Kategorie "Poesie"
24.01.2012, 09:42
Hier für Jetzt

Lass uns ehrlich sein. Öffne deine Augen ohne die schon vorgedachte Silhouette, die du zu sehen erwartest. Lass uns offen sein, lass mich sein. Vergiss, was du erwartest, ich will, dass du siehst, wer ich wirklich bin. Was auch immer ich bin. Denk’ nur kurz nicht an den, der du bist. Entdecke die Welt ohne Vorwissen, und du wirst dich auf die Wiese werfen und liegen und träumen wie ein berauschtes Kind. Zähl’ nicht die Zeit, sie hat keine abgetrennten, kleinen Minuten, Sekunden und Stunden. Siehe, wie sie wirklich ist. Ein Fluss ohne Anfang, ohne Ende, ohne Richtung und mit einem geheimen Wissen über das Nichts. Wir wollen mit der Sonne verstecken spielen, in der Hoffnung, unsere Nacktheit sei nur eine Illusion, die wir vergessen können. Vergiss stattdessen lieber all die Bekleidung, all die Vorhänge und all die Wände. Wir Menschen ähneln einander zu sehr, als dass wir uns verheimlichen könnten. Selbst, wenn wir verschwinden würden. Sei kein Gast mehr, sei der Bewohner meiner Seele. Mir ist egal, wenn ich das Ich vom Du nicht mehr unterscheiden kann. Warum auch, wenn unsere Essenz eh vom selben Nektar ist? Warum auch, wenn Fleisch und Blut überall gleich sind? Sei da, mit mir. Nicht für immer. Doch für jetzt, bleib’ hier.

25.10.2011, 11:51
Vollendung

In der Stille
deiner Arme
beginnt mein
Traum

Vergiss
wer du bist
und ich vergess’
was ich haben
will

Lass!
Lass uns
eins
nur sein:
Eins

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11.10.2011, 15:43
Schicksalsnacht

Unermüdlich kraftentleert
Falsch erleuchtet
Sich krank verzehrt

Altgedacht und
neu gestorben
All die Tage
Herz verloren

Schlafend wieder
aufgewacht
Tagein tagaus
die Nacht verlacht

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10.10.2011, 07:59
Atemstillstand

Halt’ den Atem an
Leg’ die Wege still
Ein Traum vergeht
Denn du, du schreist
Dabei war’s Zeit
Zu ihm zu gehn’.

Halt’ die Sterne an
Leg’ ihr Licht
in dir nun
frei
Die Zeit vergeht
Weil du nur rennst
Dabei war’s gut
als du
in kleinen Schritten
große Hürden
fingst.
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30.09.2011, 10:23
Joséphine

“Deine Augen sind
so müde, Joséphine.
Was hat man dir
nur angetan?”

“Meine Augen sind
so müde, Held?
Was denkst du,
wer hier all die Jahre
nicht mehr war?”

“Du weißt doch, Liebste
Gekämpft habe ich.
Gegen Dämonen,
gegen Soldaten
gegen mich
Weißt du denn nicht?”

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