25.02.2008, 21:40
“Standing Alone”
Click: ~ Ilham Al Madfai – Khuttar ~
Vor kurzem hab’ ich in einem Buch gelesen, dass das Universum wie der Flaschengeist Aladins ist: Wenn man ihn ruft und sich etwas wünscht, wird der Wunsch in Erfüllung gehen. Die Bedingung dafür ist, dass die guten Gedanken am Tag die schlechten überwiegen müssen. Das muss man sich beibringen, stand in dem Buch, weil unsere Gedanken zur Realität werden. Gedanken haben “Energie”, sagt das Buch. Die Bilder, die wir in unserem inneren Auge am Meisten zulassen, werden sich in einer “Frequenz” einrasten und als Rückantwort werden diese Bilder und Wünsche in unsere Realität einkehren. Das hört sich wie der ewig belächelte Eso-Kram an; und das ist es vermutlich auch, aber man sollte sich wenigstens solchen Experimenten widmen, bevor man sie verteufelt. Das Selbe wurde auch über negative Gedanken geschrieben. Auch diese Bilder und Gedanken werden irgendwann zur Realität. Nennen wir das alles Humbug, es ist mir gleich, denn ich neige manchmal dazu, in geheimen Momenten, in denen ich mich unbeobachtet fühle, einfach solche Dinge wenigstens kurzzeitig zu befolgen, weil ich zu den Menschen gehöre, die erst einmal grundsätzlich alles oder vieles für möglich halten.
In diesem Buch stand, dass wir unsere Wünsche wie eine Art “Bestellung” aufschreiben sollen und dem Universum “vorlesen” sollen. Die Bedingung ist, dass wir nach dem “Absenden” der Wünsche gleich davon ausgehen müssen, dass wir diese Bestellung auch wirklich wie bei einer normalen Bestellung erhalten. Wie bei einer normalen Bestellung sollen wir uns einfach schonmal auf die Ware “freuen”. “Die Ware gehört mir schon, sie muss nur noch ankommen”. Das heißt, wir sollen die Wünsche direkt als “erfüllt” ansehen, sie sind nur noch auf dem Weg zu uns. Auch das habe ich versucht. Ich strengte mein pesssimistisch geprägtes Seelenleben an und dachte positiv, obwohl mich das einiges an Kraft und Verrenkungen kostete. Und was passierte? Einer der Wünsche in meiner Liste ging heute völlig unverhofft in Erfüllung. Ausgerechnet der, an den ich eigentlich am Wenigsten glaubte.
Dieser Wunsch sprach davon – wenn auch nur für einen einzigen, einmaligen Augenblick – einen Menschen treffen zu wollen, der mir in seiner Gefühlswelt so sehr glich, dass er mich wortlos verstehen würde. Und genau das geschah heute. Ich wurde von soviel Liebe und Emotionalität von einer eigentlich völlig “fremden” Person überwältigt, dass ich vor Rührung in meinen eigenen Tränen ertrank. Das Einzige, woran ich dachte war, dass ich ihr gerne die Hände küssen würde. Einfach die Hände küssen… Mehr fiel mir in dem Moment einfach nicht ein.
Danke, Du unbekanntes und vertrautes Wesen für Deinen emotionalen Überfall von so seltener Schönheit, dass mir die Luft weg blieb. Den Hoffnungsschimmer, den Du mir heute geschenkt hast, werde ich nie vergessen.
Ich werde weiterhin meine Wünsche aufschreiben und mit dem Universum kommunizieren und daran glauben, dass sie in Erfüllung gehen werden. Wenn das Universum es schafft, mir solche Raritäten wie Dich auf den Lebensweg zu schicken, dann werden die gewöhnlichen Wünsche meines Alltags doch auch erfüllbar sein, nicht wahr? Ich werde mich der Lächerlichkeit preisgeben und wieder an Magie glauben… So, wie die alte Sherry es immer tat.

