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Perfekt im Takt
Blinde Gesichter, grau in grau - ich sehe sie nicht. Ihre Mimik wie eingemeißelt, schwach lächelnd und doch betrübt schauen sie starr durch mich durch und haften am Beton unserer Stadt. Lichter flitzen wie gejagt durch die Nacht. Selbst der Nachthimmel hat sein Schwarz verloren und ergibt sich einem leblosen Grau. Das einzige Grün, das ich sehe, sprüht ein leidenschaftsloser Junge an die Wand. Damals schrieb er noch “Ich war hier.” - heute steht auf dem Fleck einstigem Idealismus “War ich überhaupt jemals?” - Identitätslose Geister bewegen sich mechanisch auf ihr Ziel zu. Und ich bewege mich mit - perfekt in ihrem Takt - Schritt für Schritt. Das Ziel heißt “Endstation” - und der Weg heißt “Sinnlosigkeit”.
#1
Von ~* Minah *~, 08.01.2010, 05:47 Uhr
:seufz:
#2
Von momo, 08.01.2010, 17:28 Uhr
*Dich mal unverhohlen und dreist kunterbunt anfunkel*
#3
Von Henry, 08.01.2010, 18:43 Uhr
Hallo Sherry, 
Umarmung, lass Dich an mein Herz drücken!!!  
Henry
#4
Von Sherry, 08.01.2010, 23:26 Uhr
Danke, Ihr Lieben. Ich glaube, ich brauche wirklich einmal eine Auszeit. Ich steuere langsam aber sicher auf ein Burnout zu. Ich arbeite, studiere, lerne definitiv zuviel. Aber es geht nicht anders. Aber es ist schon scheiße, wenn man nicht einmal mehr genug Zeit hat, um seinen Kopf zu kratzen. 
 
:rose:
#5
Von bibbche, 19.01.2010, 00:15 Uhr
>Das Ziel heißt “Endstation” - und der Weg heißt “Sinnlosigkeit”.> 
 
Ja! :eye:
#6
Von Sherry, 19.01.2010, 15:52 Uhr
@Bibbche… 
 
Ich glaube, ich hatte einfach einen schlechten Tag. Jetzt geht’s wieder. Mein Kopf weiß zwar, dass das Leben einwenig sinnlos ist, außer dem bisschen Sinn, den man sich selber gibt, weil man sich als Mensch so wichtig nimmt, aber trotzdem kann’s ja Spaß machen. 
 
 
:wange:
#7
Von Henry, 20.01.2010, 10:58 Uhr
Hallo Minah, momo, bibbche und Sherry! 
 
Auf Flügeln des Gesanges 
 
Auf Flügeln des Gesanges,  
Herzliebchen, trag ich fort,  
Fort nach den Fluren des Ganges,  
Dort weiß ich den schönsten Ort.  
Dort liegt ein rotblühender Garten  
Im stillen Mondenschein;  
Die Lotosblume erwarten  
Ihr trautes Schwesterlein.  
Die Veilchen kichern und kosen,  
Und schaun nach den Sternen empor;  
Heimlich erzählen die Rosen  
Sich duftende Märchen ins Ohr.  
Es hüpfen herbei und lauschen  
Die frommen, klugen Gazelln;  
Und in der Ferne rauschen  
Des heiligen Stromes Welln.  
Dort wollen wir niedersinken  
Unter dem Palmenbaum,  
Und Liebe und Ruhe trinken,  
Und träumen seligen Traum.  
 
Heinrich Heine 
 
Liebe Grüße von Henry!
#8
Von Judith, 21.01.2010, 17:28 Uhr
Ich bin ja keine Frau der grossen Worte, aber deine haben mich an ein Lied meiner Lieblingsband erinnert, deswegen poste ich es einfach mal, schöne Grüsse von einer Leidensgenossin ;-) 
Ihr macht mich kalt, ihr macht mich kalt. 
Ich fühl, ich fühl mich tausend Jahre alt. 
 
Ihr macht mich leer, ihr macht mich leer. 
Ich fühl, ich fühl mich tausend Tonnen schwer. 
 
Keine Zeit für mich, keine Zeit für mich. 
Ich such den Ausgang, aber die Tür ist dicht. 
 
