Kategorie "Psycho Logie"
20.04.2012, 21:33
Finally

Gedruckt und abgegeben. Zweieinhalb Monate, nachdem sie bereits fertig war. Früher ging es jedoch nicht, weil mein Prüfer mir niemals geglaubt hätte, dass ich den Bearbeitungszeitraum von drei Monaten für mich auf zwei Wochen runtergebrochen habe. Ein wunderbares Gefühl, sie endlich los zu sein. Vermutlich ist das hier der sprachlich sauberste Text, den ich je verfasst habe, wo ich doch meistens so schlampig bin. [Einige von euch hatten mich gefragt, ob sie sie lesen dürfen. Ich kann sie euch gerne schicken, aber meine Bachelorarbeit beleuchtet eher neurobiologische und -anatomische Grundlagen der Posttraumatischen Belastungsstörung. Ich befürchte, das ist den meisten von euch zu langweilig.]

04.08.2011, 04:44
Ich – und weiter?

Wir sprechen tagtäglich und selbstverständlich vom Ich. Ich fühle, ich denke, ich bin, ich will, Ich. Und dann posaunen wir sämtliche Pläne heraus. Pläne und Ansprüche vom Sich-Selbst-Verwirklichen. Vom Selbst haben. Vom Zu-Sich-Selbst-Finden. Von Selbstentfremdung. Von der Suche, nach sich Selbst. Selbstliebe. Selbst und Ich. Wir tun so, als sei unser Ich oder unser Selbst ein Konstrukt unseres eigenen Willens. Etwas, das wir formen können, wie es uns beliebt. Wir tun zudem so, als sei dieses Ich oder Selbst völlig individuell und so prägnant anders als das Ich von anderen, dass man uns auf jeden Fall unter all den anderen Menschen wiedererkennen würde. Und natürlich liegt das nicht an unserer äußeren Erscheinung und dem unglaublich guten Gesichtererkennungssystems des Gehirns (anderer, die uns erkennen), sondern an unserer Einzigartigkeit. Wir sind einzigartig. Unser Selbst ist es. Unser Ich. Deshalb erkennt man uns. Wir nehmen uns so wichtig mit der Erschaffung, Schöpfung und dem Pflegen unseres Selbst, dass wir uns kleiden und schmücken mit Attributen und Styles, die die Message unseres Selbst weitertragen. “Ich bin lebenskritisch, gesellschaftskritisch und eigentlich mag ich die Menschen nicht, deshalb bin ich ein Goth.” “Ich hasse mich, ich hasse das Leben, mein Leben ist scheiße, niemand versteht mich. Deshalb bin ich ein Emo.” “Ich bin ein Opfer der Gesellschaft, ein armer Kanacke, Deutschland will mich nicht, ich habe eine harte Kindheit hinter mir, deshalb bin ich ein Gangsta-Rapper.”

