Ich blickte in den Spiegel und verließ das Haus. Ich machte mich auf zu einem Platz, an dem viele Menschen versammelt waren. Ich war sehr gespannt darauf sie kennenzulernen. Als ich zu jenem berüchtigten Platz kam, bemerkte ich, dass alle Menschen denselben Ausdruck in ihrem Blicke trugen. Ein Blick, vor Freude und Glück zu zersprengen drohend. Ich fragte mich, ob auch meine Augen jene Ausstrahlung hatten. Ob auch sie diese Leichtigkeit zu strahlen schienen. Also holte ich meinen kleinen Spiegel heraus und verglich meinen Blick mit dem der anderen Menschen, die mich von allen Seiten her umgaben. Doch wie sehr ich mich auch bemühte, wie immer ich den Spiegel auch hielt , ich stellte keinerlei Übereinstimmung fest. Ich war enttäuscht. Verstört schaute ich mich wieder um.

Ich versuchte mit einem von diesen Glückseligen Kontakt aufzunehmen. Ich sprach jemanden an. Ich fragte ihn nach dem Morgengrauen, nach dem Regen und nach dem Licht. Mein Gegenüber strahlte mich mit seinen blendenden Augen an und öffnete den Mund um mir zu antworten. Gespannt war ich auf seine Worte. Doch es ertönte keine Stimme. Ich zuckte zusammen. Er bewegte seinen Mund, er formte Wörter mit seinen Lippen, doch ich vernahm keine Aussage. So nickte ich der Stille entgegen. Als er den Mund schloss, lächelte ich zurück und dachte ich sei taub. Also nahm ich meinen Spiegel heraus und schaute ob mit meinen Ohren alles in Ordnung war. Meine Ohren zeigten kein Anzeichen von Krankheit, jedoch unterschieden sie sich in Form und Größe von all den Ohren die mich umgaben. Ich war verunsichert und in mir machte sich eine bebende Angst breit. Ringend um Atem fragte ich einen anderen Menschen nach einem Weg, aber es ertönte ein grelles Lachen als Antwort, als hätte ich einen Witz erzählt. Ich dachte mir, dass er wohl meine Sprache nicht versteht. Auch untereinander sprachen die Menschen mir befremdlich. Also holte ich meinen Spiegel raus um nach meiner Zunge zu sehen. Zwar war sie nicht gespalten, aber bedrohlich rot. Eine Befürchtung drohte mich zu ersticken. Ich sah noch einmal in den Spiegel. Und je öfter ich hineinsah, desto deutlicher wurden die Konturen, die mich aussätzig machten. Ich sah keinen Ausweg. Ich schloss die Augen und schmetterte mit aller Kraft den Spiegel auf den Boden. Und als ich auf den Boden sah, starrten Tausend Bedrohungen zurück.

(Von Sohrab)