Wozu dient die ganze Lehre über Argumentation/s-(Technik), wenn trotz all dieser ausgeklügelten, analytischen Ansätze und scharfsinnigen Widerlegungen von Meinungen und Thesen dennoch nicht im geringsten bewirkt, dass von Diskussionspartnern wenigstens einmal in Erwägung gezogen wird, die eigene Meinung noch einmal zu überdenken und auf ihre Schwächen oder Ungereimtheiten hinblicklich der “Realität” oder der bekannten Fakten zu prüfen?
Ob nun in historischen, politischen, wissenschaftlichen und auch – oder vor allem – beziehungstechnischen Debatten: Der Andere rückt selten von seiner Meinung ab. Der Mensch kämpft um seine individuelle Wahrheit, selbst wenn sie nach “objektiven Kriterien” sauber falsifiziert wird. Dabei vergisst der Mensch, dass der Verlust einer falschen Wahrheit nur der Verlust von Illusionen ist – und eben nicht der der Wahrheit. (Wobei: Eine Illusion kann alles sein, wenn die Realität mit all ihrer “objektiven Wahrheit” einfach nur Schmerz ist.)
Ich habe keine Lust mehr, Leute von irgendetwas zu überzeugen zu suchen. Ich bin von diesem Verteidigungsverhalten meiner “eigenen Wahrheit” genauso müde wie dem Versuch, die anderen zu widerlegen. Nach vielen Jahren der Teilnahme an Forumsdiskussionen, Disputen in einer politischen Runde unter Männern (als einzige Frau) – in der man(n), egal, was ich sagte, zwar erstaunt und verunsichert stockte, weil ich alle möglichen Aussagen widerlegen konnte, aber mir man das nötige Wissen dennoch nicht zugestand (offiziell auf Grund meines Alters, aber inoffiziell auf Grund meines Geschlechtes) – und all den Tauziehaktionen in der Beziehung, in der mein Gegenüber die eigene Interpretation meines Verhaltens für gewichtiger hielt, als meine tatsächlichen Absichten und Gefühle während meines Handelns – bin ich zu der Einsicht gelangt, dass ich eine Sache bis zu drei Mal gewillt bin zu erklären und zu wiederholen, aber mehr nicht. Sollte danach die Sturheit und künstliche Uneinsichtigkeit meines Gegenübers noch immer mit kräftigen Wurzeln in seiner gedanklichen Trägheit und verschränkten Haltung verweilen wollen, gebe ich auf, lasse von der Diskussion ab und widme mich Dingen, die weniger einer “Perlen vor die Säue werfen”-Aktion gleichen. Irgendwann muss man einfach niemandem mehr etwas beweisen.

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Weiss das is nich zum Thema… aber hassu ma auf die neue Front geschaut Schatz?
sherry, hallo meine Liebe-du hast einfach alles in Dir um uns suchende wieder einmal zum denken anzuregen – Danke .Das Buch von Ron Smothermon M.D. Drehbuch für Meisterschaft im Leben wird Dir Deine Haltung bestätigen.Grüssli von Vreni
Holla
na da ist mal Dampf dahinter …
*weg duck*
Frauen haben genauso viele Vorteile in der patriarchalisch geprägten Gesellschaft wie Nachteile. Aber die Nachteile werden immer dann offenkundig, wenn Sie sich in Gebieten bewegen die von Männern dominiert werden. “Frauenfußball” – was immer das überhaupt sein soll – sei dabei nur ein Beispiel!
Ein umgekehrter Fall:
Im Newsletter meiner Versicherung sind für ein Rechenbeispiel ein Mann und eine Frau im Rentenalter abgebildet und mit jeweils unterschiedlichen Texten untertitelt. Bei der Frau steht: “Die emsige Rita”. Bei dem Mann heisst es: “Der faule Fred”.
Bitte jetzt einmal die Texte umdrehen und sich überlegen, wie “die faule Rita” wohl neben “dem emsigen Fred” ausgesehen hätte?
