Ich habe damals immer die “Liebe” gepredigt. Ich war so überzeugt davon, dass jeder Mensch die Liebe verdient hat und Liebe verschenken kann. Ich war davon überzeugt, dass der Kern eines jeden Menschen gut ist und nur die “Umstände” einen Menschen schlecht machen. Ich war damals der Überzeugung, dass jeder Mensch mit einigen innigen, seelentiefen Umarmungen zu ändern ist - einfach zu ändern ist, indem man ihn berührt und ihm sagt, dass er etwas wert ist. Soviel wert ist.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr ich davon überzeugt war. Während manche dachten, ich sei bescheuert, naiv oder leide an einem Helfersyndrom (ich will ja nichts davon leugnen), dachte ich, ich habe die allgemeingültige Wahrheit über das Universum gefunden: Die Liebe. Es ging soweit, dass für mich Gott & Liebe ein und das Selbe waren. Das Leben war damals schön, egal wie schwierig die Phasen sein konnten - mit der Einstellung war alles erträglich. Alles war mit einem Lächeln der Vorfreude auf später zu ertragen. Mein Fundament war so sicher, obwohl es so weich und schwebend war.
Ich war davon überzeugt, dass eines Tages alles gut wird. Ich war davon überzeugt, dass alle Wege zur Liebe (zu Gott) führen werden - manche gelangen durch Umwege dahin, manche direkt, wie in einem Labyrinth – wir suchten alle das Eine, und früher oder später würden wir es finden. Ich war davon überzeugt, dass Menschen nur füreinander da zu sein brauchen - und alles würde gut werden. Ich war davon überzeugt, wirklich davon überzeugt, ich war so überzeugt… Versteht Ihr? So tief darin verankert.
Viele Jahre sind vergangen zwischen meinem Weltbild und heute. Viele Krisen, Flüche gegen Gott, viel Wut, viel Zerstörung meiner Selbst, meiner Umgebung, meiner Cliquen - alles habe ich irgendwann kurz und klein geschlagen, weil ich es nicht mehr geschafft habe, so zu denken wie damals, weil ich zweifelte, weil ich schrie - vor Wut und Schmerz schrie und eine Antwort wollte. Eine gottverdammte Antwort. Ich wollte diese Antwort so sehr. Ich wollte, dass - wer auch immer für all das hier verantwortlich ist - sich seiner gottverdammten (nein göttlichen) Schuld stellt und Rechenschaft ablegt. Und nachdem ich ihm meine ganze Wucht in den göttlichen Bauch getreten hätte, wollte ich ihm verzeihen, ihm alles verzeihen und von ihm hören, dass er es ist. Das er da ist. Dass er die Liebe ist und ich immer Recht hatte. Dass er alles ist. Dass wir eines Tages trotzdem alle zu ihm nach Hause kommen werden, so wie ich mir das immer gewünscht habe. Er sollte meinen Kopf streicheln, während er auf seinem Schoß liegt, während ich bitterlich und doch vor Erleichterung weine. Er sollte mir sagen, dass er meine Wut versteht, aber ich irgendwann verstehen werde, warum alles so sein muss, wie es jetzt ist. Ich wollte, dass er mir erklärt, warum er zwar allmächtig ist, aber dennoch alles so erschaffen hat, wie es ist - nämlich paradiesisch und qualvoll zugleich.
Ich habe gewartet, um ihn zu schlagen um dann endlich von ihm liebevoll aufgenommen zu werden. Ich bin durch unendliche Wüsten von Zweifel und Qualen gelaufen. Ich bin aufgestanden, gegangen, in Gruben gefallen, darin erstickt - immer wieder erstickt - und habe mich wieder hoch gerangelt. Hoch gerangelt und gesagt: “Ok, ich versuche den Sinn darin zu erkennen, aber ich schaffe es nicht. REDE mit mir.”
