12.12.2007, 05:23
It’s probably me…
Sting – It’s Probably Me
Die Nacht ist grau, meine Wut ist blutrünstig. Die Wand ist matschigbraun – und meine Faust total unbefriedigt. Abwechselnd muss sie an Merkel’s, dann an Paris Hilton’s Fresse denken – und ich glaube, eine Blasenentzündung ist im Anmarsch, wenn mein “Bauchgefühl” sich nicht täuscht.
Der Morgen war still. Ich war so froh, dass ich ihn mir zum Faullenzen vorgenommen hatte. Als ich beim Ausatmen war und mich zeitgleich zurück ins Bett werfen wollte, landete ich hart. Eine Katastrophe folgte der Nächsten, eine Hektik nach der Nächsten trat mich erbarmungslos die Stufen runter. Ich rannte alle Stationen durch, wie in einem Run & Jump Spiel meiner alten Sega Mega Drive Konsole (ach, was waren das für Zeiten), aber ich kam einfach nicht hinterher. Egal, wie sehr ich’s versucht habe.
Dreck. Alle kommen und erzählen Dir irgendein Zeug, das Du eh nicht mehr verstehst. Seit Monaten stammst Du noch viel mehr wie aus einer anderen Welt als so schon – und manche merken das nicht einmal. Lassen weiterhin seit eben diesen Monaten ihre dämlichen Floskeln ab, dabei sprichst Du nicht einmal mehr ihre Sprache, wenn Du antwortest. Da eh niemand zuhört, die Antwort nicht einmal abwartet und schon lospoltert mit seinem Scheiß, bemerkt niemand Deinen Wandel zum Alien. Was Dich in der ersten Sekunde erleichtert, macht Dich beim weiteren Geschwätz nur noch wütend. Soviel kann ich gar nicht essen, wie ich gerne auf solche Leute scheißen und kotzen könnte. Und das will schon etwas heißen bei meinem Appetit.
Wollte ich sonst nochetwas loswerden? Ja, richtig. Hatte ich schon erwähnt, dass ich den Hormonhaushalt einer Frau zum KOTZEN finde? Besonders meiner. Andere Frauen werden wenigstens “nur” depressiv. Aber ich? Nein, ich habe direkt Gewaltfantasien, gehe durch die Straße und hoffe, angepöbelt zu werden, damit ich mich prügeln kann und im nächsten Moment sehe ich ein kleines Hündchen und weine wie sonstwas. Was hat Gott sich nur dabei gedacht?
Und dann war ich doch noch kurz zu Hause. Mein Bruder, meine Schwester und Ich hätten uns fast gezofft. Aber nur fast. Brüderchen war schon dabei, seine Trainingssachen zu nehmen und abzuhauen – aber irgendwie meinte ich: “Wenn Du jetzt so gehst, bin ich traurig.” (So ganz ehrlich ohne Macho-Gehabe-Große-Schwester-Machtanspruch) Er rollte die Augen und blieb dann: “Was issss?” – Wir haben dann alle geredet – und alles war schön. Wir haben geplant, dass wir morgen zu Dritt in die Stadt gehen und Weihnachtsgeschenke kaufen, obwohl wir dieses Jahr Weihnachten allesamt hassen. So richtig abgrundtief. Die schmücken ja nicht mal mehr richtig draußen, nur noch in den Einkaufspassage, damit die Lichter Dir Deinen Kopf ficken, bevor Du in die Läden gehst und ihnen freiwillig Deine Kreditkarte in den Schoß wirfst. Deshalb beschenken wir einander auch paar Tage vorher, damit das bloß nichts mit Weihnachten zu tun hat. Das wird schon.
Ich glaube, ich vertrage die Eisentabletten nicht. Seit 10 Tagen alle 2 Tage Fitnessstudio (YA LAN CÜS ABOOO!), und trödsdem alde-sau-mäßig gelaunt! Während ich mich hier asozial ergieße, desillusioniere ich nebenbei meine Freundin Iman per SMS, was die Liebe angeht. Jemand sollte mir auf die Schulter klopfen. Nicht? Oke, dann tu’ ich das. Irgendwas war da noch… Achso.
Pepe, willst Du mich immernoch heiraten?