Fazit:
Ich finde es ok wenn Frauen in manchen Bereichen nicht so ernst genommen werden und Männer dafür in anderen auch nicht. Frauen und Männer müssen sich ja auch nicht in alles Entgegengesetzte einmischen. Früher waren wir Partner, jetzt sind wir Rivalen.
Gute Nacht Deutschland und westliche Welt!
:now:
Aber um zum Kern Deines verständlichen Ärgers zu kommen:
Die eigene Meinung in einer Diskussion zu revidieren und aufgrund der besseren Argumente des Gegenübers ad hoc anzupassen und das auch noch direkt zuzugeben, ist wohl heutzutage eher eine philosophische Großtat und wird allenfalls von einem Buddhist oder Großmufti erwartet.
Ich erwarte es aber dummerweise auch gerne von meinem Gesprächspartner, wenn ich ihn logisch schlüssig widerlegt habe. Aber stattdessen wird nur stur gemauert und geklammert. An die eigene Meinung selbstredend.
Frage an Sherry: Bist Du denn nicht auch manchmal so? Also ich bin auch oft viel zu stur mit meiner manchmal auch unreflektierten Meinung, obwohl ich mich täglich bemühe, im Fall der Widerlegung meiner Argumente, wie folgt zu handeln:
Ich habe noch nie eine Talkshow gesehen, in der ein Teilnehmer sagt: “Also wenn ich Ihnen so zuhöre und ihre Argumente betrachte, dann merke ich, daß ich seit längerer Zeit mit einer ganz falschen Meinung durch die Gegend gelaufen bin. Ab heute werde ich das ändern. Sie haben einfach Recht”.
Ich glaub den oder die würde keiner mehr einladen. Kontroverse nicht Harmonie ist das Schlüsselwort unserer modernen Form von “Demokratie”.
@Schatz,
sehr hübsch, ja. Das wird endlich.
@Vreni,
das Buch kenne ich gar nicht. Aber danke für Dein liebes Kompliment. Wo hast Du gesteckt?
@Jubinlein,
achwas, so sauer war ich gar nicht. Ich glaube, ich war gar nicht sauer. Ich finde Diskussionen inzwischen einfach nur noch sinnlos. Wenn Reden einen Sinn machen würde, ich wäre die Erste, die wieder anfangen würde zu plappern (ok, ich tu’s gerade sowieso. Hah!)
@Pausello,
erstmal willkommen hier.
Wer bestimmt, dass Politik kein Frauenthema ist? Warum sind Männer Chefkochs? Es gibt überhaupt keinen Grund dafür, Bereiche geschlechtsspezifisch aufzuteilen. Frauen können Fußball spielen, aber wenn ich ehrlich bin, sieht es bei Männern besser aus, weil da einfach mehr Kraft und Geschwindigkeit dahintersteckt.
Natürlich bedingen genetische Dispositionen, die aus evolutionsbiologischer Sicht völlig Sinn machen, dass Männer einiges besser können als die Frauen und umgekehrt – diese Unterschiede will ich gar nicht negieren, aber was unsere Instinkte uns vorschreiben, können wir heute ja einwenig durch die typisch menschliche Anpassungs- und Lernfähigkeit ausgleichen (wenn auch nicht vollkommen). Das macht das Leben einfach würziger.
Ich glaube schon, dass ich manchmal so bin. Steht ja auch in meinem Blogeintrag angedeutet. Ich weiß auch nicht. Manchmal ist es einfach auch Eitelkeit oder eine persönliche Aversion gegen den Diskussionspartner, dass man einfach mit Wörtern jongliert und jemanden “besiegen” will. Das war sogar mal recht stark bei mir ausgeprägt. Aber ich muss dazu sagen, dass ich auch in der verbalen Schlacht dafür gesorgt habe, dass die Fakten auf meiner Seite stehen, sonst wäre es mir sehr unangenehm, zu diskutieren.
“…dass ich auch in der verbalen Schlacht dafür gesorgt habe, dass die Fakten auf meiner Seite stehen, sonst wäre es mir sehr unangenehm, zu diskutieren”
Mit Verlaub, wenn die Fakten nicht auf meiner Seite stünden, würde ich lieber GAR NICHT erst diskutieren!
