Mir ist bei sachlichen Diskussionen, in denen es um Zahlen, Fakten, Gesetzmäßigkeiten geht, aufgefallen, dass (vom Unterlegenen) jedes Gegenargument als gleichwertig betrachtet wird, auch wenn es bei dem Argument lediglich um eine Meinung handelt. Unreflektiert, jeglichem Fundament entbehrt und ohne Angabe einer reliablen Quelle. Die Überbewertung der Meinung als solche (nicht zu verwechseln mit der politischen Meinungsfreiheit) bewirkt einen Tatsachen- und Wissenschaftsrelativismus, der mir manchmal den Magen verdreht. In Diskussionen mit stichhaltigen Argumenten, Quellenverweisen, historischen oder wissenschaftlichen Belegen und Trends wird die Meinung vom Diskussionspartner als etwas hingestellt, über das sich genauso schlecht streiten lässt wie Geschmack oder die ästhetische Empfindung für etwas. So funktioniert das aber nicht. Es ist höchstens gut für die Person selbst, die sich so davor bewahren kann, ihren Standpunkt oder ihre Einstellung aktualisieren zu müssen. Aber nicht für die Progression unserer Gedanken, unserer Schlussfolgerungsrichtigkeit und unseres zukünftigen folgerichtigen Handelns.
Eine Meinung zu haben und zu entwickeln – das kann jeder. Ununterbrochen, unwillkürlich, sofort. Wir können vieles meinen und vergessen dabei, dass es bei einer so gemeinten Meinung oft um eine unbewiesene Vorannahme handelt, die aber im Laufe einer Diskussion überprüft werden sollte. Hält sie der Realität stand? Inwieweit kann man sie beibehalten? Oder sollte sie doch lieber erneuert werden? Gibt es vielleicht Menschen, die das Thema schon erforscht haben und doch etwas Anderes herausgefunden haben als das, was ich mit meiner Meinung postuliere? Das hier ist nichts, was einem schaden würde oder einem das Gefühl geben sollte, das Gesicht zu verlieren. Es ist lediglich die Entwicklung der echten Fähigkeit des kritischen Denkens. Kritisches Denken heißt nicht nur, dass man sich der Masse gegenüber lediglich aus Prinzip heraus quer stellt und in jeder Situation nur “aber” oder “nein” ruft, um dann zu sagen: “Das ist meine Meinung. Ich habe ein Recht darauf. Ich bin eben anders als ihr!” Kritisches Denken verliert seinen Sinn und Zweck, wenn es nicht dazu führt, die Dinge so akkurat wie möglich zu betrachten. Und das fehlt unserer RTL-Gesellschaft immer mehr. Der unbedingte Wille zur Akkuratheit. Die Älteren wollen nicht von alten Einstellungen abrücken, die Jüngeren wollen gar nicht erst zu denken beginnen. Pespektiven werden als Charaktermerkmal betrachtet und nicht als etwas, das es aktiv durch geistige Arbeit und Wissensaneignung zu erlangen gilt. “Ich habe diese Meinung, weil ich cool und anders bin!” (und nicht, weil ich mir meine Perspektive durch Recherche angeeignet habe). “Und ich bin gegen deine Meinung, weil ich für meine Meinung bin und nicht, weil ich dem etwas Echtes entgegen zu setzen hätte.” Weiterlesen… »
11.09.2011, 23:36
Der Lauf der Dinge
Der Lauf der Dinge ist nicht zu stoppen. Auf der Welt erscheinen, sich dort allen Hürden stellen und dann mal selig, mal gequält vom Leben schreiten. Trauer, Niedergang, Naturkatastrophen – alles muss hingenommen werden, weil man sich sagt, dass es die “unergründlichen Wege des Herren” sind. Alles muss getragen werden – ob man will oder nicht -, weil die Realität selbst den visionären Wissenschaftler ernüchtert, der in seinen Ambitionen, ein neues Heilmittel gegen XYZ entdecken zu wollen, auf der molekularen, finanziellen und ethischen Ebene scheitert – oder es eben an der Nichtprojizierbarkeit von der tot-experimentierten Laborrate zum Menschen tut.