Du kleine, dreckige Missgeburt. Du wirst niewieder so mit meiner Mutter reden. Na? Sitzt Du immernoch dort mit den Beamten und pisst Dir ins Höschen? Derweil habe ich mich schon mit Deinen Vorgesetzten unterhalten, die sich bei mir 10000 Mal entschuldigt haben.
Tatort Postfiliale. Vorhin geschah Folgendes.
Ich sitze am Tisch, hatte mich fett ausgebreitet – meine Gedankenkleckse flatschten schon auf die große Pappe. Ich war zufrieden. Das Telefon klingelt, ich gehe ran. Meine Mama war total aufgebracht:
“Ich gehe niewieder zur Post! Niewieder! Deine Pakete bringst Du selber weg, Sherry!” – wer Mama kennt, weiß, dass diese Art der Lautstärke bei ihr nicht Wut war, sondern ein blutendes Herz.
“Mama, was ist passiert?” – ich war schon wütend. Ich war schon wütend, bevor ich wusste, was passiert war.
“Ich war dort bei der Post” (so langsam hörte ich sie schluchzen) – “und wie Du sagtest, habe ich der Frau am Schalter die Adresse vom Päckchen gegeben, damit sie sie aufschreibt.” (Anmerkung: Ich hatte sie darum gebeten, die Adresse auf das Etikett aufschreiben zu lassen, weil ihre rechte Hand schmerzte und ich nicht wollte, dass das Päckchen sein Ziel nicht erreicht, nur weil die Schrift unlerserlich war)
“Und dann?”, atmete ich schwer. (So ist Sherry kurz vor der Explosion)
“Sie hat gesagt, ich soll deutsch lernen gehen. Ich soll deutsch lernen gehn’ oder jemanden finden, der das für mich tut und mir das aufschreibt, sie habe keine Zeit.” – (Ich knirschte mit den Zähnen) – Ich dachte, das sei alles gewesen, also legte ich schon auf, wollte mich anziehen und zur Post. “Ich fick’ die dreckige Missgeburt tot.”, hab’ ich nur gedacht.
Das Handy klingelte. Ich ging ran.
“Ja?”, rief ich rein.
“Warum legst Du auf? Ich war noch nicht fertig.” – Mama’s Stimme zitterte.
“Ist da nochwas gewesen?”, fragte ich wieder ruhig mit knirschenden Zähnen bis hin in mein Gehirn.
“Ja.”, sagte sie geknickt. “Ich bin zum anderen Schalter gegangen. Da war eine andere Frau. Und ich dachte, sie sei netter.” – Ich wurde wütend.
“Mama…”, ich hielt mich zurück.
“Ja, ich weiß. Ich hätte nicht mehr fragen müssen. Aber… Und sie hat genau das Selbe gesagt. Sie hat das Selbe gesagt und dann haben sie mich ausgelacht. Sie dachten, nur weil ich einen Akzent habe, sei ich dumm oder könne kein Deutsch. Sie haben gesagt, ich soll Deutsch lernen gehen.” (Ich hab’ nur gehofft, dass Papa das jetzt nicht mitbekommt.)
“WAS haben die gesagt, Mama?” – ich wurde ungehalten.
“Ja… Ich solle deutsch lernen gehen. Sie haben mich einfach ausgelacht. Ich verstehe das nicht, Sherry. Wieso sind die so?” – jetzt fing sie an, zu weinen.
“Mama!”, sagte ich hart.
“Mama, ich ziehe mich an. Ist meine Schwester da?”
“Ja, sie ist da. Sie zieht sich auch gerade an, sie will dahin.”
“Oke, wir gehen zusammen. Sag’ ihr das. Bin in 5 Minuten unten.”
Unten wartete meine Schwester schon auf mich. Sie war wütend, aber ich hatte schon Mordgedanken.
“Hast Du das Päckchen mit, Shasha?”, fragte ich.
“Ja, natürlich.”
“Super. Das schmeiß’ ich der noch in die Fresse.”
Wir gingen zielstrebig zur Filiale. Als wir ankamen am Schaltern, klatschte ich mein Päckchen drauf, füllte das Formblatt zum Aufkleben drauf und zahlte. Dann kam meine Frage:
“Wer bitte ist Frau W.? Können Sie sie mir bitte mal zeigen?”, fragte ich.
