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Vor kurzem hab’ ich in einem Buch gelesen, dass das Universum wie der Flaschengeist Aladins ist: Wenn man ihn ruft und sich etwas wünscht, wird der Wunsch in Erfüllung gehen. Die Bedingung dafür ist, dass die guten Gedanken am Tag die schlechten überwiegen müssen. Das muss man sich beibringen, stand in dem Buch, weil unsere Gedanken zur Realität werden. Gedanken haben “Energie”, sagt das Buch. Die Bilder, die wir in unserem inneren Auge am Meisten zulassen, werden sich in einer “Frequenz” einrasten und als Rückantwort werden diese Bilder und Wünsche in unsere Realität einkehren. Das hört sich wie der ewig belächelte Eso-Kram an; und das ist es vermutlich auch, aber man sollte sich wenigstens solchen Experimenten widmen, bevor man sie verteufelt. Das Selbe wurde auch über negative Gedanken geschrieben. Auch diese Bilder und Gedanken werden irgendwann zur Realität. Nennen wir das alles Humbug, es ist mir gleich, denn ich neige manchmal dazu, in geheimen Momenten, in denen ich mich unbeobachtet fühle, einfach solche Dinge wenigstens kurzzeitig zu befolgen, weil ich zu den Menschen gehöre, die erst einmal grundsätzlich alles oder vieles für möglich halten.

In diesem Buch stand, dass wir unsere Wünsche wie eine Art “Bestellung” aufschreiben sollen und dem Universum “vorlesen” sollen. Die Bedingung ist, dass wir nach dem “Absenden” der Wünsche gleich davon ausgehen müssen, dass wir diese Bestellung auch wirklich wie bei einer normalen Bestellung erhalten. Wie bei einer normalen Bestellung sollen wir uns einfach schonmal auf die Ware “freuen”. “Die Ware gehört mir schon, sie muss nur noch ankommen”. Das heißt, wir sollen die Wünsche direkt als “erfüllt” ansehen, sie sind nur noch auf dem Weg zu uns. Auch das habe ich versucht. Ich strengte mein pesssimistisch geprägtes Seelenleben an und dachte positiv, obwohl mich das einiges an Kraft und Verrenkungen kostete. Und was passierte? Einer der Wünsche in meiner Liste ging heute völlig unverhofft in Erfüllung. Ausgerechnet der, an den ich eigentlich am Wenigsten glaubte.

Dieser Wunsch sprach davon – wenn auch nur für einen einzigen, einmaligen Augenblick – einen Menschen treffen zu wollen, der mir in seiner Gefühlswelt so sehr glich, dass er mich wortlos verstehen würde. Und genau das geschah heute. Ich wurde von soviel Liebe und Emotionalität von einer eigentlich völlig “fremden” Person überwältigt, dass ich vor Rührung in meinen eigenen Tränen ertrank. Das Einzige, woran ich dachte war, dass ich ihr gerne die Hände küssen würde. Einfach die Hände küssen… Mehr fiel mir in dem Moment einfach nicht ein.

Danke, Du unbekanntes und vertrautes Wesen für Deinen emotionalen Überfall von so seltener Schönheit, dass mir die Luft weg blieb. Den Hoffnungsschimmer, den Du mir heute geschenkt hast, werde ich nie vergessen.

Ich werde weiterhin meine Wünsche aufschreiben und mit dem Universum kommunizieren und daran glauben, dass sie in Erfüllung gehen werden. Wenn das Universum es schafft, mir solche Raritäten wie Dich auf den Lebensweg zu schicken, dann werden die gewöhnlichen Wünsche meines Alltags doch auch erfüllbar sein, nicht wahr? Ich werde mich der Lächerlichkeit preisgeben und wieder an Magie glauben… So, wie die alte Sherry es immer tat.

Standing Alone