ich frag’ mich, wo Du bist. Fast jeden Tag tu’ ich das. Das letzte Mal, als wir uns unterhielten, meintest Du zu mir, dass Du Dich, solltest Du noch einmal länger fort sein, auf jeden Fall bei mir melden würdest, damit ich mir keine Sorgen mache. Nun bist Du seit fast 2 Monaten wie spurlos verschwunden – und da ich Dich für einen Menschen halte, der sein Wort hält, mache ich mir nun unheimliche Sorgen. Ich gehe davon aus, dass Dir etwas schlimmes widerfahren ist – und die Ungewissheit beschäftigt mich inzwischen jeden Tag. Ich hoffe, dass Du einfach nur die Schnauze voll vom Bloggen hast. Ich hoffe, dass Du Dir irgendwo im weiten Web ein neues, anonymeres Blog eingerichtet hast, in dem Du Deiner wunderschöne poetische und bildreiche Sprache Flügel verleihst und auf die Menschheit loslässt. In dem Du weiter über Deine einsamen Männer schreibst. Ich hoffe, dass Dir einfach nur die irgendwie dann doch etwas persönlicheren Bindungen zu Deinen Leser/innen zuviel geworden sind und Du Dich deshalb zurückgezogen hast.

Lady, ich will gar nicht, dass Du den Kontakt zu mir weiter aufrecht erhältst, ich bitte Dich nur um eines: Gib’ mir ein winziges Lebenszeichen – und sei es auch nur ein Punkt, den Du mir per Email schickst oder ein dickes “Adios, Sherry, kein Bock mehr, versteh’ das!” – dann werde ich Dich niemals aufhalten oder Dir irgendwelche Fragen stellen. Ich will nur wissen, dass es Dir gut geht, dass Du gesund bist, dass Du Deiner Schwester gerade bei der Schwangerschaft beistehst, dass Du das Leben genießt, die Dinge weiter aus Deinen magischen Augen betrachtest – dass Du lebst und liebst. Das ist alles…

Sag’, dass es Dir gut geht oder dass Du zumindest noch lebst.