Die Dame am Schalter zeigte auf genau jene Fresse, die ich – seit ich sie bei der Post kenne – unerträglich fand. Ich wusste, dass es sich um diese Fresse handelte. Ich wusste es schon vorher und freute mich, es dieser Fresse zu zeigen. Dieser faschistischen Fresse, der die braune Scheiße schon aus der Nase rausquillt. Kalte Augen, durchdringend, gemein. Eine Falte unter’m fliehenden Kinn, die vor ein paar Monaten noch mit Fett gefüllt war. Die sonst käsige, picklige Haut war inzwischen sonnenbankgebräunt – die Pickel waren aber immernoch da. Sie war nicht mehr dick, aber ihre Konsistenz glich der einer Puddingwampe im Fall auf den Bordstein. Jedesmal, wenn sie irgendwo gegen stieß, hatte man das Gefühl, gleich “FLATSCH” zu hören. Sie war nicht auffällig hässlich, zumal ich solchen Attribute nicht einmal wirklich Beachtung schenkte, wenn Augen strahlen – aber bei ihr war es so, dass Ihr Äußeres ihre innere Hässlichkeit und ihren Armut unterstrich.
Ich ging auf sie zu und meinte:
“Frau W?” (Meine Schwester stand neben mir)
“Ja, bitte?”
Ich lächelte. Ich dachte nur: Da ist sie.
“Frau W. Sie haben meine Mutter beleidigt.”, sagte ich in hartem Ton.
“Ich habe Ihre Mutter nicht beleidigt.”, antwortete sie noch härter und wurde auch etwas lauter.
“Woher wisse Sie, von wem ich rede, Frau W.?”, fragte ich mit zugeneigtem Kopf. Die Leute standen noch in der Schlange.
“Ich möchte Kunden bedienen, gehen Sie bitte.”
“Ich bin eine Kundin, Frau W. Und ich gebe Ihnen 2 Tage Zeit, sich bei meiner Mutter schriftlich zu entschuldigen.”
Die Wampe wurde rot, wollte aber ein unterkühltes Verhalten an den Tag legen, sah einwenig schizophren und unglaubwürdig aus. Also schaute ich sie fest an und hob eine Augenbraue. Und gegen eine hochgehobene Augenbraue von mir sieht einfach jeder, wirklich jeder, ARM aus.
“Ich habe Ihre Mutter…”
“Stop! Sie sind jetzt ruhig. ICH sage Ihnen jetzt, was Sie alles getan haben.
“Blablabla”
“Ruhe, sagte ich. Wenn ich Sie unterbreche, bleiben Sie ruhig.” (Den Spruch habe ich gestern noch bei StudiVZ gelesen und habe ihn natürlich sofort – ganz unbewusst angewandt. Meine Stimme wurde laut, die Leute guckten, die andere Missgestalt, die meine Mutter das 2. Mal weggeschickt hatte, wollte einlenken.
“Hallo! Kann ich bitte Kunden bedienen?”
“Sie sind jetzt still. SIE und Kunden bedienen – dass ich nicht lache. Sie hatten vorhin die Möglichkeit, eine Kundin entsprechend zu bedienen, aber sie haben Sie rausgeekelt mit Ihrer rassistischen Beleidigung. Ich bleibe jetzt hier, und meine Lautstärke hängt von der Bereitschaft Fau W’s ab, mit mir zu reden. Ist das klar? Danke.”
Ich schaute wieder rüber zu Frau W., die im Begriff war, zu gehen.
“Abhauen geht nicht, Frau W. Sie bleiben jetzt hier und reden mit mir.”
“Ich tu’ gar nichts.”
“Doch, tun Sie. Sonst haben Sie a) die Polizei gleich am Hals, b) eine Anzeige wegen Beleidigung nach StGb § 185 und Folgende, c) haben Sie einen dicken Artikel in unserem Online Magazin am Hals, in der ich Postfiliale, Ihren Namen und Ihr rassistisches Verhalten veröffentlichen werde. Ist das klar?
Sie winkte ab, wollte völlig unbeeindruckt wirken, aber ihr wabbelndes Kinn zitterte jetzt noch mehr und ihre Augen wurden rot unterlaufen. Fettes Monster.
“Haben Sie mich verstanden, Frau W.?”
“Ich rede kein Wort mehr mit Ihnen.”
“Wie heißt Ihr Vorgesetzter?”, fragte ich laut und hart.
