In der letzten Zeit hatte sie etwas an sich beobachtet, das ihr nicht gefiel: Die Lust an der Arroganz. Manchmal, erwischte sie sich dabei, wie sie abwertend andere Menschen ansah und innerlich den Mund verzog vor Ekel. Voller Verachtung wandte sie sich jedesmal von ihnen ab, wenn auch nur innerlich, und fühlte sich danach befreit. Sei es aufgrund ihrer Dummheit, aufgrund ihrer Falschheit, aufgrund ihrer Bitchig-keit, die sie nie daran festmachte, wieviele Sexpartner eine Frau hatte, sondern daran, wie sie sich darstellte, als welche Rarität des Anstandes sie durch die Welt ging und was hinter den Vorhängen in Relation dazu aber wirklich abging.
Sie erwischte sich dabei, wie sie sich in einem geistigen Rachespiel neben diese Personen stelle und sich hochpries. “Wie gut, dass Du nicht so bist. Stell’ Dir vor, Du wärest so dumm, so einfältig, so falsch, so sinnlos nichtssagend, so heuchlerisch wie sie.” – Sie konnte nicht einmal behaupten, dass es ihr gut tat, so zu denken und mit solch’ einer Verachtung auf einige Menschen runterzuschauen, aber es machte kurzzeitig Spaß. Es machte einen Heidenspaß, sich von diesen Menschen zu separieren, sich als etwas Besseres zu betrachten. Bei der Wahl ihrer inneren Arroganzspielchen achtete sie stets darauf, dass das, was sie den zu verachtenden Personen vorwarf, auch wirklich der Wahrheit entsprach. Mit einem falschen Sündenbock konnte sie absolut nichts anfangen, das gab ihr nicht das Gefühl der moralischen Überlegenheit.
Niemals würde sie dem Aussehen in ihrem Spiel der Arroganz irgendeinen Wert beimessen – doch wenn sie Dummheit erblickte, regte sie sich so voller Genuss auf, so voller Leidenschaft, dass sie selbst über sich schmunzeln musste. Wie sie sich in dem Zustand dann an die Dummheit und Dreistigkeit dieser Menschen labte und sich selbst in aller Pracht, im Kontrast zur Dummheit, als intelligenten und innerlich unverdorbenerem Menschen gut finden konnte, war unbeschreiblich selbstverliebt. Sie wusste dann, was sie hatte – und stilisierte das, was sie hatte so in die Großartigkeit hinein, bis sie umfiel wie ein sich hochtürmendes Bauklotzgeflechte, das sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Es machte ihr Spaß, dann über sich selbst zu lachen, ihren Hochmut noch einmal in jedes kleinste Detail zu analysieren und all die Gründe für die lüsterne Arroganz zu finden, die sie empfand, wenn sie andere in Gedanken degradierte.
Sie war intelligent genug, um zu wissen, dass es sich dabei um nichts Anderes handelte als um große Minderwertigkeitsgefühle. Große Selbstgeißelungen und Selbsthass-Attacken fanden in immer kürzeren Intervallen statt, die sie mit den kurzen Phasen der Selbstverherrlichung zu kompensieren suchte. In denen sie sich bis zur Verausgabung das zurückzugeben suchte, was sie sich in jeder Sekunde ihres Alltags zu nehmen gewohnt war: Ihre Selbstachtung.
Natürlich ging das schief. Es bewirkte das Gegenteil, denn die Lust an ihrer Arroganz gingen ihren Idealen komplett zuwider. Nach ihren Hochs und Tiefs in diesen unendlich impulsiven und fantasievollen Selbstbildnissen eines göttlichen Ich’s, verachtete sie sich umso mehr und weinte, als habe sie ihre Arroganz wirklich gezeigt, um jemanden zu Schaden kommen zu lassen. Die Frage des “Wie, wenn sich alles nur in Gedanken abspielte”, stellte sie sich erst gar nicht. Sie war so streng zu sich selbst, dass nach jedem Genuss, die Selbstkasteiung ihren gewohnten Weg zu ihr fand.
Egal, wie sie es anstellte, sie war gefangen in ihrer blinden Endlosschleife, die ihre ganzen Gedanken scante, ihre ganzen Gefühle durchleuchtete, um sie in einem Akt das Erbrechens der eigenen Seele kurz die Gnade der Emotionslosigkeit antasten zu dürfen, bevor sie das Erbrochene wieder in sich reinschluckte. Aus irgendeinem Grund schien sie sich bewusst dazu entschieden zu haben, so weiter zu leben. Warum, wusste sie nicht. Die Frage quälte sie nicht lange, denn sie hatte sehr schnell ein neues Opfer gefunden, das sie in ihren Gedanken tief unter sich stellen konnte und leidenschaftlich verachten konnte, um sich selbst zu feiern.
Wie einsam dieses Fest doch war. Und wie endlos qualvoll der Morgen danach.

