen Verlust, denn nichts gehört dann nur noch mir. Der Schmerz, den wir erleben, ist nur die Sehnsucht nach Liebe. Aber nicht die Liebe selbst. Also erzählt mir nichts von Liebe. Wir haben keine Liebe, denn wir sind noch voller abgetrennter, isolierter Ich’s im Hunger nach Vereinigung. Erzählt mir nichts von Liebe, solange Ihr besitzen wollt. Besitzen hat nichts mit Liebe zu tun.

Liebe ist unirdisch. Also lasst uns sterben, um zu lieben. Den letzten Schritt gehen… Den letzten Schritt. Dahin, wo Liebe ist… Weil es keine Ich’s mehr gibt, sondern nur noch ein Wir.