“ICH bin hier die Filialleiterin.”
“Umso besser, Frau W. Dann haben Sie ja noch mehr zu verlieren, als ich dachte. Ich will irgendeinen Vorgesetzten von Ihnen. Name, Adresse, Telefonnummer. Sie sind sicherlich nicht der Big Boss der Post AG.”
Sie schmiss mir eine Karte rüber, doch da war die normale DHL Hotline zu sehen.
“Verarschen lasse ich mich nicht, Frau W.”, sagte ich. “Ihren Vorgesetzten. Jetzt. Danke. Ich werde Sie auch wegen rassistischen Äußerungen vor Gericht ziehen, dass das klar ist. Die Post hat einen Ruf zu verlieren, wenn Sie sich nicht selber entschuldigen.”
“Ich entschuldige mich nicht! Gehen Sie raus.”, sie verzog sich in eine andere Ecke.
“Sie kommen jetzt zurück und reden mit mir. Ist_das_klar? Sie bewegen sich hier an den Schalter und betreuen eine Kundin oder ich rufe jetzt umgehend die Polizei.”
Sie glaubte mir nicht. Sie meinte, ich solle verschwinden. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und sagte: “Sie haben jetzt noch die Möglichkeit, hierhin zu kommen und zu allem zu stehen, was Sie heute veranstaltet haben.” – Ihre dämliche Kollegin sah total geschockt aus. Ihr Gesichtsausdruck hat 1000 Gedanken entblößt, die ich sofort aufgegriffen habe.
“Natürlich gehören Sie dazu. Auch Sie werde ich anzeigen. Aber ich dachte, ich spreche erstmal Ihr Alpha-Männchen an, von dem Sie sich immer so gerne leiten lassen, Frau So und So.”
Frau W. wurde sauer. Sich dessen bewusst, dass egal, was sie tat, sie immer dieses Männliche, Grobe ausstrahlen würde und ich das auch noch zum Ausdruck brachte, machte sie fertig. Sie kam zurück zum Schalter, um mir nochmal zu sagen, ich solle verschwinden, sonst würde sie die Polizei rufen. Meine Schwester warf auch noch einige Dinge ein, aber ich weiß ehrlichgesagt nicht mehr was, denn ich war total auf sie konzentriert. Ich lachte, nahm mein Handy und rief die Polizei an.
“Polizei.”
“Ja, hallo. Wir haben ein Problem. Hier ist eine Dame, die meine Mutter rassistisch beleidigt hat. In der Postfiliale, Adresse, blah. Wir warten hier auf Sie, damit wir die Sache geklärt kriegen.”
“Oke, wir sind gleich da.”
Ich sah sie triumphierend an.
“Ups, ich war schneller, Frau W.”, sah ich sie fest an.
“Und Sie machen hier nicht zu, bis die Polizei da war. Feierabend gibt’s heute nicht so schnell.”
Meine Schwester und ich lachten. Wir gingen raus vor die Tür, weil wir die Polizei zuerst abfangen wollten. Ich rief Mama derweil an und sagte, was geschah. Sie musste plötzlich lachen und meinte “Ich komme gleich, ich bin immerhin die Betroffene.” – Mama und Polizei kamen zeitgleich an. Wir redeten mit den Beamten, ich rasselte sie voll, interpretierte ihre Gesetze (LOL) und erstattete Anzeige. Die seelische Missgestalt wollte die Tür zumachen, die Filiale schließen, als der Beamte laut sagte “Ey, wir sind noch nicht fertig. Wir kommen gleich zu Ihnen.”
Auf dem Rückweg waren wir sehr gut gelaunt. Sie wird mindestens 2 Wochen nicht schlafen können. Sehr gut möglich, dass unsere Anzeige von der Staatsanwaltschaft abgewiesen wird, weil sie zu “belanglos” ist, aber dennoch: Wir haben ihr ihren Tag gänzlich versaut, sie wird 2 Wochen darüber nachdenken, was denn jetzt passiert, wenn das vor Gericht geht. Ich habe zur Sicherheit vorhin noch bei der Post AG angerufen und habe den Fall geschildert. Ich habe gesagt, dass ich darauf verzichten möchte, eine Sammelklage zu organisieren, weil viele ausländische Menschen in unserer Siedlung schon beleidigt worden sind von ihr. Und ich habe ihm gesagt, dass ich in einem Magazin arbeite und darüber einen bösen Artikel schreiben muss, wenn da nichts geschieht – was mir sehr Leid tun würde, weil Sie ja eigentlich nichts dafür können, aber sich bitte darum zu bemühen haben, die richtige Auswahl ihrer Mitarbeiter zu treffen, denn immerhin agiert sie ja in Namen dieser Firma. Der Vorstand gab mir jedenfalls Recht und entschuldigte sich tausend Mal. Er meinte: “Wir werden uns darum kümmern, versprochen. Einmal bekommen Sie nochmal Post und die Filialleiterin der Stelle wird von uns hören. So geht das natürlich nicht.”
