Archiv für April, 2008
13.04.2008, 11:06
Auf Motivjagd…

An manchen Tagen findet man einfach nicht den richtigen Augenblick, an dem man knipsen muss. Ich habe immer noch Probleme damit, andere Menschen auf der Straße zu fotografieren. Wie soll man das machen, ohne dass sie sich in ihrer Pirvatsphäre gestört fühlen? Und wie soll man natürliche Bilder schießen, wenn man sie vorher fragt, ob man sie fotografieren darf?

Coralita, Martin – wie macht Ihr das?

Hier ein paar Fotos von vorgestern. Ich bin ehrlichgesagt mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Außerdem nervt es mich langsam, dass ich kein technisches Wissen über die Fotografie habe und ich eigentlich ein Mensch bin, der Tutorials meidet wie die Pest, weil ich immer einen “lebenden” Lehrer brauche. Urks. Ich hab’ schon nach Kursen in der Volkshochschule geguckt – für Fotografie & Photoshop und bin fündig geworden.

Diese zwei Damen habe ich gerade noch so versteckt aus dem Auto erwischt. Durch die Scheibe leider nur, deshalb ist die Qualität der Bilder nicht so gut geworden. Zudem waren sie auch sehr weit weg, und ich musste mein Zoom überstrapazieren. (Bilder wie immer zum Vergrößern anklicken)

Hauptsache, es glitzert, dann ist es auch ein gutes Motiv…

Hier noch zwei ungemütliche Bilder…

12.04.2008, 12:16
Tischtennis

Pepe macht sich die ganze Zeit über mich lustig, dass ich jedem erzähle, dass ich im Tischtennis gegen ihn gewonnen habe – 21 zu 18, um genau zu sein. Was weiß ich, wie sehr er damit angegeben hat, dass er vor 15 Jahren im Verein war und sogar an Turnieren teilgenommen und Urkunden gewonnen hat. Ich hingegen kann nur auf eine “Spielplatzkarriere” verweisen, was ich auch sehr trotzig tat. Großkotzig sagt er: “Wenn Dir beim Spiel das Gewinnen am wichtigsten ist, Schatz, dann spiel’ lieber nicht mit mir. Das ist dann nicht so gut für Dein Selbstbewusstsein.” – sein selbstzufriedenes Grinsen danach kann ich nicht beschreiben, das muss man gesehen haben. Eine Pfanne hätte die Sache nicht zurecht rücken können. Ich musste mir etwas anderes einfallen lassen. Und die einzig gute Rache sah eben so aus, dass ich einfach gewinne. Schlicht und einfach gewinne.

Auf dem Weg zurück nach Hause, kauften wir uns Tischtennisschläger und Bälle. Ohne zu Hause Halt zu machen, damit wir uns wenigstens Sportschuhe anziehen, fingen wir an, zu spielen. Anfangs merkte ich, wie sehr ich eingerostet war. Ich rechnete nebenbei nach, wie lange ich schon nicht mehr gespielt hatte – und das waren wirklich 10 Jahre. Damals schlief ich sogar mit meinem Tischtennisschläger unter meiner Wange ein, der Fußball lag direkt neben meinem Bett und meine Zimmerdecke war schon ganz vergilbt von meinen Sprungübungen für’s Volleyball. Mein ganzes Leben bestand damals aus diversen Team-Sportarten, in denen ich gerade dafür, dass ich ein Mädchen war, extrem glänzte.

Pepe konnte sich das bis jetzt nicht so richtig vorstellen. Nach dem Abi wurde es nämlich immer schwerer, die alte Truppe rauszukriegen und mit ihr draußen zu “spielen”. Die Mädchen haben sich irgendwann gar nicht mehr für’s Teamsport interessiert und die Jungs sind alle umgezogen – also war’s das mit dem Sport. Tischtennis- und Badmintonschläger kamen immer weniger dazu, von mir benutzt und geliebt zu werden – vom Volley- und Fußball gar nicht mehr zu sprechen.

Deshalb dachte Pepe bis gestern, ich würde schlicht und einfach gemäß meiner manchmal auftretenden Macho-Allüren übertreiben. Doch ich konnte ihn schon im Sportgeschäft skeptisch und verwundert gucken lassen, als ich mit meinen dämlichen Stiefeln den Fußball einige male hochgehalten habe, weil ich den Ball mal “antesten” wollte. Die psychologische Angriffsfläche war also aufgebaut durch meinen Umgang mit dem Fußball, der Rest würde bald mit dem Tischtennisschläger geschehen.