Wir halten uns fest, klammern uns, hoffen, reden uns ein, dass es eine höhere Instanz gibt, die weiß, was sie tut. Gerade wir Orientalen neigen dazu. Wir beten sie an und huldigen ihr, selbst wenn wir wissen, dass diese Instanz gegen viele Millionen ethische Grundsätze verstoßen hat. Vom Kleinsten angefangen (unterlassene Hilfeleistung) bishin zum Massenmord (Naturkatastrophen). Die von ihm sadistisch gezeichneten Biografien geschehen dann innerhalb dieses Verbrechensintervalls. Anstatt zu revoltieren, bücken wir uns immer ein Stückchen mehr in die Tiefe – in der Hoffnung, weiterhin in der Gunst dieses Gottes zu stehen. “Möge er uns nicht dafür in die Hölle schmeißen, dass wir nun einmal so sind, wie er uns geschaffen hat!”, sagen wir und merken die Skurrilität dieses (un)logischen Gefüges nicht. Die einen beten fünf Mal am Tag, weil ihr Gott die potenzierte Eitelkeit einer Diva besitzt – und die anderen lassen ihre Sünden von einem dick mit Klunkern und Fett behangenen Geistlichen wegreden – nach Bezahlung versteht sich – und der schon zehn Minuten später seine Macht an einem kleinen Jungen demonstrieren kann und vereinzelt auch wird. In welcher Form, will ich nicht näher beschreiben.
Dann gehen sie sich darüber streiten, wer von ihnen näher an Gottes Brust – nein, das wäre ja noch mütterlich – an Gottes Zepter (Phallus) hängt und meinen, die wahre Antwort auf diese Frage wäre Kriege, Tote, Gesteinigte und Kreuzzüge wert. Während die Wissenschaftler schon die kleinsten Bewegungen des Lebens erforschen, debattiert der Klerus noch über Adam und Eva und der Entstehung des Lebens innerhalb von sieben Tagen. Homosexuelle hängen an Seilen in meiner Heimat und schwenken mit ihren leichenblassen Körpern hin und her. Denn “Gott” sprach einst, Homosexuelle seien unzüchtig und minderwertig. Frauen, die der Rache ihrer Ehemänner ausgesetzt werden, weil ihre Ehre in irgendeiner Weise verletzt worden ist, werden in einigen Ländern gesteinigt. Geistliche, die sich intensiver als jeder andere normale 0815-Religiöse mit ihrer Religion beschäftigt haben, erkennen die fundamentalen Gedankenkonstrukte ihrer Religion und verstehen die Worte Gottes, wenn er sagt, dass sein Buch “einfach, klar und deutlich” geschrieben worden ist und keinen Raum für Interpretation lässt. Deshalb heißen all die Wörter wie “schlagen”, “hacken”, “töten” und “verfolgen” auch nicht “streicheln” oder “trennen” statt “schlagen” – und auch nicht “Kratzer hinzufügen” oder “Kläpschen geben”, sondern schlicht und einfach “Hand abhacken” (bei Diebstahl). Auch, wenn Menschen, die sich für ihre Religion rechtfertigen wollen, es gerne anders sehen. Und die anderen? Sie schließen sich in große, kalte Gotteshäuser aus Stein ein, behaupten, im Zölibat leben zu müssen, um Gott zu dienen. Sie lassen die Frucht ihrer Lenden vergammeln und sich krank in ihre eigenen Körper ergießen. Was dabei rauskommt ist, dass sie versuchen diesen unnatürlichen Zustand anders zu kompensieren – immer an den Schwachen und Schutzbedürftigen. Wie, das möchte ich hier nicht näher beschreiben. Weiterlesen… »
Ich habe letztens wieder junge Frauen bei einer Unterhaltung beobachtet, in der sie sich über Feministinnen ausließen. Und ich kann noch nicht einmal wütend sein, denn ich glaube, vor vielen Jahren noch hätte ich genauso reagiert. Da hieß es: “Bah, ne? Die sind so männlich und verbittert. Verschrumpelte Pflaumen. Wer will das denn? Meine Weiblichkeit aufgeben? Niemals! Das wollen die doch von uns, weil sie neidisch sind. Sie sind hässlich, also wollen sie von uns, dass wir weniger hübsch sind. Das nennen die dann Emanzipation! Am Schlimmsten ist ja diese Alice Schwarzer. Außerdem sind die eh alle lesbisch. Die sind ja nur so geworden, weil sie zufällig die falschen Männer abbekommen haben.” – Im Grunde war das eine eins zu eins Wiedergabe dessen, was Männer von Feministinnen halten. Das haben Männer inzwischen gut raus – wenn auch nur unbewusst. Sobald sie Frauen beeinflussen wollen, legen sie durch Nebensätze fest, was für sie attraktiv ist und was nicht. Und Feministinnen sind es definitiv nicht, sie sind groß und erscheckend, viel zu unweiblich, weil sie kämpfen, und Haare auf den Zähnen haben sie auch noch. Gerne biedern sich Frauen an, denn noch heute macht die Frau ihren ganzen Wert an ihrer Attraktivität fest. Solange sie von Männern als anziehend bewertet werden, sind sie glücklich. Wenn nicht, klopft die nächste Essstörung schon an der Tür.
