Mir gehen im Moment ziemlich viele Gedanken durch den Kopf über alle möglichen Themen. Aber die Zeit erlaubt mir nicht, sie zu ordnen und nieder zu schreiben, wir sind in der Prüfungsphase – und mein kompletter “Lernaufwand” war wieder einmal Selbstbetrug.
Ich sage alle Treffen ab, verbuddel mich zu Hause ein, mache einen “Lernplan” (einen sehr strikten) und markiere entschlossen den Soll, den ich schaffen will, aber ich habe danach so sehr das Gefühl, soviel allein dadurch schon gemacht zu haben, dass ich wieder zwei Tage nur “legitimiert” rumwusele und vom Lernen rede und intensiv um meine Prüfungen besorgt bin, aber aktiv werde ich immer erst ein bis zwei Tage vorher. Ein bis zwei Tage vorher reichen aber bei diesem Studiengang nicht aus. Schon gar nicht, wenn ich mein Master machen will.
Also nochmal, Fräulein: Hier läuft es anders als beim letzten Studium. Es geht hier nicht nur darum, die Scheine zu kriegen und nur zu bestehen, sondern Deine Bestleistung muss her. Dein Master darfst Du nur machen, wenn Du einen bestimmten Notendurchschnitt erreicht hast. Dieser Notendurchschnitt wird nicht etwa vom Psychologischen Institut festgelegt, sondern vom Notendurchschnitt Deines “Jahrgangs”. Dein Jahrgang besteht aus Abiturienten/innen, die ein Einser-Abi im oberen Bereich haben, sonst wären sie nicht für Psychologie zugelassen worden. Diese Abiturienten sind einmal frischer im Kopf als Du, sind einwenig sorgloser als Du und wahrscheinlich neben ihrem Fleiß um Einiges intelligenter und aufnahmefähiger als Du. Zudem haben sie schon in der Schule gelernt, wie man lernt, weil sie’s getan haben, während Du die Schwänzerin No. 1 gewesen bist. Ok?
Dieses Studium bedeutet Dir viel. Zum ersten Mal in Deinem Leben gehst Du zum Unterricht, zur Vorlesung, zum Seminar und kommst befriedigt wieder raus, auch wenn Du denkst “Au Backe, wie krieg ich all das wertvolle Zeug jetzt in mein Gehirn gepresst?” – das ist aber unwichtig und die Tatsache, dass diese Selbstzweifel und das Gefühl von Überforderung Dir Deine Begeisterung für das, was Du täglich lernst nicht nehmen können, ist wertvoller, als Du Dir das jetzt vorstellen kannst. Wenn Du irgendwann hiermit fertig bist und in Deinem Beruf aufgehst und nicht täglich das große Kotzen kriegst beim Gedanken an Deine Arbeit, wie bei vielen Deiner Bekannten, Verwandten und Freunde – erst dann wirst Du verstehen, was ich jetzt zu Dir sage. Ok?
So, nun zum eigentlichen Problem: Ist das Führen von Selbstgesprächen eigentlich krank?


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Azizam,
interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Gesprächspartner voraus. Deshalb machst Du nichts falsch.
Süß
Das kenne ich soooo gut
@Azizam,
das sagst Du jetzt so. Bei anderen sagst Du immer “Der ist ja verrückt, der führt Selbstgespräche!”
@Jubinilein,
Du hast auch immer Selbstgespräche geführt?

