Kategorie "Poesie"
28.06.2011, 12:10
Blumenwege

Zu kurz die Zeit
des tiefen Atmens
Zu kurz die Augenblicke
des Friedens wegen

Schau’ die Blumen,
wie sie atmen
Schau’ wie sie sich
an Wiesen laben

Grob kastrierte
Lebensträume
Hand in Hand mit
Lebensängsten

Schau’ die Blumen,
wie sie tanzen
Schau’ wie sie
ihre Liebe pflanzen

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23.06.2011, 23:50
Der Gott der Herren

Hart diese Nächte,
hart, finster und kalt.

Ein Bett,
zerwühlt
vom Kampf der Geschlechter.
Alle fort
und barfuß kam der
Sensemann.

Kristallen klar
war die Liebe von Mutter-Erde,
denn ihre Brüste war’n
für alle da.

Zornesrot war
der herrische Gott der Herren!
Denn seine Strafe war nur
für Frauen da.

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14.06.2011, 16:23
Medusa

Feste Schenkel schlingen und drücken.
Ihr Busen riecht nach einer Wiese voll Blumen.
Ihre Haare kitzeln, dann peitschen sie Dich.
Ihre Arme fesseln, dann kratzen sie Dich.
Ihr Gesicht ist ein Mond aus tausend Wünschen und Furchen.
Ihre Lippen eine Frucht aus Liebesschwüren und -flüchen.

Schaust Du sie an, vergisst Du Dein Ich.
Das Einzige, das lebt, ist Deine Lust und sonst nichts.
Schaust Du weg, dann würgt sie Dich zu sich.
Schaust Du zu tief, zeigt sie ihr wahres Gesicht.

Medusa ist ihr Name,
und egal, was Du gibst:
Sie nimmt Dir noch mehr,
bis dass Du Stein nur noch bist.

12.01.2011, 03:14
Die Schwere der Nacht

Müde fällt das Blatt vom wogenden Wind, weil er still steht und die Mattheit auch seine Seele mitnimmt. Still, mit fallenden Händen stützt es sich sanft auf dem Boden, um das schweigende Nass der erdigen Mutter noch ein letztes Mal vor dem kleinen Tod zu liebkosn’. Die Nacht neigt ihr Haupt herunter, so dass all die Sterne ihre Lider senken und in einen endlosen Traum der geheimen Märchen sinken. All die Bäume – sonst so kräftig, grün und stolz – vergeben ihre Kraft an die namenlose Schwere und lauschen den Liedern der Nachtigall, die singt über jenen Sonnenuntergang in Gold. In all der Ruhe der dunklen Welt, kehrt Friede in mich ein. Ich will nur eins’, nur eins’. Und das ist, dass mein Liebster mich hält und für immer mit mir in dieser samtigen Nacht verweilt. Schwer liegen seine Wimpern matt und müd’. So auch mein Gesicht, das auf seiner Brust nun ruht’.

09.12.2010, 11:50
Alltag

Der Alltag ergraut Dein schönes Gesicht,
nimm’ ihm die Macht,
komm’: fall’ in mein Licht

Lass’ Deine stern’klaren Augen
sich zum Halbmond schließen
Und all ihre Tränen
auf meinen Schoß ergießen

Lass’ nicht ab von Deinen alten Träumen
Wenn auch die einen unerfüllbar sind
sie schützen den Kern in Dir:
Dich als sorgloses Kind

Lass’ uns über die elysischen Felder laufn’,
die Liebenden zählen
und in ihre pochenden Herzen schaun’

Lass’ uns durch das Tor zur Hölle gehen,
und dem Teufel zeigen,
dass – wenn wir vereint -
auch seine Folterinstrumente
mit besänftigenden Blumen
versehn’

Lass’ ab von all den Streichen
Deines Verstandes,
sie kühlen Dein Lächeln,
sie kühlen die Hoffnung,
die Du einst fandst

Lass’ ab vom heißen Geflüster
Deiner Wut,
sie verbrennt Dein’ Leib,
sie verbrennt Dein Gemüt

Der Alltag ergraut Dein schönes Gesicht,
nimm’ ihm die Macht,
komm’: fall’ in mein Licht