Das ist also das Bild, das wir Frauen von Frauen haben, die sich ihr Leben lang für unsere Rechte eingesetzt haben, damit wir heute ohne die Erlaubnis unserer Männer, einem Beruf nachgehen dürfen. Damit wir ein Wahlrecht haben und damit wir in besonderen Fällen entscheiden können, was mit der Leibesfrucht geschieht. Außerdem dürfen wir Ehemänner seit 1997 tatsächlich wegen Vergewaltigung anzeigen. Vorher gab es “Vergewaltigung” in der Ehe gar nicht, weil wir ja Jahre vorher einmal das “Ja-Wort” gegeben hatten, und das natürlich auch bedeutet, dass wir einem ewigen “Ja” zur Herrschaft über unserer Körper zugestimmt haben. Hübsch lächelnd, mit Tränchen in den Augen, seufzend, zierlich und hoffnungslos hingebungsvoll. Steht schwarz-auf-weiß im Ehevertrag. Oder?
Ja, diese Frauen finden wir widerlich. Die Alice Schwarzers dieser Welt. Wenn mein Mann mich manchmal so nennt “Du Alice Schwarzer – in süß aber, nicht schlagen!”, dann fühle ich mich heute noch beleidigt, so schlecht ist der Ruf von Feministinnen. Um diesen kleinen Seitenhieben zu entgehen, habe ich mich einfach über diese Frau informiert. “Oh, einwenig radikal”, dachte ich. Aber was hat sie nicht alles erreicht? Die Frau ist doch tatsächlich 1979 nach Teheran gereist und hat mit den iranischen Frauen mitten auf der Straße gegen den Schleierzwang protestiert. Und noch sovieles mehr. Um klar zu stellen, dass das, was diese verbitterten, vertrockneten Pflaumen nicht die unterste Schicht des Frauseins sind und “armselige Geschöpfe” darstellen, möchte ich kurz und bündig ein paar Sachen auflisten, die sie – die Hässlichen – geleistet haben, damit wir – die Hübschen und Attraktiven, die in der Hierarchie der männlichen Fantasien oben stehenden, die, die sich aufgrund der männlichen Maßstäbe dann doch etwas wert sein können – eben nicht armselige Geschöpfe bleiben müssen. Aufgepasst! Weiterlesen… »
Ihr seht, meine Texte in diesem Blog sind manchmal von einer ausweglosen Ernsthaftigkeit und einem Vorwurf gegen die Regeln dieses Lebens belastet, dass mir manchmal beim Lesen selber die Luft weg bleibt. Dennoch bin ich mir dessen bewusst, dass es richtig ist, nach all dem “It’s all fun”, “Let’s party!” und unserer Komsumgeilheit (ich gehöre definitiv dazu) Dinge anzusprechen, die man sehr gerne verdrängt. Ich bin mir dessen beuwsst, dass ich sie nicht nur anspreche, sondern in einer sehr harten Sprache benenne, so dass viele sich angegriffen fühlen, die sich eigentlich gar nicht angegriffen fühlen brauchen. Fast so, als würde ich der Menschheit – jedem einzelnen von uns – reine Dummheit und Ignoranz bescheinigen. Und ehrlichgesagt: Vielleicht tue ich das auch. Wir müssen bedenken, dass wir als Masse viel dümmer sind, als wir es als Individuen oder kleine Gruppen sind. Wie sollen ein paar Helldenker denn die trottende Richtung der trägen doch zähen Masse Richtung Konsum, Politikverdrossenheit, Geschichtsignoranz und Oberflächlichkeit lenken? Höchstens, indem sie selbst aufschreien und das erste Wort, das es in die Menge wirft ein “Du bist scheiße, Menschheit! Fick dich!” ist. Mit einem