Ich war zufrieden, rief Mama an, erzählte ihr das und registrierte erleichtert, dass sie ganz vergnügt war. Sie meinte: “Ich bin so froh, dass ich solche Kinder habe. Ich bin so froh, dass Ihr nicht erlaubt, dass auch nur irgendwer ein Haar des Anderen krümmt…”
Ja, so ist es. Ab heute wird sie nicht nur nicht unfreundlich sein zu “Kanacken”, sondern jedem Einzelnen die Eier lutschen. Punkt. Seelische Missgeburt.
29.09.2007, 02:41
Idealistenscheiß
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Komm’ her, Baby (Notebook) ich will tippen. Ich habe gerade die virtuelle Welt in der Hand. Ja, in der Hand. Ich könnte sie unter meinen Arm klemmen und mit ihr draußen eine Runde joggen gehen – sie passt in ein 11″ Display Asus, extra pink für Frau Sherry’s. Ich will jetzt tippen, aus purer Wut tippen. Heute werde ich mich zu zügeln suchen, aber ich werde tippen.
Ich dachte damals, diese Geschichten von “bösen Menschen”, falschen Freunden, Lästereien, Ehrlosigkeit, “Beste Freundin lässt sich vom Freund der besten Freundin poppen” seien nur Märchen – und man müsse nur gut und loyal genug zu seinen Mitmenschen sein, dann würde allein das Scham- und Schuldgefühl sie daran hindern, solche Dinge zu tun. Pustekuchen. Die Welt läuft völlig anders, und mit Mitte 20 bin ich dabei, es zu raffen. Man kann mit Liebe, Herzchen, Pink, Umarmungen, Einsatz, Aufopferung keine Welt verbessern. Man ist einfach nur ein kleines, elendes Mist-Glied im Gefüge der Welt, das dazu da ist, um diese Balance zwischen Scheiße und ehm Liebe (ehm!) aufrechtzuerhalten. Idealisten sind die erbärmlichsten und einsamsten Menschen, die ich kenne. Sie bleiben auf dem sinkenden Schiff stehen und gehen unter. Ihr scheiß Idealismus lässt ihnen nicht die Möglichkeit, abzuspringen, sich doch noch zu retten. Ihr scheiß Idealismus lässt sie bis zur letzten Sekunde hoffen, dass der Mensch an sich doch irgendwann aufspringen wird, aus der ihm “naturgegebenen” Nächstenliebe heraus mit seinem aufopfernden Körper ins reißerischer Meer stürzt, um den Idealsten doch noch zu retten. Idealisten, diese erbärmlichen scheiß Idealisten, krepieren schon weit vor ihrer Zeit. Irgendwann löst die Realität He-Man ab, Skeletor ist nicht immer der Verlierer – und schwarz und weiß nageln sich Tag und Nacht immerwiedermal, werfen einander weg und gehen ihres Weges, irgendwann kommt auch mal eine graue Masse raus, jedenfalls undefinierbar – rechts, links, oben, unten, kein Arsch weiß mehr, was gut und böse ist. Außer die armen Idealisten. Sie reichen Dir die Hand, machen große Augen, sagen “Alles wird gut!” – und wenn man ihnen nicht glaubt, legen sie Dir aus Mitleid noch ihr letztes Stück Brot auf die Hand und sagen wieder “Komm’, alles wird gut.”… Was dann? Man hackt ihnen die Hand ab, für das Stück Brot, haut ab – und der scheiß Idealist schreit vor Schmerzen auf und sagt noch “Nein, nicht schimpfen! So meinte er das doch nicht. Sein Kern ist gut!” – Erbärmliche Idealisten. Denen gehört doch echt mal in die Fresse getreten. (Freiwillige mögen sich bitte melden!)