Ich hörte nichts mehr - damals hörte ich ihn ständig - aber auf einmal war alles stumm. Stumm, und dieses Schweigen würgte mich. Würgte alles Schwarze von Außen in meine Innereien und alle Innereien würgte ich raus. Wie viele Tode starb ich? Wie viele Flüche ließ ich auf ihn los? Jede Nacht rannte ich Richtung Sterne, aber ich erreichte sie nie. Nie, sie waren unnahbar. Und ich glaubte nicht mehr. Ich glaubte nicht mehr, dass diese Sterne für uns erschaffen worden sind, damit sie unsere Herzen verzücken, damit sie uns lehren, was Schönheit ist. Und ich glaubte nicht mehr. Ich glaubte nicht mehr, dass wir erschaffen worden sind, um den Sternen Freude zu bereiten, ihnen zu zeigen, was sie aus ihren Körpern und Elementen erzeugt haben und wie schön das war, was sie aus sich herausgebiert hatten.
Ich glaubte nicht mehr - und ich tu’ es noch immer nicht, wie ich es sollte, wie ich es konnte, als ich noch in sehr reiner Form glücklich war. Doch egal, an welchen Punkt ich in meinem Leben gelange, ich komme irgendwie zurück. Ich stehe vor der Liebe - ob in personifizierter Form (Gott) oder in reiner Form - und klopfe an und will wissen. Einfach nur wissen. Ich will wissen, was es bedeutet, zu nach Hause zu kommen. In den Ursprung von allem hinein zu springen, in ihm zu ertrinken, alle Muskeln und Knochen erschlaffen zu fühlen, loszulassen, mich auf zu lösen, nicht mehr dieses belastende Ich zu sein, sondern nur ein Teil von allem. Ich will es wissen. Ich will wieder glauben, dass wir alle gut sind. Oder wenn auch nicht gut, dann doch richtig, wie wir sind. Oder wenn auch nicht richtig, so dann doch “so, wie es sein muss”…
Ich stehe vor Dir und will wieder an Dich glauben. Ich will, dass Du die Universalformel bist - die Weltformel - von der so viele reden. Ich will, dass Du dazu da bist – dass Du überhaupt bist. Ich will, dass Du mehr bist als nur ein biochemischer / hormongesteuerter Prozess in unseren Leibern. Ich will, dass Du mehr bist als nur ein aus evolutionsbiologischer Sicht vorteilhafter Trieb, um soziale Gruppen zu bilden.
Ich will, dass Du das Größte bist. Du sollst das Größte sein… Einfach das Größte, liebe Liebe.
Ich stehe vor Dir. Also mach’ auf. Und sag’ nicht, ich soll Dir aufmachen. Und wenn es doch an mir liegen sollte, dann hilf’ mir, aufzumachen. Ich stehe vor Dir… Ich warte hier. Bitte nimm’ mich auf…
Hatte ich Dir schon gesagt, dass ich Deinen Hals unwiderstehlich finde? Ich brauche ihn nur länger als zwei Sekunden anzusehen und meine Knie werden weich - und wenn ich nicht aufpassen würde, ich würde jedesmal vor Verlegenheit lachen. Ich zeige das nicht, aber Du merkst es immer daran, wenn ich Deine Fragen und Anmerkungen plötzlich nicht mehr beantworte und Dich nur anstarre. “Hallo?” höre ich Dich dann immer von weitem sagen, aber ich sehe Dich nur verwirrt an und reagiere “leicht” zeitverzögert mit einem “Ja?”.
