Die Tage vergehen, die Sehsucht steigt – aber mit ihr – Gott sei Dank – auch die Gewissheit, dass am Ende alles gut wird. Denn alle Wege führen letztendlich zu… Und ich fange wieder an, dies mit jedem Atemzug zu glauben. Zu glauben und mehr.
Ich sitze hier mitten in meinen Vorlesungsunterlagen (bitte, wer kriegt das alles in seinen Kopf rein?) und überlege, wie ich die 4 WeightWatchers Punkte, die ich noch über habe, verwerte, obwohl ich keinen Hunger habe. Ein warmes Brötchen mit Honig wäre nicht schlecht, oder? Ich lasse den Ofen warm laufen.
Ach, wen interessiert das? Ich bin verliebt – verliebt in meinen Mann – und ich frage mich, ob es kitschig ist, wenn ich ihm das, da wir nun verheiratet sind, da wir nun schon so lange zusammen sind, überhaupt noch auf so pubertäre Weise zeigen sollte… Ach, was denke ich da überhaupt? Ich tu’s sowieso. Als ob ich je meinem Herzen irgendetwas dirigieren könnte. Es tut eh, was es will.
Ich schaue mir die Fotos an, die die anderen an dem Tag geschossen haben. Wie schön wir aussahen. Nicht, dass ich meinen würde, ich sei eine besonders schöne Braut gewesen – nein, es gibt weitaus pompösere und graziliere Frauen – doch wir waren so glücklich. So glücklich, dass ich, wenn ich mir die Bilder ansehe, fast denken könnte, dass die Menschen auf den Fotos dort in ihrer gedruckten Art der Existenz weiterfeiern. Und wir gehören dazu.
Mein Herz hüpft mal vor Glück und seufzt mal vor Traurigkeit. Die, die bei mir sind, wissen, wen ich vermisse… Wen so sehr vermisse.
Doch, da ich nun wieder weiß, dass alles am Ende gut wird und alle Wege dorthin führen – dorthin… finde ich Ruhe. Und Steve Wonder streichelt meine Seele dabei mit “Lately”.


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*Lately hör, Dich anseh und mit Dir langsam tanz*…………
*umarm*
Traurig sein manchma macht das glücklich sein mehr Schatz…
Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe
Nähe des Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Hain da geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!
Hallo, meine Lieben! *
an alle! *
Ich danke Euch erst einmal, dass Ihr mich noch lest, obwohl ich so still, ja fast dumpf-debil schreibe und kaum noch etwas “Intelligentes” von mir gebe. Aber das liegt einfach an der Vielzahl der (positiven) Veränderungen in meinem Leben, die mich aber auch zeitlich völlig in Anspruch nehmen. Z.B. das Studium, Lebensplanung, totale Umstrukturierung des Tages – und nicht zuletzt: Ich bin jetzt eine verheiratete Frau, bevor ich überhaupt akzeptiert habe, dass ich eine FRAU bin. *lach*
Was wollte ich eigentlich sagen? Ah. Ja, Schatz, Traurigkeit ist schön, solange es keine ist, die einen umwirft. Deshalb kann ich Dir nur bedingt Recht geben. Und die Traurigkeit, die ich hier meinte, war und ist leider eine, an der ich wirklich erzittere. Aber ich werde sie mit Hilfe einiger Menschen, die mich nie losgelassen haben, in den Griff kriegen. Familie & die paar Freunde, die ich habe, sind wirklich ein Segen.
@Jubin,
@Harri,
ich danke Dir für dieses sehr, sehr passende Gedicht. Es passt wirklich und das, obwohl ich Goethe nicht so mag. (Hoffentlich schlägst Du mich jetzt nicht). Weißt Du, wen ich sehr mag? Erich Fried. Hast Du Dich einmal mit seiner Poesie beschäftigt? Ich hatte ihn damals mit 14 entdeckt und ihn verehrt. Schau’ mal einwenig nach ihm, Du wirst sehen, seine Gedichte lassen sich nicht einfach nur lesen, sie lassen sich trinken…
P.S.: Und hört Euch das Lied “Lately” wirklich mal an.
Schon gemacht, mehr als einmal !
Na toll
warum taucht das Zeichen nicht auf ?
bestehend aus
“
Dass die Menschen auf den Fotos weiterfeiern, ein schöner Gedanke.
Keine Ahnung, was Du gerade meinst, Jubinilein.
Ich will das Bussi-Zeichen, quasi mathematisch gesehen
“kleiner” 3 eintippen, aber es taucht nicht auf.
Die Taste ist zwischen der Y und er linken Hochstelltaste (Bei Computern, bei Laptops weiß ich es nicht)
Danke, Glumm! :)
@Jubin,
achso, jetzt weiß ich… Aber ich kann Dir nicht weiterhelfen.
hi sherry,
es ist doch wunderbar verliebt zu sein und dann auch noch in den eigenen Mann.
Ich bin über zwanzig Jahre mit meinem Liebsten zusammen und immer wieder verliebt. Nach Phasen der Nüchternheit, des sich in Ruhe lassens, kommt immer und immer wieder die Verliebtheit mit Herzklopfen und allem drum und dran…
Ich wünsche Dir, dass es bei Dir auch so sein wird. Ich bin wahnsinnig traurig, wenn mein Schatz nur ein/zwei Tage getrennt von mir ist und komme mir dann gar nicht albern vor, ihm teeniehaft verliebt und kindisch zu begegnen.
Herzlichst
B
P.S.: ich finde Deine Arte zu schreiben sehr angenehm, viele Privaltblogs solcher Art gibt es nicht!
hallo bibbche!
danke für deine lieben sätze… du hast recht, es ist wundervoll, verliebt zu sein. eine frage an dich habe ich: wie lange dauern bei euch die phasen der nüchternheit?
@sherry,
tja, das ist unterschiedlich, von ganz kurz bis ziemlich lange. In den letzten Jahren sind die Phasen der Nüchternheit sehr kurz, manchmal nur einen Tag, höchstens eine Woche. Ich brauche nur zu denken, schau doch deinen Liebsten wieder richtig an (er ist auch äußerlich genau der Mann, den ich mir gewünscht habe – leider bin ich sehr aufs Aussehehn fixiert – immer noch), und schon spüre ich eine kleine Aufgeregtheit, die sich steigert.
Merkwürdigerweise, waren die langen Phasen gerade in der Zeit als wir uns noch nicht so lange kannten. In unserem ersten Jahr gab es sehr viele Kämpfe und Streitigkeiten, und im zweiten Jahr hatten wir so eine Scheißphase, die montagelang angehalten hat. Später gabs dann Zeiten, wo wir uns mehrere Wochen in Ruhe gelassen haben, also wirklich eher wie gute Freunde miteinander umgingen – aber ich hatte nie Sehnsucht nach einem anderen Mann. Ihn oder keinen, so wars und so ist es heute noch. Wenn ich ihn verliere, bleibe ich alleine. O.K. ich bin jetzt schon älter, da kann man das vielleicht sagen, aber das habe ich auch schon mit 25 gedacht, ehrlich!
Liebe Grüße,
Bibbche