Ich hör große Worte, ich hör große Worte. 
Aber ich weiß, da ist ‘ne Bombe in der Torte. 
 
Refrain: 
Wo sind wir jetzt? 
Seele versetzt, Herzen verkauft, 
ich halt’s nicht mehr aus! 
 
Ich weiß nicht, warum. Ich weiß nicht, warum. 
Ich hör tausend Stimmen, aber alle sind stumm. 
 
Frag mich nicht, wann. Frag mich nicht, wann. 
Der Countdown läuft und das Licht ist nicht an.
#9
Von Sherry, 21.01.2010, 17:53 Uhr
@Henry,  
 
vielen Dank für das schöne Gedicht von Heine - und dass Du mich wieder an dieses erinnert hast. 
 
 
@Judith, 
 
echt schön, Dich hier zu lesen, im Ernst. Und dafür, dass Du keine Frau von großen Worten bist, hast Du das heute aber super hingekriegt mit dem Reden. (Du weißt schon was! *zwinker*!) 
 
Und ja, der Songtext ist ähnlich. Nur mit viel mehr Angst und Panik mit drin. Meines drückt totale Resignation auf. Ich glaube, das kommt dann nach der dumpfen Angst in dem Songtext. Aber es geht schon besser, oder? Gucken wir nach vorne.  
 
Bis morgen zu Diff. :wange:
#10
Von Judith, 21.01.2010, 19:14 Uhr
drücke mich gerade vorm Lernen zum Abschluss noch ein Text, gleiche Band natürlich 
ja resignierend sind die Texte nie, ich mag sie weil sie beides haben tiefe Verzweiflung aber auch unglaubliche Kraft und eine der Bands die es bei mir schaffen eine breite Palette (hier natürlich nur ein Ausschnitt, haben auch Hoffnungsvolle Texte) von Gefühlen ,die einzelnen Gefühle sehr fokusiert und  
verdichtet in Text zu bringen, hoffe ich nerve nicht *GG* 
Ich komm aus der Wüste aus Stahl und Glas. 
Ich komm aus der Wüste aus Angst und Haß, 
wo die Menschen verdursten auf der Suche nach Liebe, 
krank vor Verzweiflung und vom Warten müde. 
 
Ich komm aus dem Land der vergifteten Straßen, 
wo man den Tag verkaufen muß, um sorglos zu schlafen. 
Wo das Leben schneller ist als ein Herz schlagen kann 
und tausend Lügner sprechen bevor einer die Wahrheit sagen kann. 
 
Ich komm vom Planeten der verzweifelten Götter. 
Ich komm vom Planeten der reichen Bettler, 
wo die Liebe verkauft wird und der Haß verschenkt, 
wo die Mörder belohnt werden und die Heiligen gehenkt. 
 
Hilf mir! 
Hilf mir! 
Zeig mir den Weg hier raus! 
Laß mich nicht hängen, 
gib mir ‘ne Antwort, 
zeig mir den Weg hier raus. 
Hilf mir!  
 
Bis morgen in Diff :klimper:
#11
Von Sherry, 21.01.2010, 23:34 Uhr
Dieser Satz hier ist genial 
 
 
wo man den Tag verkaufen muß, um sorglos zu schlafen.
 
 
Hier ist das ständige Ackern und Leisten gemeint, nicht wahr? :seufz:  
 
Ich freue mich schon auf den 12.2. :cheer:
#12
Von bibbche, 22.01.2010, 02:52 Uhr
Ja klar bringt das Leben auch viel Freude. Allein, dass es die Liebe gibt und wir sie gefunden haben oder Gedichte von Heine oder Hölderlin zu lesen… 
 
Doch in dem was Du geschrieben hast liegt viel Wahrheit, man muss immer wieder weggucken können.
#13
Von Judith, 23.01.2010, 16:37 Uhr
ja Sherry so seh ich das auch passt ja imo ganz gut zu uns *gg*  
aber Hoffnung gibt es immer, das Lied wird wohl in irgendeiner Form demnächst auf meinem Oberarm verwigt: 
 
Ich war oft am Ende, fertig und allein. 
Alles, was ich gehört hab, war: “Laß es sein! 
So viel Kraft hast du nicht, so viel kannst du nicht geben. 
Geh den Weg, den alle geh’n, du hast nur ein Leben.” 
 