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heftig, sherry. der text ist einfach heftig. mir gefällt es, dass du nicht mehr NUR verschwommen, verschnörkelt und schön schreibst sondern dem undefinierbarem eine feste gestalt gibst. auch die andere seite finde ich schön, aber die hier hat auch was… die frau, die du beschreibst, ich glube, sie zeigt die ersten züge von verbitterung. nicht wahr?
Danke, mein Schatz.
Es ist wirklich so, dass sich je nach Phase der Schreibstil ändert. Im Moment brauche ich nichts Verträumtes, sondern mehr Konkretes. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber Du hast Recht, die Entwicklung habe ich auch mitbekommen. Das macht mich manchmal etwas traurig, denn diese Phasen schaffen es, dass ich nicht frei genug bin, um Gedichte zu schreiben. Ich spüre im Moment sowieso sehr viel Blockade, was das Schreiben angeht. Aber das hat man immerwieder mal. Es kommt schon wieder, irgendwann. Das Kribbeln…
Ne?
Ja, ich glaube, die Frau im Beitrag ist verbittert. Aber sie hat noch nicht diese Härte erlangt, die verbitterte Frauen haben. Diese Stagnation, diesen Fels, der verbitterten Frauen oft dieses spitzmündige und griesgrämige Gesicht wie in Stein gemeißelt vermittelt. Nicht wahr?
das ist normal, schatz… du hast dich ja auch verändert, viele neue erfahrungen gemacht, einsichten gewonnen. ich bin nicht froh, dass du diese erfahrungen gemacht hast, aber ich bin froh, dass du jetzt etwas vorsichtiger geworden bist und keine perlen mehr vor die säue wirfst. wobei ich sagen muss, dass du noch immer viel zu gutmütig bist…
Das sagt gerade die Richtige…

OMG Sherry ich bin so glücklich…hatte huete meine MSA und endlich habe ich es hintermir (L)
Der Txt ist übergeil
mir kommt die Situation bissl bekannt vor o.o
MSA? Was ist das? Sag’!
Die Situation kommt Dir bekannt vor? Inwiefern?
Ahso bei euch gibt es sowas nicht ?
Ist der mittlere Schulabschluss, heute war die Präsentationsprüfung ich musste dann mit meiner gruppe 50 mins über ein thema labern und danch die fragen der lehrer beantworten. Ich hasse sowas…. vor Leuten stehen und labern
Naya ich bin manchmal selber arrogant, und genieße meine Überlegenheit gegenüber den anderen
Das weiß ich doch nicht, Patryk. Damals gab’s diesen Begriff zumindest nicht – mitteler Reife gab’s schon, aber ich kannte die Abkürzung nicht. Glückwunsch jedenfalls, Du musst Dich total erleichtert fühlen.
In dem Text über Arroganz siehst Du ja deutlich, dass die Frau diese Arroganz nicht aus echtem Selbstbewusstsein heraus empfindet. Viel eher kompensiert sie eine Art “Selbsthass” und “Selbstverachtung” damit. Ich finde fast, jede Art der Überheblichkeit ist mitunter dadurch bedingt, dass jemand gewisse Unsicherheiten kompensieren und kaschieren will.
Wie siehst Du das?
Ich mache es auch nicht richtig bewusst :D
“Ich finde fast, jede Art der Überheblichkeit ist mitunter dadurch bedingt, dass jemand gewisse Unsicherheiten kompensieren und kaschieren will”
Scheiße du hast mich enttarnt xD. Nachdem du es jetzt so gesagt hast…hmmmm da ist etwas dran :o
Und damit Du Dich nicht so bescheuert fühlst, lass Dir gesagt sein, dass ich mich auch einwenig in ihr wiederfinde.
Da finde ich wirklich beruhigend. Jetzt bin ich nicht der einzige, der sowas zugibt :p
Ein starker Text Sherry jan, danke
Ja, auch ich war mal so verletzlich und erschöpft, daß ich mein Leid hinter dem Schild der Arroganz zu verbergen suchte. Ich war dermaßen arrogant, daß ich mich selbst fast nicht ausstehen konnte…
Doch irgendwann war ich in der glücklichen Lage erkennen zu können, daß die wahre Stärke nicht im Äußeren sondern im Inneren liegt.
Laotse drückte es im Kapitel 33 so aus:
“Wer andere besiegt, hat Kraft. Wer sich selber besiegt, ist stark.”
“Wer andere kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist erleuchtet.”
In diesem Sinne Sherry jan

Ich möchte mich der aroganz meiner art mal vorsellen.
Ich als Mann bin dann arogand wenn ich weis das ich zu wenig habe.
Z.B. ich habe keine Freundin und jemand kommt und spricht über seine Freundin.
Werbale gewalt, physiche gewalt das sind in diesem Moment die Waffen womit ich mich ergötze.
Meine tiefste verletztheit gegenüber das dem Fühlen das ich zu wenig Habe bringt mich zum Lästern.
Z.B. der ist ein Zuhälter sie ist eine Hure…. .
Bis man dann eines Tages ins Fettnäpfchien tritt
und es sogar mit dem dem Leben bezahlt.
Aroganz eine gefährliche Waffe.
Ob nun Mädchie oder auch junge die Aroganz ist bei beiden Geschlechtern eine Tiefe Verletzung.
Z.B. man hat eine schwäche und versteckt sie.
Diese unsympatische Art ist schrecklich.
Ich nenne das (Orrdeye Darunie).
Ich habe auch gute Eigenschaften wie auch positive
Kunst.
Ich habe Jahrelang meiner Kindheit und meinem
Teanedescherleben Nachgetrauert.
Schluß damit.
Aroganz ist eine negative eigenschaft ja sogar eine Negative Kunst.
Kunst kann eine Weld nicht ändern aber lLebenswert
machen
Musiker, Maler…. sind ein ventil der Kunst alles leben auf der Weld zu fühlen und dem Leben beizutragen.
Aroganz gehört zum Leben und ist da ich es als schmerz empfinde ein gefühl.
Man sollte sich mehr damit außernandersetzen.
Allgemein:
Im eigendlichen Sinne sollte man wenn man das glück hat nicht Arogant zu sein den aroganten nachzu Äffen genau vor seinen/ihren Augen.