Ich habe oft darüber nachgedacht, was an uns eigentlich uns selbst gehört. Welcher Teil unserer Persönlichkeit haben wir tatsächlich selbst erschaffen, rein aus dem Nichts, nur aus uns selbst? Damals schon blühte mir keine Antwort, die ich mögen würde. Und seit dem Studium werden die Konturen meiner damaligen ungewollten Ahnung immer deutlicher: Nichts. Nichts von uns gehört uns selbst. Nichts. Das Temperament, das wir haben, ist angeboren. Nahezu bei jedem Menschen. Verhaltenshemmung (Schüchternheit) oder Extraversion (Offenheit, Ausdrucksstärke) liegen auf irgendeinem Genstrang und sind wohlkodiert. Das ist sogar ein Merkmal, das sich im Laufe des Lebens kaum verändert, außer die Einschnitte sind so traumatisch, dass sich da etwas tut, aber das geht dann auch meistens mit einer Störung einher. Bleiben wir beim Normalfall. Durch diese angeborene Disposition werden die Erfahrungen, die ein temperamentvolles oder verhaltensgehemmtes Kind macht, fast vorgeschrieben. Zumindest die Tendenz wird es. Offene Kinder gehen auf die Welt zu und lernen viele Menschen kennen, verfeinern dadurch natürlich ihre sozialen Kompetenzen, werden deshalb gelobt und gemocht, lernen sich entsprechend darzustellen und im Berufsleben später zu verkaufen. Verhaltensgehemmte Kinder suchen weniger Kontakt zu anderen, bekommen weniger positive Bestätigung, bauen kein starkes Selbstbewusstsein auf und können sich später nicht so gut darstellen und verkaufen. Die Eigenschaften beider Kinder verstärken sich durch die Interaktion mit ihrer Umwelt quasi selbst. Das sind nun zwei Extreme, zugegeben. Es gibt natürlich auch Zwischentöne. Es geht aber nur darum, aufzuzeigen, wie sehr unsere Wege vorgeschrieben sind. Sogar die Art, wie wir unsere Umwelt gestalten (offen auf Menschen zugehen und mehr Erfahrungen mit ihnen sammeln oder der umgekehrte Fall). Der Einfluss der Erziehung und in der Schule gehören natürlich dazu, aber sie schwächen oder verstärken vorhandene Tendenzen, aber sie lassen sich nicht komplett wegerziehen. Weiterlesen… »

Kitty Genovese war eine junge Frau, die in einem englischen Viertel von New York ermordet worden ist. Sie hat lange und laut geschrien, deutlich hörbar gemacht, dass sie gerade in Gefahr ist – doch die Nachbarn schienen alle auf einmal auf beiden Ohren taub gewesen zu sein. Wir kennen solche Phänomene. Gerade in Deutschland scheinen die Menschen in Situationen, in denen ein Eingreifen nötig wäre, einfach wegzuschauen. Dabei meine ich nicht das Wegschauen im übertragenen Sinne, sondern echtes Wegschauen. Wie kann soetwas passieren? Eine vollständige Erklärung soll der Bystander Effekt nicht liefern, denn auch kulturelle Hintergründe scheinen bei dieser Verhaltenstendenz eine Rolle zu spielen. Dennoch möchte ich Euch einige sozialpsychologische Erkenntnisse aus den siebziger Jahren nicht vorenthalten, die etwas sehr Paradoxes herausgefunden haben. Die beiden Sozialpsychologen Bibb Latané und John Darley haben damals zu der Zeit, in der der Mord an Genovese stattgefunden hat, Vorlesungen gehalten. Sie waren zu der Zeit der Überzeugung, dass der Grund für die Ignoranz und Untägigkeit der Nachbarn in diesem Fall an der Reizüberflutung in der Stadt lag. Festzustellen war damals jedenfalls, dass Menschen in ländlichen Gegenden mehr halfen als Stadtmenschen, dass der Grund ein anderer war, als die Umgebungsvariablen “Land vs. Stadt”, fanden sie später erst heraus.

Die beiden stellten im Laufe ihrer Forschung also folgende, unintuitiv klingende Hypothese auf: Je größer die Anzahl der Zuschauer (Bystander) in einer Notfallsituation war, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hilft. Oder wie Latané damals sagte: “Wir kamen zu der Erkenntnis, dass möglicherweise das, was den Genovese-Fall so faszinierend macht, auch das ist, was ihn verursacht hat – die Tatsache nämlich, dass nicht nur einer oder zwei, sondern 38 Menschen zugesehen und nichts unternommen haben” (Latané, 1987 zit. nach Aronson, 2006). Wie lässt sich so eine paradoxe Annahme überhaupt begründen, fragt Ihr? Wir würden doch sofort denken, dass je größer die Anzahl von Personen um einen Notfall herum ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand endlich zur Hilfe eilt, oder? Dass dem nicht so ist, zeigt eine Serie von Experimenten, von denen ich eines herauspicke und kurz darstelle.

