Es gibt nichts Neues hier zu sagen.
Noch immer kommen sie.
Gehen sie.
Und gehen dann
in Särgen.
Nichts hat sich geändert.
Die Maus sitzt noch immer in der Falle.
Ihr Nacken ist gebrochen.
Doch noch immer zappelt sie
Und hofft auf die Gnade einer
Kralle.
Es gibt nichts Neues hier zu sagen.
Noch immer gehen sie.
Kommen nicht mehr zurück.
Doch vorher zerreißen sie Dich
und Dein Leben
in Stück’.
Nichts hat sich sich geändert.
Der alte Mann ist noch immer blind.
Als er hoffte, er würde endlich Farben sehen,
war er noch ein Kind.
Es gibt nichts Neues hier zu sagen.
Immer noch beten sie.
Gehen aus dem Glauben in die Hölle.
Kommen zurück als leere Hülle.
Nichts hat sich geändert.
Das Kind schreit nach der Mutter.
Als es Schritte hört und inne hält und lachen will,
waren es doch nur die Soldaten.
Es gibt nichts Neues hier zu sagen.

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Das grauenhafte an Deinem melancholischen Gedicht: es ist zeitlos.
Liebe Grüße,
Bibbche
Hallo Bibbche,
krass! Meine Cousine hat das genau in diesem Wortlaut gesagt. Okay, sie sagte: “Das Grausame an Deinem Gedicht ist: Es ist nicht nur auf den Krieg zu übertragen, sondern auf den Alltag.”
Bis bald…
Ich mag Deinen Blog und wie Du schreibst sehr.

Danke, Bibbche… Ich mag Deinen Blog auch sehr. Und Dich.
… Zeitlos und noch schlimmer: projizierbar auf alle Nationen dieser Erde. Wenn man genauer hinschaut. Und: Wenn die Soldaten nicht Soldaten, sondern andere sind… – zum Beispiel.
Herzliche Grüße und eine Umarmung,
Ani
Danke, Ani. Genauso ist es. Es müssen nicht einmal Soldaten sein, es kann der normale, alltägliche verbrecherische Wahnsinn sein. Ein Kreislauf von Erschaffung und Zerstörung, der im Mikro- und im Makrokosmos zu finden ist. Es scheint also alles “völlig oke” zu sein, wie es ist. Und das ist das schlimmste an der Sache.
Fühl’ Dich auch umarmt.
Sherry