Liebe ist nichts von dem, was Ihr sagt. Weder Sex, Leidenschaft, Sehnsucht, Schmerz noch Zusammengehörigkeit. Liebe ist einfach der letzte Schritt nach “Fort”. Das Leben daran auszurichten, diesen einen Schritt zu machen. Diesen einen Schritt zum Ende bewusst zu gehen. Voller Hingabe und Vorfreude zu gehen. Nach Haus’… Nach Haus’, das ist Liebe.

Liebe ist vorallem und ausschließlich das Ablassen von sich selbst, die Auflösung seines Ich’s. Liebe ist nicht das Erlangen einer Gunst, das Erlangen von Zuneigung, das Erlangen von selbstverliebter Aufmerksam, das Erlangen und die Bezahlung dieser Erlangungen durch das Verschenken von eigener Zuneigung. Liebe ist vorallem das Schrumpfen ins Mikroskopische, bis nichts mehr von uns vorhanden ist, das uns von der Umgebung, von Dir, von ihm, von ihr, vom Universum, von den Elementen und letztendlich von Gott trennen kann.

Deshalb, und nur deshalb, hat Liebe eigentlich nichts mit Schmerz zu tun. Denn Liebe ist völlige Ent-Eignung. Völlig enteignet sein bedeutet, keinen Schmerz zu fühlen, keinen Verlust zu fühlen. Denn wenn das “Ich” als Abgrenzung aufgelöst wird, gibt es keinen Verlust, denn nichts gehört dann nur noch mir. Der Schmerz, den wir erleben, ist nur die Sehnsucht nach Liebe. Aber nicht die Liebe selbst. Also erzählt mir nichts von Liebe. Wir haben keine Liebe, denn wir sind noch voller abgetrennter, isolierter Ich’s im Hunger nach Vereinigung. Erzählt mir nichts von Liebe, solange Ihr besitzen wollt. Besitzen hat nichts mit Liebe zu tun.

Liebe ist unirdisch. Also lasst uns sterben, um zu lieben. Den letzten Schritt gehen… Den letzten Schritt. Dahin, wo Liebe ist… Weil es keine Ich’s mehr gibt, sondern nur noch ein Wir.