Kunst entschärft die Gedanken und die Analysier-Lust, aber lässt die Gefühle erblühen, egal, um was für Gefühle es sich handelt. Alle Schreckgedanken mutieren zu Lavinen eines Horrormassakers – und alles, was in einem vorsichtig blüht und schön ist, trägt mit und durch die Kunst große, reife Früchte, fliegt wie Schleier durch die Winde, zerreißt sich im Höhepunkt seiner Lust und fällt wie weiches Laub auf die Wolken Deiner hebenden Brust.

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Kunst muss also wohldosiert sein, sonst überrauscht sie den logisch-denkenden Teil des Gehirns. Und ich weiß gerade nicht, ob ich das will. Wie kommt es dann, dass ich gerade in der letzten Zeit ständig (amateurhaft) “künstlerisches” Zeug versuche? Ich versuche nicht “Kunst” zu machen, sondern ich tu’, was mir Spaß macht – und das wird dann meistens etwas Richtung Kunst. Ich habe jedoch gemerkt, dass mich das so sehr ablennkt, dass ich nicht mehr dazu im Stande bin, nachzudenken. Und je mehr ich jetzt darüber nachdenke, merke ich, dass ich wohl genau das will: Einfach nicht mehr nachdenken.

Ich diskutiere manchmal in Foren rum. In meiner Argumentationsweise wurde ich schon oft wegen meiner “Sezierfähigkeit” gelobt; und ich selbst merkte, dass ich Worte sehr gezielt und effektiv auf meinen Diskussionspartner loslassen kann. Und im Moment? – Gar keine Lust. Wenn ich diskutiere, dann in Stichpunkten und chaotisch. Ich hege weder Ambitionen noch die Lust, mir Mühe zu geben, verstanden zu werden. Meine Argumentation ist unsauber und unfundiert. Ist das gut? Ich weiß es nicht.

Vielleicht brauche ich einwenig Pause von all den Farben und Formen. Gedichte ertrage ich ja schon seit längerer Zeit nicht mehr, die weichen richtig meine Birne auf wie eine Stulle Gras – und danach fange ich an, den romantischen Kram einfach nur zu verachten, weil die Realität zwar alles ist, was ich hasse, aber auch alles ist, was ich habe, deshalb hüte ich sie so gut ich kann.

Ich glaube, ich brauch’ wieder ein gutes Buch. Am Besten ein Sach- oder Lehrbuch. Kalte Formulierungen beruhigen mich oft – wie festes Land unter den Füßen nach einer großen Flut. Wenn ich etwas mit Zahlen anfangen könnte, ich würde in die Mathematik flüchten.