Was ich sagen wollte? Wie gesagt. Sie krepieren, bevor sie die erste Schambehaarung aufweisen können. Irgendwann mit 30 Jahren sind sie so vergeistigt in ihren abstrakten, philosophischen Gedankenverrückungen, dass man sie nicht mal mehr normal ansprechen kann, ohne dass man ihnen nicht vorher mit einer Keule auf den Kopf haut. “Ja? Oh, hast Du etwas gesagt?” (Ja, verdammt. Wach’ AUF!)
Ungefähr mit 35 Jahren kommt der große Wutausbruch. Wenn die Umgebung Glück hat, ist es nur ein Sachschaden oder der wutentbrannte Idealist ist nicht nur seelisch, sondern auch körperlich autoaggressiv veranlagt und ballert sich den Kopf mit der Mauer zu (oder umgekehrt), sitzt paar Wochen in der Geschlossenen und gut ist. Hat die Umgebung Pech, endet es mit einem wohlverdienten Amoklauf. (“Metzelt sie nieder! Diese dreckige Menschenbrut muss verrecken, verrecken, verrecken!”) – Schwamm drüber.
Was ich sagen wollte ist, dass ich ein paar Jahre (10 Jahre, um genau zu sein) zu früh bin (wie immer. Meine Titten waren schon mit 11 die Welt am beglücken!), und dass man sich vor mir in Acht nehmen sollte. Big Bang Boom. Ich werd’ Euch dann ficken. Das Gehirn aus der Nase, aus den Ohren, aus dem Arsch ficken und Euch Euren scheiß Erzeugern vor die Nase setzen, damit sie sehen, was sie da eigentlich produziert haben. (Ich wollte mich doch zurückhalten, verdammt!)
Was meinte dieser Loser Esoteriker Wayne Dyers noch? Es sind nicht die anderen, die mir weh tun, sondern meine eigenen “Gedanken”. Lediglich meine eigenen Gedanken. Nur ich erschaffe also meine Welt, meinen Schmerz – niemand sonst ist daran beteiligt. Das heißt, ich interagiere mit mir. Weit und breit also niemand da, der mich beeinflusst. Ich, Ich, Ich bin also komplett isoliert von exogenen Faktoren, Descartés hat Recht, ich bin also auch ein super hübsches Topmodel, wenn ich will, reich und hab’ endlich meinen Führerschein. Richtig? Und drei Kühlfächer voll von Eis. Uh, Junge, Du bist so schlau. Wenn Du mir damit Mut machen wolltest, solltest Du erstmal darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn Du dem Menschen zusprichst, absolut unbeeinflusst zu sein von der Umgebung. Das heißt nämlich nichts Anderes als totale Isolation, Einsamkeit, Scheißhaufen ohne Fliegen. Vielen Dank auch, nein danke. Ich bin lieber Opfer der Umstände und mein eigenes Opfer, als nur mein eigenes Opfer. Ich hasse die Welt zwar, aber ich will nicht ohne sie sein. OK?
Die Wut verfliegt langsam. Ich bitte um Entschuldigung, denn jetzt, wo ich wieder alles rausgekotzt habe, stehe ich nackt hier, mal’ so vor mich hin, alles ist schön schwarz bis feuer-grau, die Liebe pocht wieder, der Idealist in mir wird sich morgen mit zehn besonders guten Taten rächen und sich wieder in mir einverleiben, die Amokläufe bleiben aus, weil ich schreiben kann – und ich werde auch keine Glastüren zertreten so wie damals mit 16, als… das ist wieder eine andere Geschichte. Ich möchte meinen extrem nachvollziehbaren Beitrag eigentlich nur mit diesem Gedicht abrunden, weil ich diesen kranken Sack Kafka so liebe. Er bringt es auf den Punkt, er bringt es auf den Punkt. Die Information, dass ich in der Hölle lebe, ist nur eine Information. Wie sie sich anfühlt, meine Hölle, kann niemand wissen. Ich hoffe ja immernoch, dass eine Seele anschwirrt, mal durch mich durch geht, sich bis auf die Haut verbrennen lässt, einmal meinen Schrei schreit, damit überhaupt jemand einmal für mich geschrien hat. wieder rausgeht, ohnmächtig zu Boden kippt, ich ihn auffange, meine Wange auf seine Brust lege, ihn dafür liebe, dass er in mir war – wirklich in mir war – bei ihm bleibe, mit ihm sterbe, endlich frei sein werde… Stop! Hier das Gedicht:
Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst,
was weißt Du von den Schmerzen,
die in mir sind
und was weiß ich von den Deinen.
Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde
und weinen und erzählen würde,
was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle,
wenn Dir jemand erzählt,
sie ist heiß und fürchterlich.
Schon darum sollten wir Menschen
voreinander so ehrfürchtig,
so nachdenklich,
so liebend stehn’
wie vor dem Eingang zur Hölle…
Achso, und das hier habe ich vorhin gemalt und so. Peace.
(Small).jpg)
Für mein Furien-SÄD. (Du weißt schon, warum) Um das Bild in groß zu betrachten, einfach auf das Bild klicken…
(KLein).jpg)
Hier in richtig groß » Sizuka «
Ich weiß nicht, was das für ein Saftladen ist – aber heute wurden die Leute richtig von mir zusammengeschissen. Einmal der Bote, einmal die dort im Service-Center, die Dir am Telefon immer sagen, sie können nichts tun. Es kann einfach nicht angehen, dass diese Saftsäcke große Pakete nicht hochbringen und lieber scheinheilig behaupten, sie haben geklingelt und der Empfänger sei nicht da gewesen, anstatt ihre gottverdammte Pflicht zu erfüllen. Plötzlich schaust in Du in ihre Online-Statusabfrage – und was steht da? “Empfänger war nicht zu Hause”. Hallo? Geht’s noch? (Wixer!) – Jedenfalls habe ich da sehr geladen angerufen (sehr geladen, weil letzte Woche soetwas ähnliches vorkam) und erst einmal gesagt, was Sache ist.
“Da können wir leider nichts tun von hier aus. Die Fahrer sind nicht erreichbar.”
“Bitte? Wozu sitzen Sie denn da, wenn keine Kommunikation zwischen Ihnen möglich ist. Was machen Sie bei Notfällen? Bei Same-Day Transporten? Hallo? Die Leute haben schon einen Grund, warum sie zeitlich genaue Expresslieferungen anfordern.”
“Ja, da kann ich nichts tun. Tut mir Leid. Ich werd’ das dann hier vermerken.”
“Nein, ich kenne Ihr scheiß Vermerke! Die bringen rein gar nichts und werden erst gesehen, wenn der nächste Sie in der Schicht ablöst und den PC neustartet. Sehen Sie bitte zu, dass Sie den faulen Fahrer informieren, der sich erdreistet hat, hier zu behaupten, er habe geklingelt! Ich weiß, dass die Boten hier zunehmend an Faulitis leiden.”
“Ich kann nichts für Sie tun, hören Sie?”
“Dann wird das Ihr Vorgesetzter können. Sagen Sie mir bitte Ihren Namen, ich möchte gerne angeben können, mit wem ich gesprochen habe, wenn ich mich beim Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten auf die Aussage des Kunden-Services beziehen muss.”
“Entschuldigen Sie bitte, ich kann nichts für den Patzer.”
“Das weiß ich doch..”, sagte ich beschwichtigend. “Aber Sie können etwas dafür, dass Sie jetzt nicht alles tun, damit der Patzer noch HEUTE wieder gut gemacht wird!”
“Einen Moment bitte, ich frage mal eben etwas nach.”
Wartemelodie blabla tralalala…
“Hören Sie?”, fragte sie etwas entspannter.
“Ja bitte.”
“Ich kann Ihnen nichts versprechen, aber der Fahrer wurde informiert. Wenn wir Glück haben, dann kommt Ihre Lieferung noch heute.”
“Sehr gut, danke. Geht doch.”
“Aber ich kann Ihnen nichts versprechen.”
“Oke. Wichtig für mich ist nur, dass Sie es versucht haben und mich nicht direkt wieder abgewimmelt haben. Diese ‘Das ist nicht mein Problem-Mentalität’ ist so typisch deutsch. Das muss wenigstens im Service-Bereich sofort geändert werden.” (ich grinste frech)
“Jaha…”, rollte sie die Augen.