Hatte ich Dir schon gesagt, dass - wenn ich abends auf Deiner Brust liege und ich kurz den Kopf hebe, um in Dein Gesicht zu schauen - ich in einer Perspektive liege, in der Deine Lippen und Deine stolzen Augenbrauen und dichten, geschlossenen Wimpern mir den Atem rauben? Du atmest ruhig und Deine Brust hebt und senkt sich und lädt mich wieder ein, mich drauf zu legen. Du machst die Augen auf und sagst: “Schatz, was schaust Du mich so an?” - Ein leises “Nichts” kommt aus mir heraus - manchmal antworte ich sogar gar nicht und lege mich einfach wieder auf Deine Brust und beschäftige mich mit dem Foto, das ich mit meinem inneren Auge von Dir “geknipst” habe, als ich meinen Kopf noch oben hielt und Deine Lippen, Deine Augenbrauen und diese geschlossenen Augen sah. Während Du schläfst und ich auf Dein Herz lausche, flüstere ich tausend und tausende Liebesschwüre, mache die skurrilsten gedanklichen Höhenflüge und die hellsten Zukunftspläne… Und während ich noch sage “Morgen erzähle ich ihm davon”, schlafe ich ein und erinnere mich am nächsten Tag nur noch daran, dass ich die Nacht zuvor irgendetwas schönes geträumt haben muss.
Hatte ich Dir schon gesagt, dass ich Dich immer ganz genau beobachte, wenn Du Dich um meine Familie kümmerst und die Rolle eines “ältesten Sohnes” einnimmst? Und wie sehr ich es genieße, dass Dich alle Menschen, die mir wichtig sind, einfach nur lieben? Ich bin so stolz auf Dich…
An Tagen, an denen Du nicht bei mir bist, liebe ich Dich zwar nicht mehr als sonst, aber die Gründe, warum ich es tu’, werden mir dann sehr bewusst.
Hatte ich Dir schon gesagt, dass ich heute zwei Stunden mit Deiner Mama telefoniert habe und sie von den selben negativen Eigenschaften von Dir genervt ist wie ich? Deine guten Eigenschaften sind aber so herzverzückend, dass wir über die Schlechten nur glücklich lachen konnten.
Hatte ich Dir schon gesagt, dass ich Dich… Ja, das hatte ich schon.
Mir gehen im Moment ziemlich viele Gedanken durch den Kopf über alle möglichen Themen. Aber die Zeit erlaubt mir nicht, sie zu ordnen und nieder zu schreiben, wir sind in der Prüfungsphase - und mein kompletter “Lernaufwand” war wieder einmal Selbstbetrug.
Ich sage alle Treffen ab, verbuddel mich zu Hause ein, mache einen “Lernplan” (einen sehr strikten) und markiere entschlossen den Soll, den ich schaffen will, aber ich habe danach so sehr das Gefühl, soviel allein dadurch schon gemacht zu haben, dass ich wieder zwei Tage nur “legitimiert” rumwusele und vom Lernen rede und intensiv um meine Prüfungen besorgt bin, aber aktiv werde ich immer erst ein bis zwei Tage vorher. Ein bis zwei Tage vorher reichen aber bei diesem Studiengang nicht aus. Schon gar nicht, wenn ich mein Master machen will.
Also nochmal, Fräulein: Hier läuft es anders als beim letzten Studium. Es geht hier nicht nur darum, die Scheine zu kriegen und nur zu bestehen, sondern Deine Bestleistung muss her. Dein Master darfst Du nur machen, wenn Du einen bestimmten Notendurchschnitt erreicht hast. Dieser Notendurchschnitt wird nicht etwa vom Psychologischen Institut festgelegt, sondern vom Notendurchschnitt Deines “Jahrgangs”. Dein Jahrgang besteht aus Abiturienten/innen, die ein Einser-Abi im oberen Bereich haben, sonst wären sie nicht für Psychologie zugelassen worden. Diese Abiturienten sind einmal frischer im Kopf als Du, sind einwenig sorgloser als Du und wahrscheinlich neben ihrem Fleiß um Einiges intelligenter und aufnahmefähiger als Du. Zudem haben sie schon in der Schule gelernt, wie man lernt, weil sie’s getan haben, während Du die Schwänzerin No. 1 gewesen bist. Ok?
