Tatsache ist: Hätte man mich damals als Vierzehnjährige gefragt, was ich später gerne werden würde, hätte ich – wenn ich denn ehrlich gewesen wäre – geantwortet: “Ich möchte gerne kriminell werden. Ja. Ich möchte eine Meisterdiebin sein, die schön, beweglich und stark ist, und mit meiner Gang sämtliche reiche Museen oder Leute ausrauben und durch die Armenhäuser verteilen. Gerne behalte ich auch das eine oder andere schöne Schmuckstück für mich. Von irgend etwas müssen wir uns ja die High-Tech Utensilien für unsere kriminellen Wohltaten finanzieren, finden Sie denn nicht, lieber Interviewer?” – “Ja”, hätte er wohl geantwortet. “Gewiss, Frau Sherry. Was für ein guter Mensch Sie doch sind. Und so abenteuerlustig und idealistisch.” Was hätte er sonst antworten sollen? “Ist doch einfach nur edel mein Berufswunsch, oder?”, hätte ich damals gedacht. Ich war komplett davon überzeugt, dass das Geld von extrem reichen Menschen niemals in einer angemessenen Relation zu ihrer Arbeit stehen konnte. Soviel kann ein Mensch gar nicht arbeiten, als dass er als Milliardär ein Existenzrecht hätte. Schon gar nicht, wenn andere neben ihm hungern und verzweifelt nach den 10$ suchen, die sie und ihre Kinder satt machen. Arbeitete dieser Mensch denn soviel weniger? Die geschwielten Hände sprachen meist eine andere Sprache.

Denke ich heute wirklich anders? Wenn ich Euch sagen würde, dass ich es nicht tu’, würdet Ihr mich für moralisch verdorben halten? Wenn ja, sei es drum. Denn würde mich heute jemand fragen, was ich denn gerne tun würde, wenn ich könnte, ich würde – wäre ich denn ehrlich – die selbe Antwort geben. “Ich möchte gerne kriminell werden.”

Ich wollte immer werden wie der hier, nur in weiblich, schön und mit langen, schwarzen Haaren. Genießt dieses Stück meiner geheimen Jugendträume. Es ist wirklich eine Gute-Laune-Szene:

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