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Archiv für Mai, 2008
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16.05.2008, 19:32
Wenn der Himmel grau ist…
13.05.2008, 22:55
Blupp im Kopf °oO( Lalalala %&$§”+* )
Ich habe mir heute ein neues Parfum geholt, und ich hoffe wirklich, dass es zu mir passt. Ich finde, es ist etwas kitschig, aber frisch-fruchtig-süß, die Mischung, die ich zwar gesucht habe, aber überzeugt hat es mich noch nicht ganz, obwohl sämtliche Bekannte, denen ich heute in der Stadt begegnet bin, sich direkt wie ein Klette an mich banden und “Mhhhhhhhhm, riechst Du geil” sagten. (Ich weiß, ein sehr tiefsinniges Thema, aber es muss jetzt sein!) – Und nein, ich habe das Parfum nicht wegen der Farbe gekauft.
Ich hatte Zeit, also schnupperte ich noch an diesen Chanel-Exemplaren. Wie kann man nur Chanel benutzen? Ich finde, man riecht dann automatisch wie eine 50 jährige Diva mit künstlich gedunkelter und französi-ierter Stimme, gelben Zähnen, Pelz, mittelrotem Lippenstift und blondierten Haaren, die ab und an zu hysterischen Angriffen neigt und nach “Riechsalz” verlangt, weil ihr zartes Seelchen sich der Ohmacht nähert. Näh. Ansonsten habe ich nicht viel zu erzählen. Der Tag war so prappevoll und chaotisch, dass ich jetzt eh nicht alles aufschreiben könnte. Nur eines: Die Welt tickt aus – und das nur, weil die Sonne einwenig scheint. Heute habe ich einen Hund in der Bahn verteidigt, weil irgend so eine Dreckskuh meinte, er habe kein Recht, “Platz wegzunehmen”. Dabei lag der Arme doch nur auf dem Boden. Nur weil nichts am fetten Arsch dieser Tante vorbei kam, sollte der Hund vom Erdboden verschluckt werden, unfassbar. Den Rest erzähle ich vielleicht später, mir fallen die Augen zu. Hier noch ein paar Bilder. Nichts besonderes, aber egal: 12.05.2008, 14:49
“Einen Sonnenstich bitte”
Ganz Deutschland (hoffe ich zumindest) müsste bis jetzt aufgefallen sein, dass das Wetter einfach nur traumhaft ist. Ich wünsche mir zwar ab und zu eine andere Landschaftskulisse (Sonne, Strand, Meer, weiße Häuser), aber ich bin dennoch glücklich über die gute Laune Deutschlands. Überall riecht es nach nacktem und gegrilltem Fleisch (beides sehr hübsch anzusehen meistens) und der schwere Geruch der Blumen und Bäume lassen mich fast vergessen, dass wir gerade einmal Spätfrühling haben und nicht etwa Tiefsommer. Ich hoffe, Ihr genießt die Tage auch so ausgiebig wie wir und begebt Euch so selten wie möglich ins Internet. Ich bin ehrlichgesagt auch gerade nur hier, um ein paar Fotos reinzustellen. Bis bald, Ihr Lieben… 07.05.2008, 18:26
Sherry und der Kitsch – eine unendliche Geschichte…
Ich hab’ den Kram tatsächlich irgendwo in meiner Wohnung hängen. Die Klunker sind auch nicht zu übersehen – man wird quasi von ihnen geblendet und wird erst einmal für drei Minuten ohnmächtig, bevor man wieder zu Sinnen kommt. Ich natürlich nicht mehr – meine Sinne sind daran “gewöhnt”. Ich frage mich aber noch immer, warum ich überhaupt keinen Schmuck trage bei meinen Vorlieben. Versteht das jemand? 06.05.2008, 14:51
Meine Halskette und Du
Einmal verhedderte sich meine Halskette an Deinem Pulli, obwohl ich eigentlich nie Halsketten trug, tat ich es an dem Tag, um Dich auf meinen Hals und mein Dekolleté aufmerksam zu machen – so wie auf alles andere, was Du nicht haben durftest. Doch ich hing komplett an Dir fest und kam nicht von der Stelle, dabei hatte ich die Nacht zuvor bis in jede peinliche Einzelheit meinen distanzierten und erhabenen Auftritt Dir gegenüber geplant. Jede Reaktion und jeder Annäherungsversuch, der von Dir kommen könnte, habe ich vor meinem inneren Auge in einer Generalprobe durchgespielt und einen perfekte Defensive dazu entwickelt. Und nach all den peinlich peniblen Gedankenspielen kam das hier dabei raus: Ich hing fest. Ich tat so, als würde ich mich unberührt darauf konzentrieren, das Problem zu lösen. Du solltest nach diesem Abend an mir hängen, nun hing ich im wörtlichen Sinne an Dir – und Du schienst Dich darüber zu amüsieren. Ich ignorierte Deinen intensiven Blick in mein verlegenes Gesicht völlig, ja völlig – aber nicht genug, verdammt – denn ich errötete. Dein verdammter Geruch, der war das Schuld. Man konnte die Augen schließen oder wegschauen, aber man konnte sich nicht die Nase zuhalten. Das verdammte