Wie wäre es denn bei der nächsten (Um-)Frage z.B. zur Bankenkrise einfach mal zu antworten: “Dazu hab ich mir noch keine (mitteilungswürdige) Meinung gebildet, weil ich – das Thema nicht verstehe – (oder) – mich bislang nicht drum gekümmert habe”
Da habe ich mich schon sehr gut weiterentwickelt. Ich tu’ das offen und ehrlich. Wir Frauen haben’s da aber auch leichter, weil es bei uns ja fast keine “Schande” ist, wenn wir soetwas nicht wissen. Die Erwartungshaltung (negative) geht ja dahin, dass Frauen keine Ahnung von soetwas haben.
“Wer bestimmt, dass Politik kein Frauenthema ist? Warum sind Männer Chefkochs? Es gibt überhaupt keinen Grund dafür…”
MÄNNER bestimmen in einer patriarchalischen Gesellschaft was Männerthemen sind. Ganz einfach!
Und Frauen konnten als Kollektiv gesehen noch nie Fußball spielen. Aber als Cheerleader machen Sie meistens eine ganz gute Figur
Warum braucht Ihr diese Herrschaft und diese Kontrolle? Was verunsichert Euch so sehr, dass Ihr Frauen nicht dabei haben wollt?
“Die Erwartungshaltung geht ja dahin, dass Frauen keine Ahnung von soetwas haben”.
In der Regel (und während der Regel) stimmt das ja auch meistens!
“Warum braucht Ihr diese Herrschaft und diese Kontrolle?”
Weil’s seit Jahrtausenden uneingeschränkt Spass macht!
“Was verunsichert Euch so sehr…”
Ihr!
Wie verunsichern wir Euch, dass Ihr einen Alltag ohne Kontrolle und den Versuch, zu degradieren (bei Dir übrigens besonders ausgeprägt), kaum aushalten könnt?
“Was verunsichert Euch so sehr, dass Ihr Frauen nicht dabei haben wollt?”
Frag doch spaßeshalber mal einen Seemann (am besten bei Windstärke 10) warum er keine Frauen an Bord will!
Er wüde nach einigem Stottern mit der Sprache herausplatzen und die sexuell geladene Atmosphäre als ehrlichen Grund angeben. Ist es das, was Euch Angst macht?
Gut das du niemandem mehr was beweisen mußt
und wiederlegen mußt.
Ich selber habe nie auf feste Meinungen beharrt.
Darauf bin ich persönlich stolz, obwohl das auch relativ bedingt ist also meine Meinung.
Ich möchte dir sagen das ich weiß das wenn bedürfnisse und Intressen im Spiel sind das dann die Wahrnehmung und die Realität anders entipretiert wird.
Destotrotz ist das nicht die einzige Realitat.
Mit diesem Ansatz gebe ich mir kraft weil ich bei einigen Bedürffnissen immer zu kurz komme und damit gegen Schutzmeschanismen ankämpfe.
@Pausello
–Zitat–
“Also wenn ich Ihnen so zuhöre und ihre Argumente betrachte, dann merke ich, daß ich seit längerer Zeit mit einer ganz falschen Meinung durch die Gegend gelaufen bin. Ab heute werde ich das ändern. Sie haben einfach Recht”.
Ich glaub den oder die würde keiner mehr einladen. Kontroverse nicht Harmonie ist das Schlüsselwort unserer modernen Form von “Demokratie”.
–Zitat Ende–
Ein wunderbarer Gedanke, und je länger ich darüber nachdenke, um so mehr finde ich ihn zutreffend. Harmonie hat in unserer Leistungsgesellschaft einen geringeren Stellenwert als Kontroverse.
Schade. Sehr schade.
Ich hab’ jetzt alle Beiträge, die mit dem Streitgespräch hier zu tun hatten, gelöscht, weil sonst hätten sie zusammenhanglos dagestanden!
Gruß
@Volker,
ja, da hast Du Recht. Aber welchen Sinn macht die “Sucht” nach Kampf? Irgendeinen Vorteil muss er ja haben.
@Hiwa,
schöner Beitrag.