Click: ~ Hossam Ramzy & Rafa El Tachuera – Al Quantara (The Bridge) ~
Inzwischen gibt es keine Worte mehr. Liebe, Ehre, Ehrlichkeit – und die Hure. Alles Wörter, einander wie angegossen, sich gleichend, kaum voneinander zu unterscheiden. Seife mich ein, damit ich endlich dreckig werde, die Sauberkeit muss von meiner Haut, sie ist so klebrig falsch. Dabei wollte ich nur in Deinen Lügen ertrinken und Dir die Füße waschen wie jeden Abend vor dem zu Bett gehen. Doch jemand hat mir ein Trugbild verpasst und gesagt, es würde Dich nicht geben – und ich gehorchte wie eine Dienerin, schloss die Augen und sagte Dir mit zusammengepressten Fäusten, dass es Dich nicht gibt. Die Wellen ritten auf mir wie die wilden Araber einst auf ihren Pferden, als sie unser schönes Land zertraten und all die goldene Weisheit unter einem einzigen Wort zermalmten. Das Feuer roch nach Menschenfleisch, doch wir lernten ihre Sprache sprechen, besser als sie selbst.
Worte, es gibt sie nicht mehr. Jedes Wort, jede Geste, jeder Tritt in dieses und jenes Gesicht ist soviel wert wie die edle Etiquette einer vereinsamten Prinzessin in ihren großen Ess-Sälen. Wir hatten auch einst eine Prinzessin, doch ihr Vater wurde vom Thron gestürzt von peitschenden Barbaren, die die weißen Brüste unserer Frauen liebten. Ihre Handspuren sind noch immer auf ihren Leichen zu finden. Sie floh aus Stolz und wurde dann doch geknechtet von ihnen – und lernte ihre Sprache, so wie wir.
Ich hatte Träume. Sie gingen in die Vergangenheit, scheiterten dort an ihrer Unwiederbringlichkeit – man bat mich, zu gehen und mein Leben zu leben. Und zwar hier und jetzt. Mein theatralischer Kampf gegen die schreienden Mauern meiner Gedanken wurden abgetan wie das Geschwafel eines Wahnsinnigen. Die Farben in schwarz-weiß waren mein zu Hause, toupierte Frauen, große, dunkle Augen, weiße, volle Schenkel in Plateau-Schuhen – und heute zeigt man mit dem Finger auf das Loch, in dem ich nicht einmal mehr wohnen darf, solange ich denken kann. Sie erzählen uns von der Errungenschaft, ein Mensch zu sein und kein Barbar mehr. Wir waren auch einst Menschen, da war ein Könnig, der einem antiken alten König die Erde küsste, unter der er begraben lag. Diesen nannten die alten Griechen einen Barbar, weil er seine Sklaven frei ließ und gebot, jeder Mensch müsse für seine Arbeit bezahlt werden.
Worte, es gibt sie nicht mehr. Die Heilige ist niederträchtiger als jede gutherzige Hure, die neben vielen ekligen Gestalten, denen sie dient auch den Einsamen eine Mutterbrust zum Einschlafen bietet. Hat ihnen jemals jemand gedankt? Dank – auch ich empfand einst Dankbarkeit, bis sie mich noch im Kindheitsschlaf auf dem Schoß meiner Eltern aus der Heimat gebombt haben. Deutsche, französische, Schweizer Bomben waren im regen Geldverkehr von hier nach Irak zu ihrem Einsatz gekommen, wir dienten ihren Versuchen, so sollte es sein. Auch bei uns hatte man einst Hoffnung auf Gerechtigkeit, doch jetzt sitzen die Opiumsüchtigen zahnlos in den Ecken meines Loches verstreut und schütteln hoffnungslos den Kopf.
Worte, es gibt sie nicht mehr. Wenn ich mich hingebe und Augenblicke auf einen Punkt in der Luft starre und beim Erwachen merke, dass mehr als eine Stunde vergangen ist, in der ich wort- und gedankenlos da saß, weiß ich, dass es keine Worte mehr gibt. Die Grenzen sind längst zersprungen, die Schönheit fängt an, zu stinken und die Maden, die sich an der verwesten Leiche begnügen, scheinen das einzig Standhafte in diesem Regelwerk zu sein, das sich Leben nennt.
Worte… Was können sie schon…
16.02.2008, 10:54
Guten Appetit
14.02.2008, 11:25
Ohne Titel
Photoshop ist so toll. Leider kann ich damit nicht umgehen, aber ich habe mir kurz ein Tutorial für die Änderung von Augenfarben durchgelesen. Und aus meinen “Waldhonigbraun” (ja, was für eine wichtige Farbe) ist jetzt ein hübsches Grün geworden. Das sieht so schön aus, dass ich mir bei dem Anblick nur denke, dass das unmöglich mein Auge sein kann. Achso: Bitte nichts gegen mein rosa Augen-Make-Up sagen.

Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
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