Teil wollte sich nicht lösen lassen. Ich begann, daran zu zerren und fluchte undamenhaft, dabei wollte ich doch unnahbar wirken, ich Trottel. Dein Lächeln konnte ich förmlich riechen, so wie ich das Aufgehen einer Blüte in einem dunklen Raum hätte riechen können. Das Verschmitzte, das darin lag, war so unverschämt, dass ich wütend wurde. Ich sah diesem Mund genau an, was Du dachtest: “Wie niedlich. Wie unbeholfen – und alles nur, um so zu tun, als ließe ich sie kalt.” – Das ärgerte mich so sehr, dass ich die Kette ungeduldig aus Deinem Pulli rauszerrte und ausversehen ein Kneuelchen mein Eigen nennen konnte. “Oh nein…”, fluchte ich. “Ich kauf’ Dir natürlich einen Neuen”, nuschelte ich, schaute Dich aber weiterhin nicht an und fuchtelte an der Kette, als wolle ich sie von der peinlichen Situation befreien und nicht etwa mich. “Wie komme ich da jetzt wieder raus?”, fragte ich mich. Du kamst näher und wolltest mir helfen. Deine Hand streifte meine Brust. Ich wollte aufschrecken. Anstatt zu denken, dass ich Deine Hand an meiner Brust niemals aushalten würde, nicht hier und jetzt, fragte ich mich fast panisch, ob Du bei dem versehentlichen Darüberstreifen wohl mein Herzpochen gespürt hattest. Ich war der Meinung, dass das erst meinen Plan total zunichte gemacht hätte. Dann wäre der Plan mit der Distanz wirklich komplett dahin gewesen. Ich ließ auf der Stelle meine Kette los, sprang fast zur Seite und sagte: “Oh oke, danke, übernimm’ Du das mal ruhig… Solange… solange hole ich uns etwas zu trinken. Du lächteltest nur weiter verschmitzt. Verdammt, warum warst Du so selbstsicher? Die Stelle auf meiner Brust, die Du (ausversehen!) gestreift hattest, war noch immer ganz warm, so als ruhte sie noch immer darauf. Ich kämpfte bitterlich mit meiner lebhaften Fantasie (die mir übrigens nicht zum ersten Mal zum Verhängnis wurde), dass Deine Hand immer noch darauf liegt, aber es klappte nicht. Die Stelle war so warm, dass Deine Hand fast greifbar schien. Ich musste dieses Gefühl loswerden, sonst würde ich mich nicht mehr einkriegen können. “Was mache ich jetzt?” – Ich ließ die Gläser stehen und stürmte “unauffällig” ins Badezimmer, zog mein Oberteil aus und besprenkelte die Stelle, auf der Deine Hand noch immer zu ruhen schien, mit kaltem Wasser. Währenddessen schaute ich in den Spiegel und fragte mich, was zum Teufel ich hier überhaupt am veranstalten war! “Meine Güte, Du bist kein Teeny mehr. Teeny? Teenies würden sich niemals so verhalten wie Du… Du bist echt…” Ich atmete tief durch, beruhigte mich und kam wieder ins Wohnzimmer, um uns etwas zu trinken zu machen. Ich nahm die Gläser, kam auf Dich zu, ganz nah, schaute hoch zu Dir und überreichte Dir Dein Glas. Du rochst so unglaublich, ich wollte weder Deinen Hals sehen, noch Dein Kinn, noch Deine Hände, schon gar nicht Deine Brust und die Augen waren lebensgefährlich, aber um mit Dir kommunizieren zu können, musste ich wenigstens auf Deinen lächelnden Mund schauen, damit ich noch wusste, was Du gerade dachtest (wie kann ein Mund nur so ausdrucksstark sein?). Du erzähltest irgendetwas, aber ich hörte nicht auf den Inhalt, sondern schaute einfach auf Deinen Mund. Deine Stimme war im Vordergrund, der Inhalt aber kaum noch verständlich in meinem Zustand. Ich schaute ausversehen auf Deinen Hals, erkannte die Gefahrenzone und blickte erneut hoch zu Deinem Mund, um den Blick von diesem Hals abzuwenden. Als mein Blick statt Deinen Mund Deine Augen traf, musst Du Deinen Sieg erkannt haben, denn Du lächeltest plötzlich besonders breit. Als ich mit großen, verwunderten Augen an Deinen haften blieb und irgendetwas stotterte, schienst Du, endlich alles in die Hand nehmen zu wollen. Du nahmst die Gläser und legtest sie weg, ohne Deinen Blick von mir abzuwenden. Dein unverschämtes Lächeln sah so aus, als hättest Du gestern wie ich penibelst geplant – und in Deinen Plänen meine ganzen kindischen Anstalten mit einbezogen. Deshalb warst Du so selbstsicher, nicht wahr? Bevor ich weiter denken konnte, waren meine Augen schon geschlossen und mein Mund an Deinen gekettet… Hoch lebe meine Unbeholfenheit. Mein Plan war zwar nicht aufgegangen, aber dafür vollständig mein ängstliches Herz…
Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
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