Im besagten Experiment saßen die Versuchsteilnehmer in Einzelkabinen und nahmen an einer Gruppendiskussion über den Alltag im College teil – und das über eine Fernsprechanlage (stellt Euch einfach Teamspeak oder eine multi Skype-Session vor). Einer der anderen Studenten hatte plötzlich einen epileptischen Anfall, schrie durch sein Headset nach Hilfe, gab Laute von sich, die erahnen ließen, dass er bald ersticken würde, bis er irgendwann abrupt verstummte. In dieser Studie gab es in Wirklichkeit nur einen Versuchsteilnehmer, nämlich die unwissende Versuchsperson. Alle anderen, einschließlich der, der angeblich diesen Anfall hatte, waren vorher auf Band aufgenommene Stimmen und stellten Attrappen dar. Weiterlesen… »

15.05.2011, 16:16
Loslassen

Es gibt nichts Heilsameres, als die Fähigkeit, Dinge, Ereignisse, Menschen und zertrümmerte Träume, loszulassen, wenn man um sie gekämpft hat und erkannt hat, dass man sie nicht in der Art halten und realisieren kann, wie man es gerne hätte. Doch wie bringt man sich bei, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen? Den Punkt, an dem es wichtig ist, zu realisieren, dass man Dinge, Ereignisse, Menschen und zertrümmerte Träume nicht mehr retten kann? Geschehens nicht rückgängig machen kann? Diese Frage bleibt vorerst offen. Trotzdem. Lasst uns weiter beim Loslassen bleiben. Was genau an ihm erleichtert die Last, die man zu tragen hat?

Zum einen sind es ökonömisch-praktische Aspekte. Der Mensch neigt dazu, immer mehr in hoffnungslose Projekte jeder Art (ob nun geschäftlicher, politischer, wissenschaftlicher oder beziehungstechnischer Natur) zu investieren. Sei es durch Zeit, Gedanken oder auch Mühe und Geld. Wenn man in etwas seine Seele und Leidenschaft reingesteckt hat, kann man seine Investition nicht einfach loslassen. Der unbedingte Wunsch, dass alles so klappt, wie man sich das erhofft, wird durch das eigene Zutun an Kraft, Zeit und auch Geld, immer größer und scheinbar greifbarer. So ist es aber nicht. Manchmal lassen sich Dinge, Situationen und Menschen nicht dahinbringen, wo man sie gerne hätte. Bei einseitigem Kraft- und Leidenschaftsaufwand erst recht nicht. Es gibt Projekte, halb realisierte Geschäftsideen und projizierte Wünsche in nahestehende Menschen, die sich – je mehr man Druck verübt – verschließen und man sich und sie in eine Sackgasse von Schulden, Reaktanz und Trotz oder auch kompletten Verlust treibt. Loslassen in einem richtigen Augenblick des Erkennens, kann den so schon vorhandenen Sach- oder Herzschaden (je nach Situation oder Beschaffenheit), wenigstens geringer halten.

Zum anderen spielt die seelische Befreiung eine große Rolle. Jeder kennt das Gefühl, wenn er ein hoffnungsloses Unterfangen aufgibt. Sei es der Versuch, das Herz eines Menschen zu gewinnen, das einfach nicht dafür bestimmt ist, das Eigene zu wollen – oder aber der Versuch, jemandem den rechten Weg zu weisen, der es aber darauf angelegt hat, jede von Euch gemachte, schlimme Erfahrung selber erleiden zu müssen, um dann vielleicht daraus zu lernen oder nie wieder hoch zu kommen. Wenn man solche Versuche irgendwann loslässt, dann merkt man, wie man unverhofft und augenblicklich aufatmet. Dinge und Menschen sich selbst, dem Schicksal – oder bei gläubigen Menschen – dem Gunsten oder Ungunsten Gottes zu überlassen – kann unglaublich befreiend sein. Akzeptanz, Hin- und Annahme dessen, was man nicht ändern kann, kann einem inneren Frieden verschaffen, eine abwartende und beobachtende Haltung einbringen, die sogar der ursprünglichen Absicht dienen kann. Gewiss, die Sorge und der Nachgeschmack von Traurigkeit werden einen noch lange begleiten. Doch vorher, im Vulkan des Tuns und Kämpfens, war man nicht nur traurig, sondern gestresst, wütend, gehetzt, verrannt, gebrannt und getrieben – von einer Unruhe, die einen nicht mehr schlafen ließ. Lässt man aber los, kann man im Fall der Fälle – beim Eintreffen der befürchteten Situationen – besser und reflektierter für die Person da sein. Allein aufgrund des Umstandes, dass man sich eine Schonzeit erlaubt hat. Eben durch dieses Loslassen. Weiterlesen… »