intellektuell einleitenden, diplomatischen, wenig beleidigenden Satz wird man kein Gehör finden, im Gegenteil: Haben wir nicht alle genug von all den versnobten Klardenker-Theoretikern und abstrakten Philosophen, die irgendetwas daherreden, in überkomplizierten Konstruktionen von Wort und Satz, die aber von der schlammigen Praxis des Kämpfens und Überlebens (oder des Konsumierens und Wegsaufens) nicht die geringste Ahnung haben? Manche reden von subtilen Denkwegen, abstrahieren die Realität in einer Form, in der nur noch Zahlen und Formeln übrig bleiben und schreiben nur noch für sich selbst, um den intellektuellen Kampf gegen die Kollegen zu gewinnen. “Yes indeed, das hier war ein Erfolg. Mein Buch wurde am wenigsten von der Masse verstanden. Vorzüglich.” Doch von uns, von uns Lebenden, von uns Tuenden, von uns Greifenden, von uns Konsumierenden, von uns Leidenden, von uns Feiernden, von uns Gröhlenden, von uns, die sich tagtäglich von den Medien tatsächlich verarschen lassen, haben sie nicht wirklich Ahnung, nicht irgendeine, denn sie fühlen sich über alles erhaben und sehen nicht ein, wie man uns diese Erhabenheit auch beibringen könnte. Es interessiert sie gar nicht, sonst wären ihre Schriften und Ergüsse nicht so unverständlich und narzisstisch-krank. Weg damit. Weiterlesen… »
Wenn Du aufwachst und nach 32 Jahren der bestialischen Fremdbesatzung Deines Landes noch immer diesen einen ersten Schockgedanken des Tages hast und denkst: “Oh Gott, mein Land ist in Gefahr, ich muss was tun!”, dann bist Du Iraner. Wenn Du aufstehst und Dich mit verbalem Dreck beschmeißt, weil Du hier ein normales Leben ohne Folter und Tod führst und dabei die zugebundenen Augen jener Namenlosen nicht vergessen kannst, die gestern, vorgestern, heute und morgen für Dinge hingerichtet werden, die es gar nicht gibt, dann bist Du Iraner. Wenn Du Dein Frühstück zu Dir nimmst und weißt, dass Du statt Orangensaft einen schwarzen Tee mit Safranaroma willst, aber ihn nicht trinkst, weil er Dein Heimweh in ein unermessliches Maß vergrößert, dann bist Du Iraner. Wenn Du auf dem Weg zur Arbeit die Gesichter Deiner Landsleute in Bahnen, Bussen und Straßen suchst, um dann beim Entdecken Dein eigenes doch abzuwenden, dann bist Du Iraner. Und wenn Du dann nochmal hinter ihnen herschaust, Dir in Deinem Innern denkst: “Verzeih’ mir. Aber ich kann mich jetzt nicht mit Dir und mir konfrontieren. Denn alles, was mit uns zu tun hat, ist unerträglich schwarz” und ihnen flüsternd mit Eurer inzwischen gebrochenen Muttersprache alles Glück der Welt wünschst, dann bist Du Iraner. Wenn Du trotz all der übermalten Schminke in Deinem Gesicht und Deinen betonten Augen- und Augenbrauen, noch immer Deine Trauer nicht verbergen kannst – und Deine dunklen Augenringe Deine schlaflosen Nächte verraten, dann bist Du Iraner. Wenn Du Dich vier Mal in der Woche auf Partys zwingst. Partys, in denen es nur Iraner gibt. Die Du zwar Zeit Deines Lebens suchen wirst, aber auch am liebsten bezwingen oder ihnen entfliehen willst, weil ihre Dekadenz Dich zur Weisglut bringt, dann bist Du Iraner. Und wenn Du dann trotz Deines Gefühls, im Sumpf dieser Oberflächlichkeit zu ersticken, noch immer weiter tanzt und die berühmten nichtssagenden Floskeln allen, die Dir begegnen, in ihre Gesichter schmeißt, anstatt über Deine Sehnsucht zur Heimat zu reden, um endlich im Gefühl der einheitlichen Verzweiflung den Boden mit allen ungeweinten Tränen zu füllen, dann bist Du Iraner. Weiterlesen… »