“Oke, ich will Sie nicht länger aufhalten. Schönen Tag noch und vielen Dank.”
“Gerngeschehen.”
Klack.
Viertel Stunde Gefluche, während ich aus Frust meinen Balkon putzte. Ein Anruf.
“Hallo, guten Tag, Frau… Ihre Sendung wird in 10 Minuten zugestellt werden. Tut uns Leid wegen der Unannehmlichkeiten.”
“Oh, danke. Kein Problem. Schön, dass es heute doch noch klappt, obwohl solche Dinge ja immer auf den nächsten Tag verschoben werden.”
“Gerngeschehen… Aufwiederhörn’.”
Klack.
Ich, immernoch skeptisch, fluche per SMS weiter wegen DHL. Ich hab’ denen nämlich immernoch nicht abgenommen, dass sie tatsächlich heute noch erscheinen würden. Als ich auf dem Balkon dieses gelbe Monster in unsere Straße reinfahren sah, blieb ich dort und beobachtete den Paketboten. Ich richtete mich auf und rief hinunter:
“Vierte Etage links bitte! Gucken Sie, ich bin DA. Nicht, dass Sie doch noch etwas Anderes angeben.”
“Vielen Dank auch!”, rief er hoch, ich flitzte zur Tür, drückte sie auf und wartete mit in die Taillie gestemmten Fäustchen und schaute grimmig.
“Tut mir Leid, vorhin hatte ich geklingelt, aber da war niemand.”, keuchte er.
“Sicher doch. Und meine Klingel hat sich plötzlich selbstgeheilt. Sie wissen schon. Medizinisches Wunder – gibt’s auch beim Menschen.”
“Wirklich…”
“Ja, ich glaube Ihnen. Das nächste Mal, wenn meine Klingel wieder schlappmacht immer genau dann, wenn DHL mal etwas Schwereres hochzuschleppen hat, werfen Sie’n Stein gegen’s Fenster. Danke. Schönen Tag noch.” (Bumm)
Echt schade, dass man nur etwas erreicht, wenn man patzig wird. Ich hab’s schon so oft mit weicher Zunge versucht, aber dann wirst Du gar nicht erst ernstgenommen. Schon gar nicht bei meiner komischen Mädchenstimme. Da tätschelt man mir lieber auf den Kopf und denkt sich “Süß.” – Das war’s dann auch schon. Arschi.
08.05.2007, 11:42
Braune Brühe
Ich verstehe, warum manche Menschen Gebäude in die Luft sprengen. Ich verstehe es inzwischen sehr wohl. Und das ganz ohne die angeblich unbedingte Voraussetzung, Muslim zu sein, um solches Gedankengut zu hegen. Ich verstehe sehr gut. Bei soviel Machtlosigkeit und Ungerechtigkeit, gegen die man mit aller Liebe, allen Worten, einem aufrechten und fairen Kampf nicht weiterkommt und einem immer mehr das Mark der Existenz und alle anderen Grundlagen genommen wird, kann ich verstehen, warum außer roher Gewalt nichts mehr übrigbleibt, um an sein Recht zu kommen. Und wenn man mit dieser rohen Gewalt auch nicht an sein Recht gelangt, so scheißt man drauf, denn auf anderem Wege hätte man es eh nicht geschafft. Aber mit dieser rohen, knallenden Gewalt hast Du wenigstens die Genugtuung, dass man diesen langsamern Mördern in “ehrenwerter Kutte” und mit Beamtenstatus wenigstens so richtig die hässliche Fratzen-Visage demoliert hat.
Ein paar gebrochene Gesichtsknochen unter meiner Faust, ein paar gebrochene Rippen, ein Ur-Schrei mitten in deren Fresse rein – wie sehr würde das meine Seele befreien. Ich scheiße auf Deutschland. Ihr da oben an den Hebeln der Macht ward braun, Ihr seid braun, Ihr werdet immer braun bleiben! Immer! Ich scheiße auf Euch.
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P.S.: Da ich befürchte, dass das hier missverstanden wird und meine deutschen Freunde denken, ich würde sie damit auch meinen, betone ich hier nocheinmal: Ich rede von bestimmten “Menschen”, die hier in Deutschland große Hebel in der Hand haben. Meine lieben Freunde und das normale Volk an sich ist nicht damit gemeint. Danke.
Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
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