Er ist mein Geliebter. Und manchmal entziehe ich mich ihm aus Angst, ihn zu verlieren, wenn ich ihm ohne kurze Atempause ganz gehöre – immerzu ganz gehöre. Wenn ich dann von ihm weiche, schaut er irritiert um sich, als habe ihn jemand aus seinem ruhigen Schlaf geweckt. Er dreht sich um sich und versucht, sich den plötzlich kalten Wind in seinem Rücken zu erklären. Und schon bin ich da und halte ihn fest. Fester dennje. Voller Scham. Schweigend. Voll von ihm, nur von ihm und seinem festen Griff um mein ängstliches Herz.

Er ist mein bester Freund. Und wenn er ernst und konzentriert seine Brauen in die verspannte Stirn legt, weiß ich, dass er nach einem Weg sucht, mir das Leben zu erleichtern. Und wenn ich ihn frage, woran er denn gerade denkt, obwohl ich es doch weiß, will er nicht antworten, bis er seine Lösung für mich in seinen Händen hält und sie mir als Blume überreicht. Bis dahin lächelt er müde und antwortet zerstreut “Nichts, Liebste, nichts. Geh’ Du schlafen, ich bin gleich bei Dir.”

Er ist mein Mann. Und wenn man ihn nicht kennt, hält man ihn oft für unnahbar. Doch das ist er nicht. Er ist sich nur dessen bewusst, was echte Nähe wirklich ist und was man einander zu sein hat, wenn man sich nahe ist. Deshalb horcht er auf jede Gestik und Mimik, auf jede Stimmwandlung hinter jedem gesagten Satz seiner Umgebung, bevor er erlaubt, dass Menschen sich uns nähern. “Denn die Nähe zu Dir, Liebste, ist gefährlich. Dein Herz ist immer offen und Du suchst sogar im Teufel noch die Liebe Gottes.”, sagt er dann und hält seine Hände schützend auf mein Herz.

Er ist mein Held. Denn wenn ich weine, weint er mit. So ist er. So, wie er ist.