Archiv für April, 2008
21.04.2008, 01:14
Die Beute von heute
19.04.2008, 19:07
Pläne vom Fortgehen…

In der Fülle Deiner jugendlichen Gedanken und der Menschen um Dich herum findest Du erst einmal Halt. Du beginnst, jeden philosophischen Gedanken, jede Möglichkeit in Deinem inneren Auge zu kombinieren und meinst, daraus eine neue Welt kreiert zu haben. In Deinem neuen Idealismus fängst Du an, Deine “Theorien” vorsichtig an zu testen. Erstmal bei den weniger Klugen, dann bei dem guten Mittelmaß-Mitmenschen – und wenn es bis dahin recht gut angekommen ist; das heißt, man Dich nicht ausgelacht hat ob Deiner Konstruktionen, gehst Du auf die hellen Köpfe zu. Die hellen Köpfe in der Schule sind nicht die ewig auswendig lernenden Streber, sondern die irgendwie etwas miefenden Skurrilos, die sich von den in Deinen Augen “armseligen” Fashion-Victims abheben und jedem Lehrstoff zum Trotz bis zu zehn plausible Gegenargumente ins Gesicht des Lehrers knallen, um zu zeigen, wie sehr sie sein gefressenes Wissen verachten. Irgendwann merkst Du, dass man nicht richtig liegen kann – also der Wahrheit am nächsten sein kann – wenn man – egal, worum’s geht – eine Antihaltung einnimmt. Also entfernst Du Dich von den Skurrilos und suchst weiter.

Die Odysee ging sehr lange, ohne dass ich es merkte. Ich habe immer wieder Menschen gesucht, bei denen ich mich in irgendeiner Weise gedanklich und emotional zu Hause fühle, aber es hat nur sehr selten geklappt. Manchmal waren die Begegnungen sogar so kurz (aber auch so genussvoll) wie eine Portion Frappucino an einem seltsam verregneten Tag mitten im Sommer – aber wenigstens gab es sie, diese kurzen Raststätten; und man tankte wieder Zuversicht.

Im Laufe meiner Entwicklung habe ich Menschen überbewertet, die es nicht wert waren, “Freund/in” genannt zu werden. Ich fing an, mich zu rechtfertigen, mich zu erklären, alles dafür zu tun, dass sie sich nicht verletzt fühlten aufgrund der Tatsache, dass ich so bin, wie ich bin. Sogar verbogen habe ich mich, um niemanden weh zu tun, außer Acht lassend die Tatsache, dass man mir weh tat, weil man mich nur unter Bedingungen “akzeptierte”. Ich wollte manche von ihnen sogar auf eine subtile Art “heilen” und ihnen Großherzigkeit beibringen, indem ich ihnen immer wieder die Hand hinhielt, wenn sie Hilfe brauchten, damit sie sehen, dass nicht nur die Freundschaft von Loyalität lebt, sondern das ganze Miteinandersein – und wurde wieder und wieder Zeuge ihrer Versuche, mir ein Messer in den Rücken zu stechen. Und sei es auch nur bei einer dezenten Zurückhaltung in einer Situation, in der sie hätten so hinter mir stehen müssen, wie ich immer hinter ihnen stand oder auch nur die nach Oberflächlichkeit stinkende Unbedachtheit, mit der sie dem Leid begegnen, wenn auch ganz ohne böse Absicht – distanziere ich mich sofort.

Nach dieser langen Suche nach einem “zu Hause” in Freundeskreisen, habe ich einfach akzeptiert, dass ich eine Einzelgängerin bin und immer eine bleiben werde. Ich habe mich mit anderen Einzelgänger/innen zusammen getan, aber ich bin immer eine geblieben. Ich habe lange gebraucht, um das wirklich zu erkennen, weil man Einzelgänger als Menschen kennt, die nicht so sehr von einem großen Garten träumen, in dem es ein großes, weißes Haus gibt, in der jede geliebte Kleinfamilie der Großfamilie lebt und jeder Freund ein Zimmer bewohnte – aber so ist es: Ich bin eine Einzelgängerin.