Dieses Studium bedeutet Dir viel. Zum ersten Mal in Deinem Leben gehst Du zum Unterricht, zur Vorlesung, zum Seminar und kommst befriedigt wieder raus, auch wenn Du denkst “Au Backe, wie krieg ich all das wertvolle Zeug jetzt in mein Gehirn gepresst?” - das ist aber unwichtig und die Tatsache, dass diese Selbstzweifel und das Gefühl von Überforderung Dir Deine Begeisterung für das, was Du täglich lernst nicht nehmen können, ist wertvoller, als Du Dir das jetzt vorstellen kannst. Wenn Du irgendwann hiermit fertig bist und in Deinem Beruf aufgehst und nicht täglich das große Kotzen kriegst beim Gedanken an Deine Arbeit, wie bei vielen Deiner Bekannten, Verwandten und Freunde - erst dann wirst Du verstehen, was ich jetzt zu Dir sage. Ok?
So, nun zum eigentlichen Problem: Ist das Führen von Selbstgesprächen eigentlich krank?
Ihr habt das sicher alle mitbekommen. Ein kleines, türkisches Mädchen - gerade mal acht Jahre alt und am Anfang ihres Lebens - wurde in Paderborn sexuell missbraucht und ermordet. Ich habe es vorhin im TV gesehen, ihre schönen braunen Augen, ihre Unschuld, ihre Jugend, zigtausend unerfüllte Träume - und dann blenden sie plötzlich ihre Eltern bei der Beerdigung ein. Ich habe sie gesehen, diese Eltern, und versucht, mir vorzustellen, wie sie jemals den Gedanken ertragen können, dass ihr kleines hübsches Mädchen von einem Kranken, von einem *** auf eine Art geschändet worden ist, wie wir uns das niemals vorstellen wollen. Erst habe ich mich übergeben, dann sehr lange geweint. Jetzt fluche ich und ersticke an meinen niemals zu realisierenden Rachegelüsten.
Ich will auch nichts von humanistischem Geschwafel hören, ich will diesen und viele andere Dreckskerle in die Finger kriegen und ihnen solange in ihre dreckige Fresse treten und schlagen, bis sie winselnd verrecken! Meine Fantasien haben gerade keine Grenzen, aber ich kann sie hier nicht äußern. Ich weiß nur, dass ich keine Sekunde Mitleid haben werde, sollten die Menschen in so einer Situation Selbstjustiz üben. Wenn die Justiz solchen Tätern auch noch die Eier krault, dann scheiße ich auf diese Justiz. Man wird in Deutschland für Steuerhinterziehung oder Raubkopien härter bestraft als für solche Taten.
Irgendwann kriegt Ihr paar auf die Fresse. Irgendwann kriege ich irgendeinen von Euch feigen Wixern in die Finger. Irgendwann.
Es tut mir so Leid, kleine Schönheit… Es tut mir so Leid.
Ich habe gestern etwas Furchtbares erfahren. 100 Gramm Sucuk (ungarische / türkische Knoblauchwurst) hat fast 400 Kalorien und einen Fettgehalt von (haltet Euch fest) 30 Gramm! 30 Gramm pures Fett von 100 Gramm! Viel übler als die deutsche Bockwurst! Obwohl ich alle paar Monate mal gerne Sucuk gegessen habe (aber auch sehr schnell genug vom Geschmack hatte). werde ich das niewieder anrühren. Es macht einfach zu FETT. Da esse ich lieber ‘n Marmorkuchen und bin danach gesättigt. Aber Sucuk ist ja nur die Wurst von irgendeinem riesen Sandwich und hat mehr Kalorien und Fett als alle Hauptnahrungsmittel, die man dazu essen würde. Man würde an einem Sucuk-Tag gar nicht bei nur 100 Gramm Sucuk bleiben, sondern je nach Zubereitung vielleicht zwei bis drei Stück davon vertilgen. Rechnet Euch mal den FETTgehalt aus.