21.05.2011, 11:27
Ereignisketten
Kennt Ihr das? Etwas sagen zu wollen, aber nicht zu wissen, was man sagen will und nicht zu wissen, was zu sagen überhaupt Sinn macht – und dann über den Sinn von Sinn sinnieren, wo man doch ahnt, ahnungslos fühlt oder auch weiß, dass der Sinn an sich ein rein menschliches Konstrukt ist, um Geschehnissen, Menschen und Daseinsformen eine Existenzberechtigung zu geben? Nun habe ich mein Thema. Danke, sinnloser Satz. Lass uns über Sinn reden.
“Ja, er hatte diesen Unfall. Und danach war ihre Liebe wie am ersten Tag. Der Unfall hatte einen Sinn!” oder “Er ist gestorben, aber er ist nicht sinnlos gestorben. Er hat für die Freiheit gekämpft. Dafür ist er gestorben. Sein Tod hatte einen Sinn, so wie sein Leben.” (Und übersehen wird, dass das Land, das Volk, der Stamm, die Region dennoch nicht frei ist.)
Wisst Ihr, manchmal denkt man weiter. Es gibt furchtbare Verbrechen und Tragödien in dieser Welt. Und manchmal, wenn ich aus einer negativen Stimmung heraus, passend negative Gedankenspiele spiele, frage ich mich, was für Verbrechen in einer unwillkürlichen Ursache-Wirkungskettenreaktion vielleicht dazu geführt haben, dass vielen anderen Menschen das Leben gerettet worden ist? In einem quasi zusammenhanglosen Ereignisstrang, der eben doch nicht zusammenhanglos ist. Stellt Euch vor, eine Frau bekommt ein Kind aus einer Zwangsehe heraus und dieses Kind bekommt selber eines. Dieses Kind wiederum wird ein berühmter Forscher oder Arzt und entdeckt ein Gegenmittel für eine schwere Krankheit, die weltweit Menschenleben rettet und Leid reduziert. Könntet Ihr dann ohne Umschweife sagen: Hätte man dieses arme Mädchen damals doch niemals zwangsverheiratet? Schwierig, nicht wahr?
Ich bin mir absolut sicher, dass viele gute Ereignisse eine Folge von Schlechten sind. Ich bin mir sogar sicher, dass es ohne gewisse schlimme Ereignisse bestimmte Menschen von uns gar nicht geben würde. Mein Liebster sagt manchmal nachdenklich “Wer weiß, was alles geschehen musste, damit Du und Ich auf die Welt kommen. Das willst Du gar nicht wissen.” Ich behaupte damit nicht, dass nur diese schlimmen Ereignisse Gutes bewirken, ich sage nur, dass auch negative Ereignisse ein Glied in einer Wirkungskette sind, das sehr Gutes bewirken kann. Was bedeutet das? Je mehr ich darüber nachdenke, desto unerlässlicher wird die Erkenntnis, dass das Universum (oder Gott oder die Natur erst Recht) überhaupt nicht zwischen Gut und Böse unterscheidet. Jedes Ereignis, ob ein sich schrecklich anfühlendes oder ein sich gut anfühlendes kann als Vorbereitung für eine Ereigniskette dienen, die etwas Gutes bewirkt. Weiterlesen… »
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