Letzte Nacht, in der Welt meiner Träume, hat Peyman mir auf Italienisch eine Liebeserklärung gemacht. Es war nicht nur ein „Ich liebe Dich“, sondern eine Geschichte, die er erzählte. Über mich, ihn, unsere erste Berührung, das erste Wort, das wir miteinander sprachen und das erste Stück Brot, das wir miteinander teilten.

Ich habe keine Ahnung, was er sagte, aber sein Redefluss hörte nicht auf. Sprach er, floss ein golden-glitzernder Strahl um seine Augen – um sein Lächeln herum. Wenn er seine Arme bewegte und in die Lüfte hielt, verfärbte sich der Himmel in jenes Glitzergold und der strahlende Fluss umspielte spiralförmig seine Arme und Hände – und irgendwann seine ganze Silhouette. Ich war wie von Sinnen. Er war so schön, so frei. Sein ständig analysierender Verstand quälte ihn nicht mehr. Ich verspürte den Drang, mich ihm vor die Füße zu werfen und wusste nicht, warum. Denn ich gehörte ihm ja schon.

Er redete und lächelte weiter. Und noch immer verstand ich kein Wort. Ich war mir auch nicht mehr so sicher, ob er Italienisch sprach. Nein, es war kein Italienisch mehr…

Er stand auf, drehte sich beim Reden, fast tanzte er, denn anders konnte er ein Gefühl, das ihn in die Freiheit drängte, nicht ausdrücken. Er sprach nicht mehr nur zu mir, sondern weitete die Arme auseinander und umarmte den Horizont und lockte ein ruhiges, lächelndes Publikum um uns herum. Ich saß nur da, staunend und doch nicht überrascht, und beobachtete die Landschaft aus Gold, Kupfer und funkelndem Leben.

Irgendwann verschwamm seine Sprache ins Persische und ich hörte ihn sagen:

„Die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Wir leben ewig, weil wir lieben…“

Er nahm meine Hand und bedeutete mir, ich solle aufstehen und mich ganz fest an ihn schmiegen. Er hielt mich fest, so als wolle er mich in sich drücken oder sich in mich. Wir schauten zu den Menschen um uns herum, zum Himmel und zum Horizont – und als unser Gesicht von unserem Lächeln aufgelöst wurde, lösten wir uns in helles Gold und Glitzer auf. Einfachso.

Dieser Traum war ein Segen – auch wenn ich einwenig Angst habe, dass er bedeutet, dass wir sterben werden. Aber ich denke nicht, denn danach ging unser Leben noch weiter. Nur erinnere ich mich nicht mehr an die weiteren Träume.

Ich liebe Dich, mein Mann.