So direkt nicht.
Eher so still im Hirn, zwischen der Lust und der Ratio.
Weißt du was ich meine ?
Ja, jetzt weiß ich, was Du meinst. So mache ich das ja normalerweise auch. Ich habe mich beim Schreiben aber total “spontan” dazu verleiten lassen, meine “stillen Selbstgespräche” niederzutippen. Das kam einfachso. Ohne nachzudenken.
Noch eine Veranstaltung und ich habe den ganzen Stoff einmal durch. Das ist total schwachsinnig bei so einem wichtigen Modul wie Methodenlehre, 2 Tage vorher mit der Aufarbeitung des Stoffes anzufangen. Ich schäme mich zutiefst!
Tröste dich aziz.
Zum Studium gehört nicht nur das Fach, sondern auch die charakterliche Reifung.
Dazu zählt auch die Einteilung von “großen Aufgaben” in machbare “Einzeleinheiten”.
Worin ich natürlich eine Niete bin.
Kennst Du das? Lachkrämpfe aus purer Verzweiflung? Ich leide oft daran.
^^^^^^ Meinsu so?
Den Selbstbetrug mein Lernen kenne ich nur zu gut. Ich mache mir auch immer Pläne und meine dann für diesen Tag genug getan zu haben. Gibt es in Psychologie eigentlich einen NC?
Ps: Aslan negaran nabash. Hitchki be garde to nemirese. Mage ketab khundan o yad gereftan tanha chizie ke vajebe? To multitalenti und kriegst das sowieso irgendwie auf die Reihe und zwar sehr gut! Da bin ich mir 120% sicher und ich bin mir ziemlich sicher, dass du dir da in deinem Innersten auch sicher bist
@Schatz,
was meinst Du genau?
@Sörbelchen,
der NC für Psychologie ist so 1,2 oder 1,3. Also ganz übel. Und die Tendenz ändert sich da auch seit Jahren nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist – aber soweit ich weiß, gibt’s da zwischen den verschiedenen Städten nicht so die riesigen Unterschiede.
Und Azizam, ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich soviel drauf habe, wie Du denkst. Ich meine, ich habe ein Problem mit Aufmerksamkeit und Konzentration. Das drückt meine Leistung schon runter. Zudem kommt, dass ich in Mathe einfach eine Niete bin. Mal schauen. Irgendwie schaffe ich das schon. Wie immer halt. (ENSHALLAH!)
Ach nix wichtiges Schatz… wir tun jetz Muscheln essen Marco tut schon mit der Sauce rum spritzen
Igitt! Welches Kind isst freiwillig Muscheln? Vaaah.
Marco & seine Mama auch früher. Weiss gar nich ob mein Ex so was als Kind gern gehabt hab aber bei mir eacht von 0 Jahre alt fast… Muscheln Krebse Hummer Langusten Fische…
liebe sherry,
du vergisst bei deinem Selbstgespräch aber etwas… nämlich die Positivliste in den Dingen, die du den anderen voraus hast, das wäre studienerfahrung, lebenserfahrung, verständnis und viel viel einfühlungsvermögen :)
Nicht aufgeben und ja nicht locker lassen, Du schaffst das!
liebe Grüße
mietze
Liebes Mietzchen,
danke für die lieben Worte. Aber eines muss ich Dir sagen: Mein letztes Studium hilft mir herzlich wenig bei diesem. Mein letztes Studium war im Vergleich hierzu wie Urlaub. Einmal war der Stoff nicht so vielseitig und so komplex und zum zweiten sind die Bachelor-Studiengänge mit völlig neuen Anforderungen gegeben – diese sind fast militärisch streng.
Empathie? Das hilft mir gerade gar nicht. Ich brauche mathematisches Verständnis und eine Affinität zu Naturwissenschaften und die Fähigkeit, wissenschaftlich zu denken.
Die Sache mit der Empathie würde erst in der Therapieausbildung eine Rolle spielen. Und bis dahin…! Aber trotzdem freue ich mich auf die Herausforderungen!
Hey Sherry,
meine Güte ist ja schon ein Jahr her das du den Text geschrieben hast, kann mich aber noch sher damit identifizieren.
Hoffe uns geht es bald wieder besser

… und dann…..
Ja, das hoffe ich auch. Ich werde auf jeden Fall etwas verändern müssen. So geht’s halt nicht mehr.
Hat sich der Gute bei Dir gemeldet? Mir hat er heute geschrieben. :)