Vermutlich habe ich hier nur einem Blogger geantwortet, der durch solche Beiträge einfach mehr Klicks erwerben will. Und dennoch dürfen wir soetwas nicht stehen lassen. Lasst Euch nicht erschrecken, wenn ich die Männer bei diesem Beitrag nicht gut wegkommen lasse. Die motivationalen und verhaltensbezogenen Tendenzen, die ich Männern zuschreibe, sind zwar nicht aus der Luft gegriffen, doch sind sie in ihrem Ausprägungsgrad nicht so hoch, als dass man alle Männer über einen Kamm scheren könnte. Ich benutze nur die Mittel des Bloggers, damit er weiß, dass wenn er Frauen geistige Schaffungskraft abspricht, dass es viel schlimmere Dinge gibt, die man Männern ab- oder zusprechen kann und dass er bei näherem Betrachten die Idealisierung seines Geschlechtes einerseits nicht mit der Degradierung des anderen Geschlechts andererseits leisten darf.

Um seinen Beitrag für jene zusammenzufassen, die keine Lust haben, ihn zu lesen, geb’ ich ein paar Hauptaussagen rein:

 

- Über die geringere schöpferische Geisteskraft der Frauen. Warum Frauen nicht zum Genie taugen.

- Nein, Frauen haben´s einfach nicht drauf große geistige Würfe zu landen, und das liegt zum Einen daran daß sie es gar nicht wollen (Männern dient der große Erfolg als Mittel, Weibchen anzulocken, auch wenn vielen das selten bewußt ist. Auch Dichter, Künstler und Erfinder sind hiervon nicht frei, das wirkt unterbewußt. Frauen hingegen haben keinen Nutzen davon, Männer durch große Taten anzulocken, weil uns nicht dies sondern eben ganz andere, mehr körperliche Dinge bei ihnen locken. So ist die Natur), zum Anderen dann aber auch daran daß sie es einfach nicht fertigbringen, sich tage-, wochen-, monate- und auch jahrelang alleine in ein stilles Kämmerlein einzuschließen und sich nur ihrem Werk zu widmen.

- Frauen sind wie gesagt gemeinschaftsbetont lebende Wesen, können eine Sache in den seltensten Fällen um ihrer selbst Willen tun, es muß immer eine Auswirkung auf ihr lebensnotwendiges umfeldmäßiges Beziehungsgeflecht haben. Frauen würden alleine in der stickigen Studierkammer auf Sicht einfach verdorren, eingehen wie vergessene Zimmerpflanzen.

- Es ist festzustellen daß Frauen weder im künstlerischen noch auch erfinderischen Bereich wesentlich zum Fortschritt der Menschheit beigetragen haben. Beethoven, Mozart, Bach, Goethe, Schiller, Kant, Schopenhauer, Hegel, Shakespeare, Hugo, Dostojewski, Tolstoi, Dante, Rembrandt, Einstein, Newton, da Vinci, Edison, Daimler, Benz, Röntgen, … die Liste ist UNENDLICH! Und man komme mir jetzt bitte nicht mit Clara Schumann oder Fanny Hensel, die haben zwar Beachtliches geschaffen aber sind verzichtbar.

- Hiernach zitiert er noch einige frauenfeindliche Hasstiraden Schopenhauers und denkt, das sei intellektuell.

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