Tatort Tischtennisplatte. Wir fingen mit dem Match an. Es dauerte bei uns beiden, bis wir warm wurden, weil wir ewig nicht mehr gespielt hatten – aber dann ging’s los. Egal, wie Pepe die Bälle angedreht hatte, ich versuchte es weiter mit meiner recht einfachen und straighten Spielweise. Ich hasste es, Bälle anzudrehen, da sie das Spiel kaputt machten. Vielen Jungs ging es beim Tischtennis immer darum, schnell zu punkten – ich hingegen liebte es, wenn der Ballwechsel so lang und spannend wie aufrechterhalten wird. Einmal schmetterte ich einen Ball auf seine Seite des Tisches, den er nicht für “schmetterbar” hielt. Er schaute mich daraufhin sehr verwundert an und brachte ein klägliches: “Gar nicht mal so übel, Schatz.” raus. (Das ist das höchste an Anerkennung, die ich in einer Sache kriegen würde, in der er gegen mich verliert).

Wir gingen mit 21 zu 18 aus dem Match – und ich frage mich nun, ob ich je wieder mit ihm Tischtennis spielen soll oder lieber bis ans Ende meiner Tage überall rum erzählen soll, dass ich Pepe besiegt habe. Seine Ausflüchte nach dem Spiel machen es mir natürlich sehr schwer, nie wieder mit ihm zu spielen: “Naja, ich wollte Dich mal gewinnen lassen! Ich konnte Dich nicht einschätzen und wollte noch nicht alles geben. Aber ich weiß ja jetzt, dass Du ein ernst zu nehmender Gegner bist, also spiele ich das nächste Mal auch anders. Wirst schon sehen.” – Diese verdammten Sätze fordern mich und meinen Stolz natürlich heraus. Und so, wie’s aussieht, werden wir heute oder morgen wieder spielen. Was will er sagen, wenn er diesmal verliert? Dass er seine Tage hatte?

Ich kenne meine Ausrede jedenfalls schon: “Na und? Ich bin ja auch ein Mädchen.”

07.04.2008, 21:52
Quer durch

Heute war ein grauer Tag, eigentlich kein guter, um irgendetwas zu fotografieren. Pepe und ich waren auch eher gestresst unterwegs (Amtskram) und nicht, um irgendwo irgendwie gemütlich Fotos zu schießen. Aber ich bin es im Moment gewöhnt, die Kamera immer mitzunehmen – für den Fall der Fälle. Der beste Fall der Fälle war diese Frau, die genüsslich in ihr Croissant beißt. Ehrlich, ich habe dieses Foto geschossen in einer Art “Panik”, weil Frauen es normalerweise überhaupt nicht leiden können und wie Furien reagieren, wenn man sie beim Essen beobachtet – geschweige denn fotografiert. Aber dieses Bild ist so köstlich. Ihr Gesichtsausdruck, die Vorfreude vor dem Biss, der farblich perfekt abgestimmte Mantel zu den Blumen, die farblich perfekt abgestimmte Tasche zu dem Grünen, das schwarz-weiß ihres Rockes zu dem Grau des Betons – alles. (Bilder wie immer anklickbar)

Dieser Hund hier hatte etwas unfreundliches an sich, wie sein Frauchen. Sein Frauchen durfte ich nicht fotografieren, sie hatte sich schon demonstrativ umgedreht. Also hab’ ich ihren Hund genommen. Das Frauchen sieht im Gesicht genauso aus, hat die selbe Mimik – deshalb fand ich’s gar nicht mehr schlimm, dass sie sich umgedreht hat.

Leider konnte ich die Auffälligkeit der Blüten in Relation zur grauen Umgebung hier nicht auffangen. Aber in Real wirkten sie so, als hätten sie die Aufgabe der Sonne übernommen. Sie strahlten einfach.


So vielleicht besser?

Ich liebe ungemütliche, stinkende Motive wie Fabriken, Garagen, Abrisshäuser. Leider ist das Licht in solchen Ortschaften nie besonders gut, und da ich gar keine Ahnung von der Technik der Fotografie habe, ist das Bild etwas unscharf geworden. Ich habe versucht, die mangelnde Qualität & Technik durch ein paar Farbeinlagen mit Photoshop wett zu machen.

Und hier ein paar belanglose, aber irgendwie ästhetische Bilder… (Die Japaner habe ich aus einer Entfernung von ca. 100 Meter eingefangen. Ich liebe meine Cam)

Anlässlich immer wieder auftretender Fragen seitens der Frauen, warum sie denn immer den selben Typ von Mann anziehen, der sie ausbeutet und ausnützt, kamen mir folgende Gedanken in den Sinn.