Doch ich will diesen Weg zu Ende geh’n, 
und ich weiß, wir werden die Sonne seh’n! 
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten. 
 
Manchmal bin ich kalt und schwer wie ein Sack mit Steinen. 
Kann nicht lachen und auch nicht weinen. 
Seh’ keine Sonne, seh’ keine Sterne, 
und das Land, das wir suchen, liegt in weiter Ferne. 
 
Doch wir werden diesen Weg zu Ende geh’n, 
und ich weiß, wir werden die Sonne sehn! 
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten.  
 
Viel Kraft um die Nächte zu überstehen wünscht  
Judith
#14
Von Sherry, 24.01.2010, 03:05 Uhr
Ich kann mal wieder nicht schlafen, Judith. Und hier, diese Strophe gefällt mir am besten: 
 
Manchmal bin ich kalt und schwer wie ein Sack mit Steinen.  
Kann nicht lachen und auch nicht weinen.  
Seh’ keine Sonne, seh’ keine Sterne,  
und das Land, das wir suchen, liegt in weiter Ferne
 
 
 
:rose:  
 
 
Weißt Du schon, welche Zeilen Du aus dem Lied auf Deinen bunten Arm verewigen lassen willst?
#15
Von Sherry, 24.01.2010, 03:16 Uhr
Ich weiß nicht, von wem dieses Gedicht hier ist, aber damals fand ich es so passend (und sprachlich sehr schön): :rose:  
 
 
Farbenfroh erfüllt Monotonie den Raum 
mit traurigem Lachen, 
im armen Reichtum - voller Furcht, 
kann so vieles - 
nein, gar nichts machen. 
 
Tränen trösten trocknend meine Seele, 
Kälte hüllt mich wärmend ein, 
und auf der Suche nach gesell’ger Einsamkeit 
will man doch nie alleine sein. 
 
Mit der Nacht kommt auch die schwarze Stille, 
die mein Gemüt erhellt, 
und legt den schweren Samt der Freiheit 
auf meine kleine Welt. 
 
Durch die Bahnen meines Körpers 
fließt zuckersüßer Schmerz, 
und in einem stummen Knall 
zerspringt mein Herz.
#16
Von Judith, 24.01.2010, 07:56 Uhr
ja da kann man leider nicht viel von übernehmen (Platzmangel *gg*) Ich werde nur den Titel nehmen, “Wenn die Nacht am tiefsten ist….ist der Tag am nächsten kommt auf ne Banderole und dazwischen kommt ein Dreimaster im Gewitter/Sturm (evtl piratenschiff mal schauen :-> ;) und ein Leuchtturm unten kommt evtl dann was Strand hin um den übergang zum unterarm geschickt lösen zu können 
Da kommt eine weitere Textzeile hin bin mir aber noch sehr unschlüssig was (mal schauen was in den nächsten Monaten so passiert) 
Sind beides Lieder von der gleichen Band 
entweder.. 
Schritt für Schritt ins Paradies 
oder 
Land in Sicht…singt der Wind in mein Herz.. 
mal schauen und ja da steckt irgendwann ein Gesamtkonzept in meinem Körper *gg* 
kommt mir gerade der Gedanke “Patchtworkidentität vs Konzeptidentität und die subjektiven Theorien ah ich hoffe so sehr das ich die Hausarbeit in dem Komplex schreiben kann, hab jetzt endlich auch sein Buch am Bett liegen und nicht nur ein ausgeliehenes Exemplar!
#17
Von Sherry, 03.02.2010, 03:36 Uhr
Ah, das Buch. Ich glaube, das wollte ich mir auch mal bestellen von unser’m lieben Pröf. Und? Liest es sch gut? Ich bin ja gerade vom Pervin begeistert. Oder doch eher von Rogers? Ja, ich weiß: Kelly kommt noch. Ich fühle mich etwas besser, seit ich beschlossen habe, nur Diff. mitzuschreiben. Der Rest kann etwas warten.
#18
Von Sherry, 03.02.2010, 03:39 Uhr
P.S.: Öh. Woher hassen Du das Buch? Ich finde den Guten bei Amazon nicht! 
 
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