Archiv für September, 2009
27.09.2009, 22:33
Achromasie

Hier ein paar Eindrücke in Grau. Ich habe noch einige andere Bilder in Sepia, die ich eigentlich sehr schön finde, aber aus bestimmten Gründen möchte ich sie erstmal nicht Online stellen. Schade, dass ich keine Portraits hiereinstellen kann. Die sind meistens viel schöner als diese Objekt- und Straßenfotografie.

Fotografieren und vor allem die Nachbearbeitung von Bildern macht mir unheimlich viel Spaß. Ich merke aber, dass ich mit meinem Standard-Objektiv wirklich an gewisse Grenzen stoße. Ich habe auch nichts mehr reingestellt, weil ich in der letzten Zeit nur Fotos von den persischen Gerichten geschossen habe, die ich gekocht habe. Vielleicht stelle ich sie bald auch rein.

Warum grau? – Ich weiß es nicht. Besonders Portraits sehen in Grau so dermaßen sinnlich und ästhetisch aus, dass ich Lust hatte, alles Andere auch zu ver-grauen. Bei meinem Samsung Netbook konnte ich nicht umhin, einwenig Farbe reinzulassen. Die rosa Steinchen in den Blüten sind einfach zu (auf)-reizend.

Die grauen Fotos habe ich an Tagen geschossen, an denen ich besonders gut gelaunt war. Ich wollte weder irgendeine dunkle Stimmung in mir “veranschaulichen”, noch irgendetwas besonders traurig oder schwer darstellen. Ich hatte einfach Appetit auf Grau. Und wenn ich sage Appetit, dann meine ich das auch so. Achromatisch ist auch aromatisch.

Bhf
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samsung nc10

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24.09.2009, 13:50
Wünsche

Ich war lange fort von hier, weil ich nicht wusste, was ich schreiben soll. Ich konnte bei all den Ereignissen und dem inneren Verstrickungen von Glück, Freude, Trauer, Verzweiflung und Hoffnung einfach nicht entscheiden, welchem dieser Oberbegriffe an Emotionen, die in sich verschachtelt noch unendlich viele Nuancen aufweisen, ich meine “poetische” Aufmerksamkeit schenken soll. Zudem kommt noch, dass mein Studium mir jeglichen Sinn für Romantik und sherry-typischer, farbig-schwammiger Satzkompositionen nimmt, obwohl es nur diese Art des Ausdruckes mich befreit – wenigstens annähernd befreit von all den Regeln und Gesetzmäßigkeiten dieser Welt, die sich alle so schön “formalisieren” lassen.

Iran und das, was mit ihr geschieht (Iran ist für mich feminin, also verzeiht mir den “grammatikalischen Fehler”), hat meinem Mund und meinem Herzen dann komplett den Riegel vorgeschoben. Jede potenzielle Explosion implodierte in mir und strickte mir ein Seil um meine Kehle, das sich aber jetzt langsam lockert. Ich möchte etwas schreiben, das vielleicht die meisten in mir regierenden Gefühle, Subgefühle und Sub plus Sub plus Subgefühle in sich vereinigen kann und zumindest die meisten einander verzehrenden Widerspruchsemotionen miteinander in einem harmonischen Bild versöhnen kann. Deshalb will ich über den Menschen schreiben. Und wenn ich über ihn schreibe, dann schreibe ich vielleicht auch über meine imaginäre Hassliebe zu einem imaginären Gott, weil er den Menschen nun einmal nicht so erschaffen hat, wie es sich jedes gesunde Menschenherz ersehnt. Und wenn ich über ihn schreibe, schreibe ich auch über mich und über mein menschliches Versagen. Wenn ich über den Menschen schreibe, dann schreibe ich über meine tiefsten Wünsche, die ich für ihn – den Menschen – habe. Ich wünsche mir. Ich wünsche mir… Weiterlesen… »