Wie in einem Traum rannte mir Ayse in die Arme und schrie: “Oh Gott, Sherry… Sherry.” Sie weinte und rang nach Luft. “Oh Gott…” – drückte sie mich nochmal atemlos und gab mir einen chaotischen, aber wunderschönen Strauß von rosa Rosen in die Hand. “Ich bin in meiner Pause hierhingerannt! Ich wollte Dich sehen. Dich unbedingt sehen – so wie jetzt. In weiß…” – Wir weinten – und sie musste schon wieder losrennen zu ihrer tyrannischen Chefin. Parisa stand da und strahlte, als sie mich sah. Und schon kullerten bei ihr die Tränen, bevor die Trauung überhaupt angefangen hatte. Obwohl ich sie lange nicht gesehen hatte, war alles so vertraut…

Ich kann gar nicht viel schreiben, jeder sollte so einen Tag mal erleben. Es sind noch so unglaubliche Augenblicke geschehen, die mir all die Zweifel an der Menschheit, der Welt, an der Liebe und am Leben genommen haben – wenn auch diese Wirkung abklingen wird, sobald der Alltag wieder da ist und nicht jeder Schritt wie ein Traum erscheint, so sollte man ihn so lange genießen, wie nur möglich. Manchmal bleibt man stehen, wenn man ein drückendes, ziependes “Gestell” an seinem Ringfinger spürt und ihn mit großen Augen anstarrt, sich an den Kopf fasst und laut ausruft: “Oh Gott, Schatz!!! Ich bin Deine FRAU!” – Die Antwort ist ein ungläubiges, großäugiges: “Krass… Ja… Du bist meine Frau…”

Ach, was schreibe ich da. Jeder soll selber… Dahin, wo wir vor ein paar Tagen waren und niewieder aus dem Traum aufwachen. Und das Schönste ist: Alle geliebten Menschen aus der Familie und dem Freundeskreis laufen noch Tage danach grinsend und lächelnd durch die Gegend. Tatsächlich: Liebe macht unglaublich glücklich. Grenzenloser als man meinen könnte.