Ich kann Männer nicht so gut beurteilen wie andere Frauen, da ich sie (fast) nur in Freundschaften & Kumpelschaften kennen gelernt habe. Ich habe mit ihnen Fußball gespielt, Mutproben gemacht, sie ihm Armdrücken besiegt (mit 13 wohlgemerkt, später ging das nicht mehr) und mit ihnen über technisches Spielzeug diskutiert – aber ihre “Arschlochseiten” in einer Beziehung habe ich mehr durch andere Frauen erfahren, nie direkt selbst.

Dennoch würde ich gerne eine kleine Beobachtung erzählen, die sich im Laufe der Jahre immer mehr bestätigt hat. Wenn eine junge Frau von vorneherein ausstrahlt, dass sie einen “Beschützer” an ihrer Seite will und braucht, dann strahlt sie etwas verletzliches, unselbständiges, abhängiges aus, das ein Signal von “Naivchen”, “Devotchen” oder sogar “Dummchen” an die Männer weiterleiten könnte. (Das heißt nicht, dass sie es sind, das heißt nur, dass Männer den Wunsch nach Hingabe so wahrnehmen und dahingehend ausnutzen) In ihrem männlich, testosteron-behafteten Elan zieht das je nach Zeit & Ort leider genau den Typ von Mann an, der nicht besonders viel Selbstbewusstsein hat, deshalb den wirklich übertriebenen Arschloch-Macho hergeben muss und auf jeden Fall eine Frau braucht, die ihn braucht, die abhängig von ihm ist, die devot ist, die sich ausnehmen lässt in jeglicher Hinsicht – emotional oder auch sexuell.

Strahlt eine Frau zumindest anfangs eine Art Stolz, Selbständigkeit und Geradlienigkeit aus – einen Schuss subtilen, aber eher verschlossenen und distanzierten Sex-Appeals; nicht im Sinne von “hier nehmt mich”, sondern “nein, mehr gibt’s nicht” – zieht sie automatisch überwiegend Männer an, die eine stabile und starke Persönlichkeit haben, mit genug Selbstsicherheit, dass sie der vollsten Überzeugung sind, es mit einer starken Frau “aufnehmen” zu können, die ihn liebt, weil sie ihn liebt und nicht, weil sie ihn braucht. Die ihn liebt, weil sie ihn liebt und nicht, weil sie innerlich so “unvollständig” ist, dass sie ihn als seelische Krücke benötigt. Solche Frauen mit solch einer Ausstrahlung werden seltener die ausnutzenden Arschlöcher anziehen, als die oben beschriebenen. Das liegt schlicht und einfach daran, dass Arschlöcher zuwenig Eier in der Hose haben, um auf eine stolze Frau zuzugehen – und zudem noch zuwenig Eier in der Hose haben, um eine von anfang an schutzsuchende Frau gebührend anders zu betrachten, als nur ein Mittel gegen ihre Minderwertigkeitsgefühle.

Der selbstsichere Mann, der bereit ist, auf eine starke & ebenbürtige Frau zuzugehen, wird in der Liebe die aufkeimende Schwäche & das Schutzbedürfnis der Frau als fragiles Geschenk annehmen und sie fest halten, ohne sie dabei emotional ausnutzen zu müssen. Ohne sich dadurch zu definieren, wie hilfebedürftig und unterwürfig die Frau im gegenüber ist.

Deshalb glaubt nicht an den Prinzen, den Ihr dazu benötigt, Euch aus dem Schlamassel zu holen, weil Ihr es selber nicht schafft (Ihr schafft es, und wie Ihr es schafft) – seid eine stolze Prinzessin, die sich zwar nach der Liebe eines Prinzen sehnt, aber weiß, dass sie im Notfall auch alleine zurecht kommt. Ihr werdet dann zwar keine Prinzen anziehen, die sich in ihrer Rüstung und mit ihrem Schwert noch tapsig Richtung Männlichkeit & Macht bewegen und dabei in ihrer Unsicherheit eben oft über die Stränge schlagen – aber dafür Könige.

Und wenn dieser König da ist, dann gebt Euch hin, so oft Ihr wollt. Liebt ihn, braucht ihn, gebt Euch Eurer emotionalen Abhängigkeit meinetwegen hin – er ist stark genug, um das nicht als Triumph gegen Euch zu benutzen – einfach, weil er genug Selbstachtung hat. Er wird Euch in einigen Augenblicken sogar seine emotionale Abhängigkeit Euch gegenüber ein schönes, sensibles Bild schenken, das Euch überwältigen wird.

Man erkennt den “Charakter” eines Mannes oft sehr schnell, indem man herausfindet, wen oder was er von vorneherein sucht… Ob nun bewusst oder unbewusst, beides ist aussagekräftig.

06.04.2008, 00:48
Ohne Titel

Dieses Foto hat mein Bruder geschossen…