In der letzten Zeit denke ich sehr ans Auswandern. Die Konstruktion “Deutschland” hat mich nie mehr belastet als in den letzten 3-4 Jahren. Ich dachte immer, ich fühle mich wohl hier; und vielleicht war es auch immer so, aber ich tu’ es nicht mehr. Ich fühle mich nicht mehr sicher hier – und damit das nicht falsch verstanden wird: Es liegt nicht ausschließlich an den “Deutschen”, sondern auch an einigen Ausländergruppen, die mich immer mehr nerven und auf Kosten von Ausländern, die sich hier wirklich eingliedern wollen, ihre “Manieren” und ihre “Kultur” meinen, in pervertierter Form ausleben zu müssen. Auch die Iraner in Deutschland stoßen mich in gewissen Punkten immer mehr ab. Kein Zusammenhalt, keine Offenheit, kein Rückhalt, keine Sicherheit.

Das Land, in das ich auszuwandern gedenke, ist ausgerechnet Hass-Außenpolitik No. 1 oder 2: Amerika. Ausgelöst wurden diese Wünsche von einem Noruz-Video. Die Straßen von sämtlichen Straßen in den USA waren voll von feiernden Iranern, die gemeinsam Neujahr feierten und am letzten Tag des Neujahres in Massen mit ihren Familien Picknick hielten, so wie es seit tausenden Jahren für einige iranische Völker der Brauch ist. Nebenbei liefen amerikanische Reporterinnen herum und interviewten die Massen. Amerikaner feierten mit und beglückwünschten Iraner zu ihrem neuen Jahr und aßen mit. Die Situation kam mir so unglaublich surreal vor, dass mir der Mund offen blieb. Ich lebe seit über 20 Jahren hier – und mir ist soetwas noch nie begegnet – und dann sehe ich diese Art von Offenheit gerade in dem Land, dessen Außenpolitik ich so dermaßen verachte.

Ich habe schon oft gehört, Amerikaner seien dümmer, ungebildeter, ignoranter, furchtbar patriotisch (was mich besonders nerven würde) und dazu sehr oberflächlich. Das war alles für mich Grund genug, um nicht dort leben zu wollen. Auf der anderen Seite frage ich mich inzwischen: Was habe ich von der angeblichen “Nicht-Oberflächlichkeit” der in Deutschland lebenden Menschen (ob nun Ausländer oder Deutsche)? Und was schadet es mir, wenn ich zwar keine tiefe, innige Freundschaft zu der Amerikanerin eingehe, diese mich aber nett anlächelt und mir ein paar nette, vielleicht sogar ernstgemeinte Komplimente an den Kopf wirft, anstatt passend zur grauen Betonlandschaft voller, selbst auferlegter Ignoranz seiner Umgegbung gegenüber durch die Gegend zu laufen? Es schadet mir nichts. Ich bin schon lange nicht mehr irgendwelche Freundschaften aus. Ich glaube, Freundschaft ist wie Liebe – sie fällt vom Himmel und ist plötzlich da – und es liegt dann an den Beteiligten, sie vorsichtig miteinander zu vertiefen.

Bis aber soetwas Wundervolles vom Himmel fällt, soll der Himmel wenigstens blau sein und die Gesichter nicht so abgeneigt. Ich will hier einfach weg… Ich will hier nicht alt werden. Das Leben soll endlich so sonnig und bunt sein wie diese zwei Eisbecher.

16.04.2008, 20:27
~*~

Im Einkaufszentrum heute…



Auf dem Spielplatz gestern…


14.04.2008, 23:15
Chello Kabab

Die Fotos sind leider nicht gut geworden, weil es zu dunkel war und ich einfach nicht weiß, wie man das mit den manuellen Einstellungen so macht. Aber so sah unser Tisch gerade aus – ich habe gekocht (persisch), und Peyman hat sich als freiwilliges Opfer angeboten, die “Sache” über sich ergehen zu lassen. Es hat ihm geschmeckt – und er lebt noch. Haha.


13.04.2008, 19:11
Kartoffel-Herz

Ich weiß, wir befinden uns im Moment in einem Foto-Blog, so wie wir uns auch einige Zeit in einem “Malerei-Blog” befanden. Es tut mir furchtbar Leid, aber es geht fast grad’ nicht anders. Wir wollten essen, haben Kartoffel geschält – und ich wette mit Euch, dieses Herzchen wäre Pepe auf jeden Fall “entgangen”. Er hätte sie geschält und getötet und dann gnadenlos gegessen. Ich habe sie gerettet und sie wenigstens auf einem Foto festgehalten.